Basel

12. April 2017 09:14; Akt: 13.04.2017 10:12 Print

Festnahme nach tödlicher Schiesserei in Café

Bei einer Schiesserei in einem Café im Kleinbasel wurden zwei Männer getötet. Nun hat die Polizei einen 41-Jährigen verhaftet. Er wäre beinahe wieder freigelassen worden.

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Auf diesem Foto sind die beiden Todesopfer der Schiesserei, der 28-jährige Mirjan B. (Zweiter von links) und der 39-jährige Orges S. (ganz rechts), zu sehen. Festim D. (24, ganz links) wurde verletzt. Ermal K. (Zweiter von rechts) sass am Tatabend mit seinen drei Freunden zusammen. Er wurde als Einziger nicht getroffen. Dieses Bild entstand wenige Tage vor der Schiesserei im Café 56. Ein Bekannter von Mirjan B. sagt: «Seine Familie hat mich am Freitagmorgen angerufen. Sie alle waren schrecklich aufgelöst und haben geweint. Ihnen war bereits von anderen Personen mitgeteilt worden, dass Mirjan eines der Opfer ist, jedoch wussten sie nicht, ob er tot oder schwerverletzt ist.» Mittlerweile konnte ein albanischer Staatsangehöriger verhaftet werden, der als Tatverdächtiger gilt. Der 41-Jährige sitzt in U-Haft, wie die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt am 12. April 2017 mitteilte. (Im Bild: Einsatzkräfte der Basler Polizei vor dem Café 56 am 9. März 2017) Ob es sich bei der Schiesserei im Café 56 um eine Abrechnung im Drogenmilieu handelte, sei noch unklar, schreibt die Staatsanwaltschaft weiter. Die Rollläden bleiben zu. Polizeieinsatz nach der Tat: Strassensperren und viele Scheinwerfer im Kleinbasel. (9. März 2017) Das Forensikteam von Basel untersucht die Einschusslöcher in den Scheiben des Café 56. (9. März 2017) Auch im Innern der Bar wird nach Spuren gesucht. (9. März 2017) Der Tatort wird von der Polizei abgesperrt. (9. März 2017) Auf Spurensuche: Ein Forensikteam der Basler Behörden untersucht den Tatort. (9. März 2017) Verschont geblieben: Die Bar direkt neben dem Café 56 war zum Zeitpunkt der Schiesserei offen. (9. März 2017) Die Situation um das Café 56 wenige Stunden nach der Schiesserei. (9. März 2017) In grelles Licht getaucht: Die Polizei beleuchtet den Tatort mit einem Scheinwerfer. (9. März 2017) Die Basler Polizei sucht nach Zeugen. (9. März 2017)

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Die Polizei konnte einen 41-jährigen albanischen Staatsangehörigen festnehmen, der dringend verdächtigt wird, in die Tat involviert zu sein. Das Appellationsgericht verfügte drei Monate Untersuchungshaft, wie die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt in einer Mitteilung schreibt. Nach wie vor flüchtig sei ein zweiter Tatverdächtiger, der ebenfalls aus Albanien stammt. Er ist international zur Verhaftung ausgeschrieben.

Auf Anfrage von 20 Minuten sagt Peter Gill, Kriminalkommissär bei der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt, dass der 41-jährige Tatverdächtige in den letzten Wochen in Basel festgenommen worden sei. Wann genau, gebe man aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt. Zudem sei der Mann nicht in der Schweiz wohnhaft. «Schweiz Aktuell» von SRF berichtet allerdings, dass der Mann sich einen Tag nach der Tat bei der Polizei gestellt habe und sich als einen der Täter bezeichnet habe. Sein Geständnis habe er aber sein Geständnis widerrufen.

Der 41-Jährige wäre nach 48 Stunden beinahe wieder freigelassen worden. Das Zwangsmassnahmengericht liess die Staatsanwaltschaft mit ihrem Gesuch auf Untersuchungshaft auflaufen, wie Gill gegenüber Telebasel bestätigte. Mit der Kommunikation der Verhaftung musste in der Folge gewartet werden, bis das Appellationsgericht nun im Sinne der Behörde entschied.

Abrechnung im Drogenmilieu?

Wie die Staatsanwaltschaft in ihrer Mitteilung weiter schreibt, ist noch nicht abschliessend geklärt, ob es sich bei der Schiesserei um eine Abrechnung im Drogenmilieu handelte. Die Sonderkommission der Kriminalpolizei habe zahlreiche Personen befragt und Spuren ausgewertet. Die Untersuchung gestalte sich aber als sehr schwierig und umfangreich, heisst es weiter. Der genaue Hergang der Tat sowie das Motiv seien weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.

Der 24-jährige albanische Staatsangehörige Festim D., der bei der Tat verletzt wurde, sei zwischenzeitlich aus dem Spital entlassen worden. Laut der Staatsanwaltschaft sei er daraufhin aufgrund einer bestehenden Einreisesperre des Migrationsamts zuerst in Ausschaffungshaft gesetzt und anschliessend in seine Heimat gebracht worden.

Gezielt Café 56 ausgesucht

Im Kleinbasel kam es am Donnerstag, 9. März, an der Erlenstrasse zu einer Schiesserei. Gemäss der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt betraten zwei Männer gezielt das Café 56, feuerten mehrere Schüsse ab und verliessen das Lokal sofort wieder. Dabei wurden zwei albanischstämmige Männer getötet, Festim D. wurde verletzt. Nach wie vor werden Personen gesucht, die sachdienliche Hinweise zu der Tat geben können.

(jen/kat)