PCB in Forellen

28. Juli 2008 17:10; Akt: 28.07.2008 17:38 Print

Fischereiverbot in Baselbieter Birs vor dem Ende

Das teilweise Fischereiverbot in der Baselbieter Birs wegen der PCB-Belastung steht vor dem Ende: Angesichts neuer Analyseergebnisse werde ein «Fangfenster» für risikolose Fanggrössen definiert.

Fehler gesehen?

Das sagte Kantonstierarzt Ignaz Bloch zur SDA. Die Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion (VSG) hatte am 14. April ein Fischereiverbot zwischen der Kantonsgrenze zum Jura und dem Wasserfall in Laufen bis Ende Juni verfügt. Dieses wurde bis Ende Juli verlängert, weil zusätzliche Fisch-Untersuchungen zur Schadstoff-Belastung abzuwarten und auszuwerten waren.

Gemäss diesen Daten, die inzwischen auf dem Tisch liegen, werde er das befristete Fischverbot für den Bis-Abschnitt Liesberg bis Mittwoch wohl durch ein so genanntes «Fangfenster» für den ganzen Fluss ersetzen, sagte Bloch am Montag auf Anfrage. Dieses werde voraussichtlich auch wieder Basel-Stadt für seinen Birsabschnitt übernehmen.

Gift im Fett

Ein solches «Fenster» gilt heute bereits unterhalb von Laufen: Bis zur Mündung in den Rhein dürfen Fischer nur Fische bis maximal 35 Zentimeter behändigen. Die Schon-Masse, die die Fortpflanzung ermöglichen sollen, gelten derweil weiter. Das «Fangfenster» sei noch sorgfältig zu definieren; dazu stünden noch einige Gespräche an.

Die zusätzlichen Analysen hätten bestätigt, dass fettreichere Fischarten höhere PCB-Belastungen aufwiesen. Höhere Werte als vergleichbar grosse Forellen wiesen die als Speisefische geschätzten Aeschen, aber auch Barben auf, sagte Bloch weiter. PCB lagert sich im Laufe des Lebens im Fettgewebe ab.

Die zusätzlichen Fisch-Analysen haben laut Bloch auch die ersten Erkenntnisse - mit üblichen Ausreissern - bestätigt, wonach die PCB- Belastung birsabwärts abnimmt. Deswegen hatte er schon im April eine PCB-Quelle im Oberlauf der Birs vermutet.

Rätselhafte Werte

Allerdings habe man eine leichte Zunahme der PCB-Werte in Fischfleisch im Raum Reinach feststellen müssen. Einen Grund dafür kenne man noch nicht. Ob die vor kurzem stillgelegte ARA Birs I in Reinach dahinter steckt, könne er noch nicht sagen.

Derzeit darf man zudem seinen Birs-Fang auch nur selber essen und gar keine gefangenen Fische an Dritte abgeben. Grund für die Einschränkungen sind stark überhöhte PCB-Werte, die man im Fleisch grosser Forellen gefunden hatte. Diese erreichten in der Baselbieter Birs bis 40 Pikogramm pro Gramm Fleisch, bei einer Limite von 8 Pikogramm.

Bei ersten Untersuchungen von Ende Februar - ausgelöst von PCB- Werten bis 56 pg/g in der jurassischen Birs und dem dort verhängten Fischereiverbot - hatten Baselbieter Birsforellen nur Werte im grünen Bereich aufgewiesen. Erst Nachuntersuchungen grösserer Exemplare brachten das Problem an den Tag.

(sda)