Fischergalgen in Basel zerstört

08. Mai 2018 05:51; Akt: 08.05.2018 05:51 Print

Vandalismus-Opfer setzt Kopfgeld auf Täter aus

Eine «Kifferparty» hinterliess bei Thomas Stauffigers Fischergalgen am Rhein am Wochenende ein Bild der Zerstörung. Eine Belohnung soll nun Hinweise zur Täterschaft liefern.

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Unbekannte haben in der Nacht von Samstag auf Sonntag einen Fischergalgen am Rhein zerstört. Der Sachschaden beläuft sich laut Besitzer Thomas Stauffiger auf rund 30'000 Franken. Nun hat er ein Kopfgeld auf die Vandalen ausgesetzt. Zahlreiche Flyer am Rheinuferweg weisen darauf hin.

Er ist bereit, 1000 Franken für sachdienliche Hinweise zu bezahlen, die helfen, die Täter ausfindig zu machen. «Es müssen mehrere gewesen sein», glaubt Stauffiger. Denn die tonnenschwere Stahlkonstruktion knicke nicht so schnell ein. «Es braucht sehr viel böse Energie, um das zu bewerkstelligen», sagt er. Die Polizei sei zwar vor Ort gewesen und er habe Anzeige erstattet, dennoch erhofft Stauffiger Hilfe aus der Bevölkerung.

Er vermutet, dass die Personen über das Dach des Fischerhäuschens auf den zirka zehn Meter langen Ausleger gelangt sind. Wie genau sie diesen zum Einsturz gebracht haben, ist noch unklar. Tatsache ist: Am Sonntagnachmittag war nur noch ein Trümmerhaufen an der steilen Rheinböschung davon übrig. «Was bleibt, sind Trauer und Hilflosigkeit», so Stauffiger.

Waren Drogen im Spiel?

«Wir müssen immer wieder Abfallberge wegräumen», erzählt Stauffiger. Dabei müssten er und seine Frau auf eine Klemmzange zurückgreifen, weil oft Unappetitliches wie gebrauchte Kondome um das Häuschen zum Vorschein komme. Den Zugang zum Rheinbord kann er aber niemandem verweigern, denn das Häuschen steht auf öffentlichem Boden.

Gleich sperren darf und will Stauffiger den Bereich um die Anlage aber nicht: «Es ist Allmend und viele geniessen das. Einige wenige schlagen aber massiv über die Stränge», sagt er.

Dies geschah offenbar am vergangenen Wochenende. Die Feiernden sollen nicht nur ein Feuer gemacht, sondern Cannabis im grossen Stil konsumiert haben. «Überall lagen Überreste von Joints herum», klagt Stauffiger. Neben der Verwüstung am Fischergalgen wurden ein Zaun und der Dachkännel des benachbarten Häuschens abgerissen.


Thomas Stauffiger spricht über den Vandalenakt. (Video: las)

Kein Einzelfall

Bereits im Frühjahr 2015 hatten Unbekannte so lange Steine in das Netz des Auslegers eines Fischergalgens geworfen, bis dieser unter der Last zusammenbrach. Im Jahr davor war noch ein dritter Galgen Vandalen zum Opfer gefallen.

Auch in diesen Fällen entstand fünfstelliger Sachschaden. Ob die Versicherung in Stauffigers Sache die Kosten übernimmt, weiss er noch nicht. Wenn er Pech hat, muss er den ganzen Ausleger ersetzen lassen.

(las)