Lotsen-Streik

06. Februar 2019 14:21; Akt: 06.02.2019 15:30 Print

Krisen-Nacht am Basler Euro-Airport

Ein unangekündigter Streik der Fluglotsen führte am Euro-Airport am Dienstagabend zu chaotischen Zuständen. Mehrere tausend Passagiere waren betroffen.

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Am Euro-Airport Basel konnten seit Dienstag um 20 Uhr zahlreiche Maschinen weder landen noch starten. Wie Vivienne Gaskell, Sprecherin des Euro-Airports Basel, auf Anfrage bestätigte, waren bei der Schichtübergabe um 20 Uhr diverse Fluglotsen in einen unerwarteten Streik getreten bezehungsweise nicht erschienen. Am Mittwochmorgen um 8 Uhr wurde der Streik offiziell beendet. Im Laufe des Tages kam es aber noch zu Folgeverspätungen.

Der Grund für den Vorfall ist allerdings nach wie vor unklar. «Wahrscheinlich hing der Streik mit einem allgemeinen Streik des öffentlichen Dienstes von gestern in Frankreich zusammen», vermutet Gaskell. Als sofortige Massnahme, bot der EAP mehr Sicherheitspersonal auf.

Krisensituation am EAP

Am Flughafen herrschte vor allem am Dienstagabend eine «Krisensituation», denn anders als sonst war der Streik nicht 48 Stunden vorher angekündigt worden. Insgesamt mussten 44 Flüge annulliert werden. Zwei ankommende Maschinen wurden nach Stuttgart und Zürich umgeleitet.

Alles in allem waren 3700 Passagiere vom streikbedingten Shutdown des Flughafens betroffen. Rund 800 Passagiere mussten wegen der gestrichenen Abflüge ab Basel in Hotels untergebracht werden. «Die Fluggesellschaften haben sich vor Ort um die Passagiere gekümmert und haben auf die Schnelle für alle Passagiere einen Übernachtungsplatz in einem Hotel in der Region gefunden», so Gaskell weiter. Wer für die anfallenden Kosten aufkommt, sei allerdings noch unklar.

Verdutzte Passagiere

Die gestrandeten Passagiere waren verblüfft über die Ausnahmesituation am Flughafen. Offenbar mussten sogar Passagiere, die bereits im Flugzeug sassen, wieder aussteigen, wie eine Twitter-Nutzerin an Easyjet schreibt: «Ist es normal, den Flug meiner Schwester zu annullieren, obwohl sie schon im Flugzeug war, und sie nun 100 Euro für ein Zugbillett zahlen und am Bahnhof in Mulhouse übernachten muss?».

Ein Leser-Reporter musste ebenfalls wieder aus dem Flugzeug steigen und schliesslich eine Nacht länger in Barcelona verbringen, weil sein Flug nach Basel gestrichen wurde. «Ich sass zwei Stunden lang im Flugzeug, ehe man uns mitteilte, dass unser Flug annulliert worden ist», so der junge Mann.



(mis)