Unvergessliche Taxifahrt

09. Oktober 2019 11:45; Akt: 09.10.2019 18:08 Print

Zwei Passagiere stiegen ein, drei wieder aus

In den Wehen bestieg eine Schwangere am Sonntag in Basel ein Taxi. Das Baby wollte aber offenbar nicht warten: Das Mädchen kam noch vor der Ankunft im Spital auf die Welt.

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Zwei Passagiere steigen ein, drei wieder aus: Mit dieser Situation sah sich die Basler Taxifahrerin Andra Lazar (31) am Sonntag konfrontiert. Denn auf dem Weg ins Spital hatte die von ihrem Mann begleitete, hochschwangere Passagierin eine Tochter zur Welt gebracht.

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«Plötzlich platzte ihre Fruchtblase. Sie stemmte sich vom Sitz», sagt Lazar dem «Blick». Dann sei alles ganz schnell gegangen: «Da hat die Frau schon geschrien: ‹Das Baby kommt!› Als ich dann zu ihr bin, habe ich schon das Köpfchen gesehen», so Lazar weiter.

Baby ist wohlauf

Kurz darauf sei das Personal vom Spital angestürmt gekommen. Da sei die ganze Sache aber bereits vorbei gewesen. Sie hätten nur noch feststellen können, dass es dem Baby gut gehe.

«Alle waren glücklich, dass es dem Mädchen gut geht und ich war auch sehr erleichtert», sagt die Chauffeuse zu Telebasel. Besonders beeindruckt zeige sie sich gegenüber der Mutter: «Sie hat alles ganz alleine geschafft, so etwas habe ich noch nie gesehen.»

Eltern bezahlen Reinigung

So schön es auch ist, eine Spontangeburt in einem Taxi hinterlässt es nicht in einem Zustand für den nächsten Fahrgast. Laut der Zeitung musste das zur Geburtenstation umfunktionierte Auto professionell gereinigt werden, bevor es wieder als Taxi eingesetzt werden konnte.

Laut Lazar hätten sich die Eltern aber bereit erklärt, die Kosten dafür zu übernehmen. Auf jeden Fall werde sie die Fahrt nie wieder vergessen.

Hebamme gibt Tipps

Immer wieder kommen Babys auf dem Weg ins Spital zur Welt. Im März 2017 kam in Grabs SG ein Bub auf dem Parkplatz vor der Aufnahme zur Welt. Auch in diesem Fall war der Kleine trotz des unkonventionellen Settings wohlauf.

Im Bezug auf den Fall in Grabs hat 20 Minuten mit einer Hebamme gesprochen. Sie rät, das Auto bei einer bevorstehenden Geburt anzuhalten und das Spital anzurufen. «Wir können dann über das Telefon Anleitung geben», sagt sie. Wisse man vorher schon, dass es sehr knapp werde, solle man besser zu Hause bleiben und die Ambulanz alarmieren.

Und wenns doch nicht reicht

«Kommt ein Kind auf die Welt, bevor Fachkräfte am Geburtsort eintreffen, und atmet es nicht sofort von selbst, dann sollte man mit einem Tuch oder Kleidungsstück den Rücken trocken abreiben. Dann kommt in der Regel der erste Atemzug und das Neugeborene beginnt zu schreien, was normal ist», sagt die Hebamme.

Danach sei es sehr wichtig, dass das Kind Wärme bekommt, damit es nicht auskühlt. «Am besten nimmt es die Mutter an die Brust und deckt es zudem mit einem Tuch oder Kleidungsstück zu», erklärt die Hebamme. Danach solle man sich schnellstmöglich ins Spital begeben.

(las)