Nach tödlichem Unfall

23. Oktober 2019 16:51; Akt: 23.10.2019 16:52 Print

Wird Übergang jetzt mit einer Schranke gesichert?

Am Dienstagabend ist es nahe der Schweizer Grenze in Weil am Rhein (D) zu einem tödlichen Tramunfall gekommen. Es ist nicht das erste Unglück an dieser Stelle.

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Bei einem Unfall mit einem Tram der Basler Verkehrsbetriebe BVB in Weil am Rhein (D) ist eine Frau ums Leben gekommen. Der Unfall ereignete sich am Dienstagabend gegen 18.45 Uhr, wie die deutsche Polizei in einer Medieninformation in der Nacht auf Mittwoch mitteilte.

Die 40-jährige Frau überquerte laut dem Communiqué die Gleise an einem ampelgeregelten Übergang in der deutschen Ortschaft Weil am Rhein bei Basel im Bereich der Lustgartenstrasse/Friedensbrücke. Dabei wurde sie von einem nördlich fahrenden Tram der BVB – trotz Gefahrenbremsung – erfasst und schwerverletzt. Die Frau sei kurze Zeit später ihren Verletzungen in einem Spital erlegen, hiess es von der deutschen Polizei.

Passanten und Fahrgäste des Trams leisteten Erste Hilfe bis die Rettungskräfte eintrafen, wie aus einer Mitteilung des Verkehrskommissariats Weil am Rhein hervorgeht.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erklärte die Einsatzzentrale der deutschen Polizei, dass bei der Gefahrenbremsung keine weiteren Personen zu Schaden gekommen seien. Die genaue Unfallursache, also ob etwa ein Rotlichtverstoss oder ein technischer Defekt an der Ampelanlage vorlag, sei derzeit Gegenstand von Ermittlungen.

Hätte eine Schranke den Todesfall verhindert?

Die Situation bei der Unfallstelle ist eigentlich übersichtlich. Der Übergang ist mit einer Ampel gesichert. Zudem wird mit Schildern darauf hingewiesen, dass das Tram Vortritt hat. Es gab an dieser Stelle allerdings schon zwei Unfälle. «Bisher ist aber niemand zu Schaden gekommen», sagt der für die Stadtwerke zuständige Weiler Bürgermeister Rudolf Koger. Die Sicherungsmassnahmen seien jeweils verstärkt worden.

Jetzt wird erneut eine Verkehrsschau mit der Polizei und Aufsichtsbehörde für Strassenbahnen von Baden-Württemberg anberaumt. Dann werde auch der Bau einer Bahnschranke thematisiert. Die BVB stehen deswegen auch schon in Kontakt mit der Stadt Weil am Rhein, weil diese für die Infrastruktur entlang der Tramlinie verantwortlich ist.

Entlang der 11er-Linie im Baselbiet kam es früher öfter zu Personenunfällen. Seit dort die Übergänge praktisch flächendeckend mit Barrieren abgesichert wurden, hat sich die Situation entschärft.

Care-Team ausgerückt

Die Strecke nach Deutschland war nach dem Unfall am Dienstagabend rund anderthalb Stunden lang nicht mehr bedient worden; die Trams hatten während des Unterbruchs in Kleinhüningen gewendet. Der Wagenführer sei zudem von einem Care-Team der BVB betreut worde. «Wir bedauern den Unfall zutiefst», so BVB Mediensprecher Benjamin Schmid.

(lha/sda)