US-Pick-up-Artist

03. Februar 2016 12:50; Akt: 03.02.2016 12:50 Print

Frauenfeind will Schweizer Männer mobilisieren

von M. Lüssi - Mit dem Vorschlag, Vergewaltigung zu legalisieren, sorgte der US-Aktivist Roosh V. für Empörung. Nun ruft er einen weltweiten Aktionstag aus – mit einem Treffen auch in Basel.

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Der US-Autor, Antifeminist und Pick-up-Artist Daryush Valizadeh (36), besser bekannt als Roosh V., ist eine heftig umstrittene Figur. Wegen seines kruden Frauenbildes gilt er als Hardcore-Sexist. Mit seiner Forderung, Vergewaltigungen seien zu legalisieren, solange sie auf Privatgrund stattfänden, löste er eine Welle der Empörung aus.

Daran ändert auch die Argumentation von Roosh V. nichts: Wenn er – als «Gedankenexperiment» – die Legalisierung der Vergewaltigung vorschlage, bedeute dies nicht, dass er sexuelle Gewalt gegen Frauen gutheisse, sagt er. Eine entsprechende Gesetzesänderung würde vielmehr zu weniger Vergewaltigungen führen, weil Frauen sich besser überlegen würden, ob sie mit Männern mitgingen, mit denen sie keinen Sex wollten. Und es halte Frauen davon ab, sich mit Drogen oder Alkohol in einen Zustand zu versetzen, in dem sie sich nicht wehren könnten.

Männer-Treffen auf dem Barfüsserplatz

In der westlichen Gesellschaft ortet Roosh V. eine «Vergewaltigungshysterie». Diese diene nicht dem Schutz der Frauen, sondern der Verfolgung der Männer. «Männer werden wie Kriminelle behandelt, Frauen wie Kinder.»

Roosh V. hat 15 Ratgeber veröffentlicht, deren Titel lauten beispielsweise: «Wie man mit dänischen Frauen in Dänemark schläft» oder «Wie man tagsüber nebenbei Frauen aufreisst». Auf seiner Website ruft er für den 6. Februar zu einem weltweiten «Meetup Day» auf. In 165 Städten in 43 Ländern sollen sich Anhänger seiner Ideen treffen – mit dem Auftrag, sich zu lokalen «neomaskulinen» Stämmen zusammenzuschliessen. Auf der Liste ist auch ein Treffpunkt in der Schweiz: der Barfüsserplatz in Basel.

Auf Störaktionen von Feministinnen vorbereitet

Männer, die sich an diesen Treffen beteiligen wollen, sollen sich mit den Codeworten «Wo ist die nächste Zoohandlung?» zu erkennen geben. Danach werde man sich an einen geheimen Versammlungsort begeben. Für die Teilnahme hat Roosh V. klare Bedingungen aufgestellt: Dabei sein dürfen nur Hetero-Männer – Frauen, Schwule und Transsexuelle sind ausgeschlossen. Auch Minderjährige sind nicht zugelassen, da das Treffen in Bars mit Alkoholausschank ende.

Auch zum Umgang mit Störaktionen erteilt Roosh V. Anweisungen: «Sollten durchgeknallte Feministinnen auftauchen, fotografiert sie und mailt mir die Bilder.» Wer von erzürnten Frauenrechtlerinnen verfolgt werde, solle versuchen, sie auf dem Weg zum Veranstaltungslokal abzuhängen.

Bei der Kantonspolizei Basel-Stadt heisst es auf Anfrage, man habe von dem Aufruf im Internet Kenntnis. Da es sich um ein privates Treffen und nicht um eine Kundgebung handle, sei dafür keine Bewilligung nötig. Auf die Thesen von Roosh V. angesprochen, stellt Leila Straumann, Leiterin des Gleichstellungsbüros Basel-Stadt, klar: «Vergewaltigung ist in der Schweiz ein Verbrechen, unabhängig vom Tatort. Und auch wer dazu auffordert, macht sich strafbar.» Markus Theunert, Generalsekretär der Männer-Dachorganisation Männer.ch, sagt: «Der Schutz vor Vergewaltigung ist ein Menschenrecht, das in keiner Form relativiert werden darf.» Roosh V.s Ansichten seien «menschenverachtend und machoid».

Wer ihn in der Schweiz vertritt, will Roosh V. nicht sagen

Roosh V. wird am 6. Februar nicht persönlich in Basel sein, sondern am Treffen in der US-Hauptstadt Washington. Wer das Schweizer Meeting leiten wird, sagt er nicht. Auf die Anfrage von 20 Minuten reagierte er mit einer Gegenfrage zu einem anderen Thema: «Habt ihr in der Schweiz das Problem mit der muslimischen Invasion schon gelöst?»

In diesem Video erklärt Roosh V., warum er die Legalisierung von Vergewaltigungen auf Privatgrund vorschlägt:
Quelle: Youtube/Roosh V