Basel

03. Februar 2011 22:47; Akt: 03.02.2011 21:44 Print

Frauenhaus kämpft für Waffenschutz-Ja

von Jonas Hoskyn - Eine Woche vor der Abstimmung steht die Waffenschutzinitiative auf Messers Schneide. Nun schaltet sich auch das Frauenhaus mit neuen Zahlen in die Debatte ein.

storybild

Plakat für ein Ja zur Waffenschutz-Initiative in Zuerich. (Keystone /Walter Bieri)

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Schusswaffen werden im Rahmen von häuslicher Gewalt gleich oft eingesetzt wie Messer»: Diese erschreckende Aussage zieht Frauenhaus-Leiterin Rosmarie Hubschmid aus der Auswertung ihrer Statistik 2009 in der aktuellen «Annabelle». Demnach wurde jede fünfte ihrer Klientinnen mit einer Schusswaffe bedroht. «Das Frauenhaus Basel ist ganz klar für die Waffenschutzinitiative», so Hubschmid. Auch Walter Grisenti, Leiter des Männerbüros Region Basel, hat ähnliche Erfahrungen gemacht, kennt aber vor allem die andere Seite. Rund 50 Männer, die Gewalt ausgeübt haben, lassen sich jährlich im Männerbüro freiwillig beraten: «In einem heftigen Streit ist ‹Ich bring dich um› schnell mal gesagt», so Grisenti. «Wenn aber eine Schusswaffe im Haus ist, kriegt die Drohung ein anderes Gesicht.» Und zwar für alle Beteiligten: Erst kürzlich hatte er einen Mann bei sich, dessen Frau in einem Streit die geladene Armeewaffe des Mannes hervorgeholt und auf ihn gerichtet hatte.

Sabine Pegoraro, Leiterin des Sicherheitsdepartements BL und prominenteste regionale Gegnerin der Initiative, kennt ebenfalls genügend solcher Beispiele: «Im fachlichen Bereich sind wir uns einig, aber über die politischen Folgerungen kann man geteilter Meinung sein», so die Regierungsrätin. Weil die Initiative ihrer Meinung nach keine wirklichen Lösungen für die Problematik bietet, setzt sie sich weiterhin für ein Nein an der Urne ein.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Olaf am 04.02.2011 16:27 Report Diesen Beitrag melden

    5% von Was?

    und bei dem Klientel zweifle ich auch stark das es für die Waffe eine WES gibt.

  • Tellminator am 10.02.2011 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaubwürdige Frauenhäuser !

    Und wieviele der Anzeigen wegen Waffengewalt - oder auch Vergewaltigungen - werden nur eingereicht, weil die Frauen von den Berufs-Emanzen der Frauenhäuser dazu gedrängt werden, obwohl nichts vorgefallen ist ? Beispiele zum Nachlesen, Staunen und Kopf schütteln gibt's reichlich auf (Bundesgericht) oder in den Publikationen der kantonalen Straf- und Appellations-Gerichte.

  • Bob am 08.02.2011 09:32 Report Diesen Beitrag melden

    Das man ein geladenes Gewehr im Haus hat...

    ist auch nicht legall und wird durch das aktuelle Waffengesetz genug bestraft. Diese Waffe wird sowieso eingezogen. Zur Statistik in der «Annabelle» muss ich ja wohl nichts mehr sagen. Diese Quelle spricht ja für sich.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Christian Natiez am 11.02.2011 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Wer Angst schürt...

    Die Waffengegner schüren irrationale Ängste bei Frauen und Kindern vor ihren Partnern und Vätern. Sie säen in Familien ein künstliches Bedrohungsgefühl. So zerrütten die Initianten womöglich gesunde Schweizer Familien... Und die Trennungsindustrie profitiert. Apropos: Wie viele Familiendramen gehen auf das Konto mangelhafter Ausländerintegration? Wie viele Prozent der Frauen in Frauenhäuser sind Ausländerinnen? Und wie viele von ihnen flohen vor einem gewalttätigen ausländischen Mann, der in einer anderen Kultur aufgewachsen ist, für den Unterdrückung und Bedrohung der Frau nur natürlich ist?

  • Tellminator am 10.02.2011 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaubwürdige Frauenhäuser !

    Und wieviele der Anzeigen wegen Waffengewalt - oder auch Vergewaltigungen - werden nur eingereicht, weil die Frauen von den Berufs-Emanzen der Frauenhäuser dazu gedrängt werden, obwohl nichts vorgefallen ist ? Beispiele zum Nachlesen, Staunen und Kopf schütteln gibt's reichlich auf (Bundesgericht) oder in den Publikationen der kantonalen Straf- und Appellations-Gerichte.

  • Bob am 08.02.2011 09:32 Report Diesen Beitrag melden

    Das man ein geladenes Gewehr im Haus hat...

    ist auch nicht legall und wird durch das aktuelle Waffengesetz genug bestraft. Diese Waffe wird sowieso eingezogen. Zur Statistik in der «Annabelle» muss ich ja wohl nichts mehr sagen. Diese Quelle spricht ja für sich.

    • öbeli am 08.02.2011 18:55 Report Diesen Beitrag melden

      Waffe wird eingezogen?

      Jeder, der einmal im Militär oder einem Schützenverein war weiss, wie einfach man ein paar "Pfüpf" mitlaufen lassen kann. Und wie oft es getan wird. Dass diesen Schützen die Waffe entzogen wird, glaubt ihr ja wohl selbst nicht. Ein Gewehr zu klauen dürfte doch um einiges schwieriger sein.

    einklappen einklappen
  • Ostschweizer am 07.02.2011 14:19 Report Diesen Beitrag melden

    Ein nein

    Unglaublich jetzt muss sogar das Frauenhaus dran glauben.

    • öbeli am 08.02.2011 19:01 Report Diesen Beitrag melden

      Glauben?

      Keine Glaubensfrage, sondern bittere Erfahrung.

    einklappen einklappen
  • Felix am 06.02.2011 10:24 Report Diesen Beitrag melden

    Der Affekt

    Ich wette, im Affekt hat man schneller ein Messer aus der Küche, als das schwere Sturmgewehr aus dem Keller geholt. In der Wut spielt die Bedrohungs- oder Tötungsart keine Rolle.

    • Peter Roth am 07.02.2011 08:25 Report Diesen Beitrag melden

      richtig

      Genau so ist es!

    • öbeli am 08.02.2011 19:00 Report Diesen Beitrag melden

      Im Affekt?

      Im obigen Beitrag steht nirgendwo, dass das Gewehr im Affekt verwendet werde. Besonders häusliche Gewalt findet oft über längere Zeit statt

    • claudia am 09.02.2011 12:35 Report Diesen Beitrag melden

      @öbeli

      und als frau tu ich was? einfach über längere zeit still da sitzen und alles über mich ergehen lassen? dan habe ich aber auch ein problem... und die waffe ist es nicht vor der ich angst habe, sondern die PERSON... wen die waffe weg ist, bleibt ja die person... und die greift einfach zu was anderem... zb das immer scharfe messer in der küche! und was genau würde die änderung des gesetztes bringen?

    einklappen einklappen