Autofreie Innenstadt

21. Januar 2015 06:03; Akt: 21.01.2015 13:03 Print

Für Verkehrssünder ist die Schonzeit abgelaufen

von Adrian Jäggi - Seit dem 5. Januar gilt in Basel ein neues Verkehrsregime in der Innenstadt. Jetzt ist die Zeit der polizeilichen Kulanz vorbei.

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Wer das Fahrverbot missachtet muss mit einer Busse von 100 Franken rechnen. (Bild: mk)

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Sie waren nicht zu übersehen, die Polizisten, die in gelben Westen etwa am Fischmarkt oder bei der Mittleren Brücke Autofahrer anhielten, die gleich reihenweise verbotenerweise in eine Fahrverbotszone fuhren. Damit ist nun Schluss: «Die grossflächige Information auf der Strasse läuft aus», sagt Polizeisprecher Andreas Knuchel.

Die Polizei setzt also darauf, dass sich das neue Verkehrskonzept in den Basler Köpfen festsetzt. Darum geht sie laut Knuchel zum Normalbetrieb über. Oder anders gesagt: Statt Nachhilfe gibts Bussen. Der Polizeisprecher aber relativiert: «Es gilt das Opportunitätsprinzip. Ein Polizist kann büssen oder verwarnen. Das liegt in seinem Ermessensspielraum.» Es werde auch nicht Jagd gemacht.

700 Kontrollen durchgeführt

Die Mitarbeiter des Verkehrsdienstes führten seit dem 5. Januar an rund 30 Zufahrtspunkten in die Kernzone der Innenstadt rund 700 Kontrollen durch. Dabei wurden laut Knuchel knapp 4000 Fahrzeuglenker auf die neuen Verkehrsregeln aufmerksam gemacht. Die Beamten verteilten den Verkehrssündern in aller Regel Infoflyer statt Bussen. Solche sind ein teurer Spass. Nur schon die Missachtung des Fahrverbots kostet 100 Franken. Wer zusätzlich sein Auto in der Kernzone parkiert, muss 140 Franken bezahlen.

Die meisten Autofahrer reagierten erstaunt und wussten nicht, dass es zu Änderungen im Verkehrsregime gekommen war. «Offensichtlich sind auch viele Autofahrer nicht mit dem Verkehrsschild der Begegnungszone vertraut», so Knuchel weiter. Neu gilt Tempo 30 in der ganzen Innerstadt zwischen Spalentor und Messe, vom Aeschenplatz bis zum Kinderspital. In der Kernzone mit Einkaufsstrassen und Altstadt gelten Tempo 20 und rigide Zufahrtsregeln.

Striktes Regime

Seit Anfang Januar sind 1050 kostenpflichtige Zufahrtsbewilligungen von der Motorfahrzeugkontrolle ausgegeben worden. Eine solche benötigt man zu einmaligen Fahrt durch die Innenstadt. Zudem sind gemäss Knuchel rund 500 Zufahrtsberechtigungen ausgestellt worden, auf die Parkplatzbesitzer in der autofreien Zone angewiesen sind.

Und schon nach Ostern startet am Spalenberg ein erster Pilot mit einem versenkbaren Poller. Aufgrund der Erfahrungen will man bis Herbst entscheiden, ob allenfalls auch an anderen Orten in der Stadt Poller installiert werden sollen. «Wir werden einen entsprechenden Ratschlag für den Grossen Rat ausarbeiten», sagt Romeo Di Nucci vom Bau- und Verkehrsdepartement.