Strafgericht BL

20. Mai 2015 05:57; Akt: 20.05.2015 11:49 Print

Gemeindearbeiter veruntreut 170'000 Fr

Ein 39-jähriger Angestellter der Gemeinde Birsfelden steht am Donnerstag vor dem Strafgericht: Er soll wiederholt in die Kasse seines Arbeitsgebers gegriffen haben.

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Der Angeklagte soll Gelder der Gemeinde Birsfelden veruntreut haben. (Bild: Google Streetview)

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Ein 39-jähriger Abteilungsleiter der Gemeinde Birsfelden muss sich für seine Taten am Strafgericht in Muttenz verantworten. Die Liste der Anklagepunkte ist lang: qualifizierte Veruntreuung, gewerbsmässiger Betrug, wiederholte Urkundenfälschung sowie ungetreue Amtsführung.

Laut Anklageschrift hat der Mann im Zeitraum zwischen Januar 2010 und Herbst 2013 Geld der Gemeinde veruntreut und in seine eigenen Taschen fliessen lassen. Rund 170'000 Franken seien in den Jahren zusammengekommen. Das Geld verzockte der spielsüchtige Angeklagte im Casino Blotzheim.

Drei Betrugsstrategien

Der Gemeindearbeiter ging dabei sehr dreist vor und verfolgte drei unterschiedliche Strategien, mit denen er sein Gehalt aufbesserte. So kümmerte er sich etwa um die Leerung der Kasse des Kaffee- und Getränkeautomaten im Aufenthaltsraum seines Arbeitsplatzes. Dabei rechnete er jedoch nicht korrekt ab und liess tausende von Münzen in seinem Portemonnaie verschwinden. 12'000 Franken kamen so zusammen, ohne das jemand davon Wind bekam.

Auch liess er sich von zuständigen Personen der Gemeindekasse Geldmittel in bar übergeben. Dabei gab er vor, dieses für die Pflege des Baumbestands oder die Anschaffung von Occasionsgeräten wie beispielsweise Generatoren, Schneeschilder oder Kollektoren zu benötigen. Er habe dabei laut Anklageschrift arglistig und zum Schaden der Gemeinde gehandelt.

48 Bohrhämmer und 60 Dampfsauger versteigert

Damit seine Betrügereien nicht auffielen, habe er die Lieferanten nachträglich um die Ausstellung von Quittungen der angeblich erworbenen Gegenstände gebeten, obwohl der Kauf nie getätigt worden sei. Für das Baumpflege-Unternehmen habe er jeweils auf Gemeindepapier einen erfundenen Auftrag verfasst, den er dann unterschreiben liess.

Ausserdem bestellte er im Namen und auf Rechnung der Gemeinde Waren im Wert von rund 130'000 Franken, für die kein Bedarf bestanden habe. So besorgte er etwa 48 Bohrhämmer sowie 60 Dampfsauger, die er anschliessend auf einer Internet-Plattform versteigerte. Den Erlös, der auf sein Konto floss, verzockte er im Casino. Vom veruntreuten Geld ist nichts übrig.

(jd)