Region Basel

23. Mai 2012 21:34; Akt: 23.05.2012 21:25 Print

Gentech-Raps wächst wild in Häfen

von Andrea Heeb Perrig - Greenpeace hat verbotenen Gentech-Raps gefunden und den Behörden übergeben. Im Interview gibt Robert Dudler über die Gefahren Auskunft.

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Greenpeace-Aktivisten sammeln am Hafen in Kleinhüningen verwilderte Gentech-Rapspflanzen. (Bild: ahp)

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«Gentech-Raps ist eine Gefahr für die Umwelt und die
Gesundheit von Mensch und Tier», sagt Marianne Künzle von Greenpeace. Genmanipulierter Raps darf in der Schweiz weder als Lebens- noch als Futtermittel eingeführt werden. Trotzdem haben Greenpeace-Aktivisten gestern in den Häfen Kleinhüningen und St. Johann sowie im Auhafen Muttenz Gentech-Raps entdeckt. Die gemachten Quicktest vor Ort waren alle positiv. Bereits zuvor hatte Greenpeace Proben genommen: Von 136 getesteten Pflanzen waren 29 genmanipuliert. Labortest haben ergeben, dass es sich bei den verwilderten Pflanzen um die herbizidresistente Sorte GT73 des US-Agrochemiekonzerns Monsanto handelt. Greenpeace nimmt an, dass der Gentech-Raps beim Entladen von Schiffen und Güterzügen heruntergefallen ist. In der EU ist er als Futtermittel zugelassen und wird deshalb importiert.

Besseres Qualitätsmanagement gefordert

Die Aktivisten haben die eingesammelten Pflanzen den Behörden übergeben. Sie verlangen, dass diese die Kontrollen verschärfen. GT73 sei gegen das Totalherbizid Roundup resistent und kreuze sich zu einem Superunkraut, das dann auch gegen Giftduschen immun werde. Die Grüne Partei Schweiz fordert ein besseres Qualitätsmanagement bei den Importeuren und ein wachsameres Umweltmonitoring der Behörden. 2010 war am Bahnhof Lugano bereits Gentech-Raps entdeckt worden.

«Das zu verhindern, ist eine Illusion»
Robert Dudler*
, bereitet Ihnen der Basler Gen-Raps Sorgen?
Robert Dudler: Nein. Ich will nichts verharmlosen, aber für Mensch und Natur ist der Gen-Raps keine Katastrophe. Das zeigt ein Blick nach Nordamerika: Dort wachsen auf Millionen Hektaren Gentechpflanzen, ohne dass die Biodiversität oder die Gesundheit der Anwohner beeinträchtigt worden ist.

Greenpeace warnt aber, dass sich der Raps ausbreitet und zu Superunkraut kreuzen kann.
Man kann grundsätzlich nichts hundertprozentig ausschliessen. Aber die Wahrscheinlichkeit dafür ist minim. Dennoch muss man den gefundenen Raps entfernen. Die Schweiz hat nun mal entschieden, dass sie keine Gen-Pflanzen will.

Wie kann man verhindern, dass neue Gen-Pflanzen spriessen?
Man sollte die Transportwege überprüfen. Es ist aber eine Illusion zu glauben, dass nicht immer wieder Gentech-Pflanzen gefunden werden.

Bereiten Ihnen genetisch veränderte Pflanzen Sorgen? Diskutieren Sie mit.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter am 24.05.2012 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    Alles LÜGE

    Ja, ich glaube, dass das gentechnisch veränderte Pflanzen einen Einfluss auf uns und die Umwelt haben wird und längst hat. Das eventuelle Folgen heruntergespielt werden, kennen wir ja schon von der Atomkraft- oder Pharmalobby. Sobald finanzieller Gewinn eine Rolle spielt, wird gelogen, um weitermachen zu können...

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  • Herr Schweizer am 24.05.2012 06:50 Report Diesen Beitrag melden

    Ein paar wenige werden am

    normalen Volk reich nur weil wir es zulassen! Das Wohl der Allgemeinheit sollte Vorrang haben gegenüber der Geldmacherei von wenigen privaten die uns damit schaden! War doch klar, dass man gentechnisch veränderte Pflanzen nicht kontrolliert anbauen kann. Und die Firma Syngenta welche in der Schweiz gentechnisch veränderte Lebensmittel herstellt, sollte man auch gleich schliessen!!!

  • Müller M. am 24.05.2012 08:08 Report Diesen Beitrag melden

    Tja..

    Vielleicht hat ja Greenpeace diese selber dort gepflanzt. Woher sollen Sie sonst Wissen, dass das Gen-Pflanzen sind. Ich denke nicht, dass Greenpeace jeden Grashalm in der Schweiz auf Genmanipulation prüft. Übrigens, diese tollen weissen Gen-absorbierenden und schlechte Luft reinigenden, super Schutzanzügen sehen voll lustig aus....

Die neusten Leser-Kommentare

  • genttech? Nein danke! am 24.05.2012 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Klage?

    Wer wird nun Monsato anklagen für die Inverkehrbringung gentechnisch veränderter Organismen, welche in der CH verboten ist?

  • claude s. am 24.05.2012 10:27 Report Diesen Beitrag melden

    gentech - nein danke!

    Jeder der sich ein klein wenig über Gentech und die Folgen davon informieren will, sollte sich den Film "food inc." (zu gemüte führen. Bekanntlich fängst ja bei den Amis an und der Eurodepp folgt den Spuren der Zerstörung.

  • Calahari am 24.05.2012 10:09 Report Diesen Beitrag melden

    Evolution austricksen?

    Der Schöpfung ins "Handwerk" zu pfuschen, wird sich eines Tages rächen. Absolut gefährlich und ich kann nicht verstehen, dass wir über so etwas Wichtiges* nicht abstimmen konnten (* Feldversuch/Freisetzung v. genverändertem Material (Mais, Weizen od. ähnl.) in der CH durch die ETH).

  • Lukas am 24.05.2012 09:56 Report Diesen Beitrag melden

    Angst

    Der erste Satz dieses Artikels scheint mir sehr unfundiert. Genmanipulation wird schon seit Jahrtausenden praktiziert. Züchtung ist auch eine Form von Genmanipulation. Ein Beispiel: Die europäische Walderdbeere die einen doppelten Chromosomensatz (2n) hat, wurde mit amerikanischen Erdbeeren gekreuzt, und hat nun einen achtfachen Chromosomensatz (8n). Auch das Gift der Herbstzeitlose wurde benutzt um den Chromosomensatz von Pflanzen zu verdoppeln und so die Früchte zu vergrössern. Es ist klar das das nicht das selbe ist wie artfremde einzelne Gensequenzen in Pflanzen einzubauen, aber die Angst

  • Peter am 24.05.2012 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Selber schlau machen...

    In Zusammenhang mit Monsanto gab es vor einiger Zeit eine sehr interessante und informative Dokumentation von Arte mit dem Titel: "Monsanto - Mit Gift und Genen". Darin wird die "Ungefährlichkeit" der Gentechnik dokumentiert. Kann man hier schauen:

    • Calahari am 24.05.2012 10:30 Report Diesen Beitrag melden

      Mehr als sehenswert

      Hallo Peter Danke für den Hinweis. Habe den Film auf youtube gefunden.

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