Lohndumping-Skandal

03. Juli 2014 18:16; Akt: 03.07.2014 19:47 Print

Geprellte Arbeiter reichen Anzeige ein

Der Lohndumping-Skandal auf der Roche-Baustelle weitet sich aus. Derweil wird die Auftraggeberin des Subunternehmens vom Pharamaunternehmen in die Pflicht genommen.

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Geprellte Fassadenarbeiter haben ihren Lohn nach wie vor nicht ausbezahlt bekommen und reichten aufgrund von Nötigung und Betrug Strafanzeige ein. (Bild: Keystone/Georgios Kefalas)

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Noch immer gibt es keine Lösung, wie die Fassadenarbeiter des Roche-Turms zu ihrem Lohn kommen, der ihnen zusteht. Subunternehmer haben den ausländischen Arbeitern systematisch Lohn vorenthalten – die Unia bezifferte den Schaden auf eine Million Franken.

Wie die Gewerkschaft Unia am Donnerstag mitteilte, braucht es eine schriftliche Vereinbarung, nach welchen Kriterien die Nachzahlung für der korrekten Löhne sichergestellt wird. «Leider hat die Roche die Gespräche mit uns in dieser Sache abgebrochen», so Hansueli Scheidegger, Co-Leiter der Unia. Er sei sehr enttäuscht über das Verhalten von Roche.
Auf Anfrage dementiert das Unternehmen: «Wir sind nach wie vor Gesprächsbereit», sagt Sprecher Nicolas Dunant. Laut der Gewerkschaft haben die um ihren Lohn geprellten Mitarbeiter gestern Anzeige wegen Nötigung und Betrug erstattet.

Roche verspricht rasche Lösung

Nach der Eskalation am Donnerstagmorgen hat die Roche reagiert. Es sei eine übertriebene Darstellung der Umstände, sagt
Dunant. «Die Unia hat die Gastfreundschaft durch die getätigten Kontrollen missbraucht», merkt er weiter an.

Das Unternehmen hat mit der Gartner GmbH, welche die polnische Poko-AL als Subunternehmerin beauftragte, eine Vereinbahrung getroffen. Demnach werde nun sichergestellt, dass den geprellten Monteuren die Differenz zu den korrekten Löhnen ausbezahlt werde. Zudem biete ihnen die Gartner GmbH vor Ort eine Anstellung an und gewährleiste die Bezahlung gemäss den geltenden Lohnbestimmungen.

(vh)