Pratteln BL

24. Mai 2018 18:40; Akt: 24.05.2018 19:08 Print

Kind nach Kontakt mit Giftraupe im Spital

Raupen der Gespinstmotten und Eichenprozessionsspinner verwandeln momentan Büsche und Bäume in Kulissen wie aus einem Horrorfilm. Und sie können auch gefährlich sein.

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Am Donnerstag meldete eine Userin auf Facebook, dass mehrere Kinder einer Kindergartengruppe beim Spaziergang im Prattler Wald am Vita Parcours mit giftigen Eichenprozessionsspinnern in Kontakt gekommen sind. «Mein Göttibub liegt mit massivem Hautausschlag im Kinderspital», schreibt sie.

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«Eichenprozessionsspinner können mit ihren Brennhaaren lokale Reaktionen wie Juckreiz, Verbrennungen oder Nesselfieber auslösen, ähnlich einem Wespenstich», erklärt Ueli Meier, Leiter des Amts für Wald beider Basel. «Im Normalfall sollten die Symptome nach kurzer Zeit abklingen; bei grösseren betroffenen Hautflächen oder einer übermässigen Reaktion sollte jedoch ein Arzt aufgesucht werden», sagt er.

Harmlos, aber weitaus häufiger anzutreffen sind die Raupen der Gespinstmotten. Generell sollte man sich laut Meier auch von diesen fernhalten, weil Kindern der Unterschied zwischen den harmlosen und den giftigen Raupen nicht zu vermitteln sei.

«Betroffene Stellen mit kaltem Wasser abwaschen»

Da sich die haarigen Prozessionsspinner ihre kompakten Nester zumeist auf grossen Eichen bauen, seien sie eher selten auszumachen. Befänden sie sich aber in Menschennähe wie zum Beispiel in einem Park oder bei einem Schwimmbad, müssen sie laut Meier fachgerecht von der Feuerwehr entfernt werden.

«Kommt es zu einer Berührung mit den Brennhaaren, sollten die betroffenen Stellen mit kaltem Wasser gründlich abgewaschen sowie die Kleidung gewechselt werden», erklärt der Kantonsforstingenieur. Gefahr lauere auch in der Luft, etwa wenn die Härchen eingeatmet werden und mit Schleimhäuten in Kontakt kommen.

«In diesem Jahr haben wir 14 Anfragen wegen Expositionen mit Eichenprozessionsspinnern erhalten, was nicht auffällig viel ist», weiss Katharina Schenk-Jäger vom Institut Tox-Info-Suisse. Zudem würden die Meldungen regional sehr stark variieren. In den beiden Basel gab es laut Meier bislang keine Meldungen über Zwischenfälle mit den giftigen Raupen. Allerdings sind diese auch nicht meldepflichtig.

«Eklig, aber harmlos»

Für die optische Umgestaltung der Landschaft sind vor allem die Raupen der Gespinstmotten verantwortlich. «Momentan ist fast jedes Pfaffenhütchen betroffen», bestätigt Biologe Stefan Birrer. Darum würden die Sträucher dieses Jahr auch statt grün grau daherkommen. «Es sieht in der Tat ein bisschen eklig aus, weil sie sich auch abseilen, aber gefährlich sind sie nicht», sagt Birrer.

Warum die Raupen dieses Jahr vermehrt auftreten, kann der Biologe nur vermuten: «Vielleicht wegen des guten Wetters oder aber auch, weil sie momentan weniger Feinde haben.» Gefährlich würden sie dem Menschen aber nicht.

(sis)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • SG am 24.05.2018 18:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    .......

    Weniger Feinde,Frage,wann haben wir zuletzt einen Kuckuck gehört?Ich schon sehr lange nicht mehr.

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  • Nero am 24.05.2018 20:04 Report Diesen Beitrag melden

    Echt jetzt?

    Ich sehe schon die nächste Schlagzeile: Kind berührt Brennessel und hat Aua!

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  • Brigit G. am 24.05.2018 19:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Drama und so

    Macht nicht aus Allem ein Drama!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dave74 am 25.05.2018 10:01 Report Diesen Beitrag melden

    Ihhh Natur

    Müsste man da jetzt nicht auch Zombiealarm auslösen? Zumal sich das ja jährlich wiederholt.

  • Krokodil am 25.05.2018 09:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Halb so wild

    Ein gebranntes Kind fürchtet das Feuer. Die betroffenen werden es künftig wissen. Die Natur lehrt einem immer wieder.

  • Klaus am 25.05.2018 08:40 Report Diesen Beitrag melden

    Tannennadeln auf Sitzplatz

    Wieder einmal übertrieben. Meine Tanne wirft im Frühjahr einige Nadeln ab bevor er ausschlägt. Nachbarin hat Angst um die Kinder weil die Nadeln auf den Gartensitzplatz gerieselt sind. Sind diese denn fleischfressend?

  • Hundii am 25.05.2018 08:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorsicht bei Hunden

    Bei Hunden kann der Kontakt zur Raupe dazu führen, dass der betroffene Schleimhautbereich abstirbt, also zb. ein Teil der Zunge abfault! Passt auf eure Hunde auf!

  • Ulla am 25.05.2018 08:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kinder

    Wenn es um Kinder geht, dann flippen alle gleich wieder aus. Man kann es ihnen erklären warum sie dies oder das nicht machen dürfen. Aber sie müssen ihre eigene Erfahrungen machen. Auch wenn mal was schief geht. Ich bin auchmal auf diese Raupe reingefallen, sie hat mir sehr gefallen und ich habe sie auf die Hand genommen. Die Erfahrung war mir eine Lehre und nun berühre ich sie nur noch mit den Augen.