Terror-Pläne

13. Mai 2019 14:07; Akt: 16.06.2019 11:26 Print

Justiz ermittelt gegen Schweizer Rechtsextreme

Gegen eine rechtsextreme Terrorzelle, die von Baslern angeführt wird, hat die Basler Staatsanwaltschaft nun Ermittlungen eingeleitet.

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Die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt bestätigte auf Anfrage der «Basler Zeitung», dass ein Verfahren wegen Rassendiskriminierung eröffnet wurde.
Mehrere bewaffnete Schweizer Rechtsextreme haben offenbar Gewaltakte gegen Ausländer in der Schweiz geplant. Der «SonntagsBlick», der sich laut eigenen Angaben verdeckt in die Gruppe einschleuste, berichtet, dass sich der Zirkel wenige Tage nach dem Anschlag im neuseeländischen Christchurch bildete.

Ob der Basler Gruppengründer oder ein anderes Mitgliedes im Fokus der Ermittler steht, gibt die Staatsanwaltschaft nicht bekannt. Offenbar interessiert sich auch der Schweizer Staatsschutz für die Gruppe.

Kern der Gruppe seien drei Männer und eine Frau im Alter zwischen Mitte 30 und 46 aus den Kantonen Bern und Basel-Stadt. Sie hätten sich über einen verschlüsselten Chat auf Facebook organisiert.

«Mir sübrre stadt»

Die Mitglieder äusserten Mordfantasien gegen Juden, Schwarze und Muslime. «Sobald mir formiert sind, wärde mr Schweiz weit terror verbreite. NSU style», zitiert die Zeitung aus Chat-Auszügen. Die rechtsextreme Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) um Beate Zschäpe ermordete in Deutschland zwischen 2000 und 2007 neun Migranten und eine Polizistin. «Mir sübrre stadt» und «ethnischi süüberig» verlauteten die Extremisten in den Chats weiter. «Mir rotten alles us. In 10 Johr luege.mr zrugg und sage guet gmacht.»

Anfang April verabredete sich die Gruppe zu Kampftrainings. Am 13. April trafen sich mindestens fünf Mitglieder der Gruppe in Basel, um ihre Gewaltpläne vom Internet in die Realität zu tragen.
Was genau am Treffen und in den Tagen danach geschehen ist und wie sehr sich die Behörden für die Gruppe interessieren, ist unklar.

Behörden halten sich bedeckt

Die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt will in der Sache nicht weiter informieren. Auch ob es allenfalls bereits zu Verhaftungen oder Überwachungen gekommen ist, sagen die Behörden nicht. Nach dem Treffen am 13. April versiegten die Chateintrage auf Facebook und verlagerten sich ­zunehmend auf den verschlüsselten Messenger-Dienst Telegram.

(kom/sda)