Gratis ÖV für unter 20-Jährige?

24. September 2019 15:40; Akt: 25.09.2019 14:03 Print

«Es wird ein falscher Anreiz gesetzt»

Kinder und Jugendliche mit Wohnsitz im Stadtkanton sollen den öffentlichen Verkehr in Basel-Stadt künftig gratis benützen können.

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Die am Dienstag vorgestellte Kantonsinitiative fordert, dass im Kanton Basel-Stadt junge Menschen im Alter zwischen sechs und zwanzig Jahren kostenlos ein Jahres-U-Abo beziehen können.

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Sollen junge Menschen gratis ÖV fahren?

Der Kanton würde die ÖV-Unternehmen für die Gratisabos entschädigen. Die Kosten beziffern die Initianten mit rund 16 Millionen Franken pro Jahr.

Bis ins grenznahe Ausland

Das Abo des Tarifverbunds Nordwestschweiz berechtigt Besitzer zur Benutzung des ÖV in der Region Basel, wozu auch SBB Linien im Einzugsgebiet gehören.

Im Gegensatz zum Generalabonnement (GA) der SBB kommt man mit dem U-Abo auch nach Saint-Louis (F) und Weil am Rhein (D). Das Jahres-U-Abo für Junioren (bis 25) kostet derzeit 530 Franken.

Lassen sie das Auto beiseite, wenn sie erwachsen sind?

Lanciert wurde das Volksbegehren von einem überparteilichen Komitee aus Vertretern von GLP, SP, Basta, BDP und Juso. «Gratis-ÖV für Kinder und Jugendliche bedeutet insbesondere für einkommensschwächere Familien eine grosse Entlastung», erklärt Basta-Grossrätin Tonja Zürcher.

Im Gratis-ÖV sehen die Initianten auch eine Massnahme zum Klimaschutz. «Gegebenenfalls kann erreicht werden, dass Jugendliche, wenn sie erwachsen werden, weniger auf den Individualverkehr umsteigen», sagt SP-Grossrätin Sarah Wyss Dadurch würde sich die Verkehrssituation in Basel längerfristig verbessern.

Geld- und Kapazitätssorgen

Der Basler FDP-Präsident Luca Urgese spricht sich entschieden gegen die Initiative aus. «Die Kosten für den öffentlichen Verkehr sind bereits hoch», sagt er, Das Gratis-Angebot würde ein Loch in die Kasse reissen. Er lädt die Initianten aber dazu ein, zu erklären, wie das Unterfangen zu finanzieren sei. «Ausserdem ist der ÖV zu Stosszeiten bereits überlastet. Es wird ein falscher Anreiz gesetzt», so Urgese.

Eduard Rutschmann, Präsident der Basler SVP, ist gegen Vergünstigungen oder gar Gratis-ÖV für alle. Vielmehr sollten solche Angebote vom Einkommen abhängig gemacht werden, ungeachtet des Alters, sagt er. «Stellen Sie sich eine Person im Rentenalter mit 40'000 Franken jährlich vor. Diese Menschen können sich keine Tramfahrt leisten und könnten auch unterstützt werden», hält er fest.

Bald in der ganzen Schweiz?

Der Basler Initiative ähnliche Vorstösse wurden bereits im Kanton Luzern sowie auf Bundesebene lanciert. Für ihr Volksbegehren müssen die Initianten 3000 Unterschriften sammeln. Dafür haben sie 18 Monate Zeit.

(las)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ueli am 24.09.2019 16:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bibäbbele

    Und wer bezahlts schlussendlich? Warum gibts solche Abos nicht für die Rentner,welche eh schon jeden 5er zehnmal umdrehen müssen und zuhause vereinsamen? Sollen doch die Jungen zweimal weniger in den Ausgang oder mal aufs "Neuste und Beste"verzichten! Ich hab den Eindruck,den Jungen muss alles auf Kosten der Allgemeinheit hingesch... werden.

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  • Arbeiter am 24.09.2019 15:51 Report Diesen Beitrag melden

    Geier

    Fordern, fordern, fordern und wer bezahlt mal.

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  • G. No am 24.09.2019 15:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Diskriminierend

    Wieso nicht alle...?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • öv am 29.09.2019 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    alle die nutzen zahlen auch

    Es sollten alle zahle. Die alten genau so wie die junge. Warum sollte nur der büezer zahlen?

  • RaB am 27.09.2019 19:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    free

    Na dann zahl ich auch nichts mehr! einfach so = NICHT einfach so Kompromiss!

  • Flog am 27.09.2019 16:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn schon

    Die idee an sich ist schon völlig hirnverbrannt. Aber wenn schon dann bitte für alle, die dort in die schule gehen, arbeiten, studieren etc.

  • Da Long am 27.09.2019 08:18 Report Diesen Beitrag melden

    Luxus öv

    Wenn schon dann gratis öv für alle. Öv kommt von öffentlich und Verkehr oder kam von dort. Heute sind die öv besonders die SBB ein echtes Luxus Artikel. Gwäewaltig teurer als fliegen, aber das stört wohl nur mich. Dafür haben wir immer die neusten und anfälligsten Wagen mit Pannen rund um die Uhr.

  • Dragan Shiva am 26.09.2019 19:40 Report Diesen Beitrag melden

    Vergünstigung nur für kleine Einkommen.

    Wenn überhaupt wer eine Verbilligung verdient hätte, wären alle Geringverdiener, Sozialhilfebezüger und EL-Bezüger. Bei denen (vor allem Paare und Familien) fressen die Abos (wenn es zwei oder mehr sind) schnell mal ein Loch von mehr als 10% des verfügbaren Einkommens. Bei einem Sozialhilfebezügerpaar kann das sogar 20% (zwei Abos) ausmachen. Oder wollen wir die Unterklasse zu Hause isolieren? Das Geld was Sozialhilfebezüger für den ÖV kriegen, reicht schon lange nicht mehr für ein Abo. Das reicht gerade mal für höchstens 6 Retourfahren im Monat. Ist die Strecke länger, wird's noch schlimmer.