Leichtathletik

21. Oktober 2015 05:57; Akt: 21.10.2015 07:56 Print

Gregori Ott träumt von Olympia 2016 in Rio

Der Kugelstösser Gregori Ott hat sich nach einer «Seuchensaison» ambitiöse Ziele gesetzt. Er will sich für die olympischen Spiele im kommenden Sommer qualifizieren.

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Er ist mehrfacher Schweizer Rekordhalter und Meister im Kugelstossen. Seine persönliche Bestleistung liegt bei 18,64 Metern. Gregori Ott ist eines der grössten Leichtathletik-Talente des Landes und möchte in die Fussstapfen von Olympia-Bronze-Gewinner und Kugelstosslegende Werner Günthör treten. Der junge Liestaler musste aber vergangene Saison gesundheitlich arg unten durch. Kurz vor der Europameisterschaft im März 2015 setzte ihn eine Grippe ausser Gefecht. Eine Erkrankung am vegetativen Nervensystem beendete seine Saison vorzeitig. «Ich stand mit 40 Grad Fieber am Flughafen und musste mir eingestehen, dass es nicht mehr geht», so Ott. «Ich habe daraus gelernt und höre nun früher auf meinen Körper.»

Seit einem Monat befindet sich der Profisportler wieder im Training und setzt die Messlatte für die kommende Saison extrem hoch. «Ich will an die Olympischen Spiele in Rio», sagt er voller Zuversicht. Ein realistisches Ziel oder doch nur Träumerei? «Als ich im Sommer krank im Bett lag, war es ein noch weit entfernter Traum. Jetzt ist die Weite von 20,50 Metern für mich allgegenwärtig», sagt Ott. Soweit muss der 21-Jährige seine Kugel stossen, um nach Brasilien zu fahren. «Ich mache schnelle Fortschritte und spüre förmlich, wie es vorwärts geht. Ich und meine Trainer sind zuversichtlich, dass mein Potenzial bei 21 Metern liegt», sagt der Basler Old Boy.

Kugeln stossen im Militär

Einen Vorteil hatte die lange Zwangspause für den Baselbieter. Er konnte einen Monat früher mit der Saisonvorbereitung anfangen. Diese wird nun nächste Woche aber abrupt unterbrochen: Die Rekrutenschule ruft. «Nach fünf Wochen Grundausbildung werde ich die Sport-RS absolvieren. Bis Mitte März werde ich in Magglingen hart an meinen Ziel arbeiten», sagt Rekrut Ott. Anschliessend werde er im Ausland einzelne Trainingslager absolvieren und versuchen, an der Europameisterschaft in Amsterdam im Juli 2016 teilzunehmen.

Im Falle einer Olympia-Qualifikation wäre die Europameisterschaft nicht nur auf sportlicher Ebene, sondern auch auf mentaler Ebene eine wichtige Erfahrung für den U23-Athleten. Er nahm nämlich noch nie an einem Grossevent teil. «Eine Premiere an den Olympischen Spielen wäre emotional ziemlich heftig», meint er. «Und vor tausenden Zuschauern bei der Quali mit 15 Metern rausfliegen will ich dann auch nicht.»

Job für Olympia gekündigt

Auch mit im olympischen Boot Richtung Rio ist Marquis Richards vom TV Arlesheim. Der Stabhochspringer hat eine ähnliche Leidenszeit hinter sich wie Ott. Auch der mehrfache Schweizer Meister wurde von einer Krankheit monatelang zurückgeworfen. Im Gegensatz zu seinem Kollegen ist er aber erst ab Dezember diesen Jahres Vollprofi. «Ich habe bis vor kurzem noch zu 50 Prozent gearbeitet. Die Belastung wurde zu gross. Das war auch der Grund für meine Krankheit. Jetzt setze ich alles auf eine Karte», sagt Richards. «Entweder sitze ich im Flieger nach Rio oder ich sitze zuhause und kann mir sagen, dass ich alles dafür gegeben habe.»

Nach einer Traumsaison 2014 mit dem Höhepunkt an der Weltklasse Zürich im Letzigrund tauchte der Baselbieter leistungsmässig ab. Dank der finanziellen Unterstützung durch den Verband kann sich das Nachwuchstalent nun voll und ganz auf den Leistungsport konzentrieren. Dank der Anerkennung des Leichtathletik-Leistungszentrums Nordwestschweiz von Swiss Athletics und der Unterstützung des Merian-Iselin-Spitals in Basel wurden den Leichtathletik-Toptalenten in der Schützenmatte neue Türen geöffnet.

(cs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Camenzind am 21.10.2015 20:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Soso

    Jaja, zwei Meter Leistungssteigerung in einem Jahr sind möglich... Von 18.50m auf 20.50m liegen drin. Da alle anderen ebenfalls dopen, spielt es eigentlich keine Rolle!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Camenzind am 21.10.2015 20:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Soso

    Jaja, zwei Meter Leistungssteigerung in einem Jahr sind möglich... Von 18.50m auf 20.50m liegen drin. Da alle anderen ebenfalls dopen, spielt es eigentlich keine Rolle!