Basel

20. Februar 2014 23:39; Akt: 21.02.2014 13:36 Print

Grenzregion will «Eiszeit» mit der EU verhindern

von Lukas Hausendorf - Nach dem Ja zur SVP-Initiative gibts gerade in der Grenzregion Basel viele Baustellen. Darum kümmern sich jetzt Deutsche, Franzosen und Schweizer gemeinsam.

storybild

Grenzregion auf dem Prüfstand: Die trinationale Zusammenarbeit steht nach der Annahme der Masseneinwanderungsintiative vor grossen Herausforderungen. (Bild: Google Earth)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Für die Region Basel könnte die Annahme der Masseneinwanderungsintiative gravierende Folgen haben. Forschungsabkommen mit der EU sistiert, Erasmus-Austauschprogramm für Studenten in der Schwebe und nicht zuletzt stehen die über 60 000 Grenzgänger, die im Raum Basel arbeiten, vor einer unsicheren Zukunft.

Die Fronten zwischen der Schweiz und der EU sind verhärtet und die Zukunft des bilateralen Wegs ist ungewiss. «Umso mehr muss man jetzt auf regionaler Ebene zusammenspannen und die richtigen Impulse geben», sagt Regierungspräsident Guy Morin. Ein solcher Impulsgeber sind grenzüberschreitende Gremien, wie der Districtrat (TEB), der, vor der Abstimmung als Debattierclub belächelt, nun zu ungeahnter Bedeutung kommt. Im Rat sitzen 49 Regionalpolitiker aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz.

Im Kleinen die Fronten aufweichen

«Ohne den trinationalen Eurodistrict drohte jetzt eine Eiszeit», sagt TEB-Vizepräsident Heinrich Ueberwasser (SVP-Grossrat). Er sei überzeugt, dass die Arbeit des Districtrats auf die nationale Politik ausstrahle. Das glaubt auch der Baselbieter Landrat Balz Stückelberger (FDP), der sich auch im TEB engagiert. «Die trinationale Region ist nun gefordert. Wenn wir eine Resolution verabschieden, darf man deren Wirkung nicht unterschätzen», sagt er.

Damit liesse sich gerade in der Grenzgängerfrage, wo die Bedetung des freien Personenverkehrs für die regionale Wirtschaft von grösster Priorität ist, ein wichtiges Zeichen nach Bern senden. Nach der Abstimmung vom 9. Februar war auch für Ueberwasser klar: «Jetzt müssen wir was machen.»

Bewährtes Intrument der Zusammenarbeit

In der Vergangenheit trug der TEB schon bei mehreren grenzüberschreitenden Projekten zum Gelingen bei. So wäre etwa die Realisierung der Busverbindung nach Grenzach (D) ohne den Districtrat kaum denkbar gewesen, meint Ueberwasser. Jetzt sind die Herausforderungen aber etwas grösser. Morin ist dennoch optimistisch. «Wir haben drei Jahre Zeit und sind gut aufgestellt.»

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • leser am 21.02.2014 07:03 Report Diesen Beitrag melden

    Für die Wirtschaft...

    Genau, die Personenfreizügigkeit hat Priorität für die Wirtschaft. Unternehmen wählen ihre Arbeitskräfte lieber aus 20 Bewerbern aus dem In- und Ausland, statt aus 5 Bewerbern aus der Schweiz. Das nenne ich mal Rosinenpickerei.

Die neusten Leser-Kommentare

  • leser am 21.02.2014 07:03 Report Diesen Beitrag melden

    Für die Wirtschaft...

    Genau, die Personenfreizügigkeit hat Priorität für die Wirtschaft. Unternehmen wählen ihre Arbeitskräfte lieber aus 20 Bewerbern aus dem In- und Ausland, statt aus 5 Bewerbern aus der Schweiz. Das nenne ich mal Rosinenpickerei.