Pratteln BL

12. Juni 2018 15:28; Akt: 12.06.2018 17:41 Print

Grösste Stromtankstelle Europas kommt an die A2

Direkt an der Autobahn soll in Pratteln die grösste Elektro-Tankstelle von Europa mit 280 Ladestationen entstehen. Noch braucht das Projekt Investoren. Eröffnung soll 2023 sein.

So soll die Tankstelle der Zukunft in Pratteln BL aussehen (Video: 20 Minuten/Wibbitz).
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280 Ladesäulen für Elektrofahrzeuge will die Genossenschaft Elektra Baselland (EBL) unmittelbar neben der Autobahn A2 in Pratteln BL erstellen. Die Ladestationen sind Kernstück eines geplanten Innovationszentrums für Elektromobilität, dem Swiss E-Mobility Hub.

Untergebracht werden soll die riesige elektrische Tankstelle in einem 30 Meter hohen Neubau auf dem Gebiet Salina Raurica, wie die EBL-Verantwortlichen am Dienstag in Pratteln bekannt gaben. Sie sprechen von der zukünftig «grössten Elektroladestation in Europa». Nebst 220 herkömmlichen Ladestationen soll diese 60 Schnellladeplätze enthalten.

Davon sollen in einem ersten Schritt 12 bis 16 verwirklicht werden. «Wir müssen eine Antwort auf die grossen CO2-Emissionen finden», sagte Urs Steiner, CEO der EBL, «und wir sind überzeugt, dass die Elektromobilität eine der Lösungen ist.» Dafür brauche es aber die nötige Infrastruktur.

Strom für lange Autofahrten liefern

Den für den Swiss E-Mobility Hub vorgesehenen Standort in Pratteln erachtet die EBL als «ideal». Die nahe gelegene Autobahn der Nord-Süd-Achse werde täglich von über 130'000 Fahrzeugen befahren. Die zukünftige Elektrotankstelle soll denn nicht zuletzt Feriengästen den Strom für die Weiterfahrt liefern.

Die Fachhochschule Nordwestschweiz begleitet das Projekt wissenschaftlich. Neben den Ladestationen sollen im Neubau auf neun Geschossen auch Verkaufslokale von Fahrzeugherstellern, ein Atelier für Forschungsprojekte sowie Büroräumlichkeiten entstehen.

Es warten noch einige Hürden

Die EBL schätzt, dass der Komplex 50 bis 70 Millionen Franken kosten wird. Das Unternehmen wird den Bau und die Finanzierung des Hubs aber nicht selbst stemmen. Sie ist auf der Suche nach Investoren. Das Energieunternehmen versteht sich selbst als innovative Kraft hinter dem Hub und als Lieferant des benötigten Stroms.


Was beinhaltet die Stromtankstelle? Sehen Sie es im Video. (Video: daf)

Das benötigte Land muss die EBL ebenfalls erst noch vom Kanton Basel-Landschaft erwerben. Regierungsrätin Sabine Pegoraro ist vom Projekt überzeugt, wie sie an der Medienkonferenz sagte: «Das Land ist für die EBL reserviert.» Zu welchem Preis diese das Grundstück erhält, sei noch Gegenstand von Verhandlungen, so Pegoraro. Selbst will der Kanton nicht in den Hub investieren. Dies überlasse man Privaten, erklärte Pegoraro.

Läuft alles nach Plan, wird voraussichtlich ab Mitte 2021 gebaut. Im Jahr 2023 soll der Hub dann eröffnen. Die ersten vier der insgesamt neun Stockwerke sollen mit dem Auto zugänglich sein.

Strom kommt aus erneuerbaren Quellen

Der Hub wird gemäss Schätzungen in zehn Jahren rund 20'000 Megawattstunden jährlich an Energie benötigen, das entspricht einem Bedarf von rund 5000 Haushalten. Diesen Bedarf will man vollständig mit erneuerbaren Energien aus der Region decken.

Ein Teil der Energie soll mittels Photovoltaik generiert werden. Auf dem Dach und an den Fassaden des neuen Gebäudes sollen Photovoltaik-Anlagen entstehen, ebenso weitere auf dem bestehenden Nachbargebäude von Coop. Zur Diskussion steht auch ein Solarfaltdach über den Becken der Kläranlage Pratteln.

Ein Teil des Stroms werde zudem mittels Stromturbine aus dem Holzheizkraftwerk kommen, das die EBL betreibt, sowie aus dem Rhein-Wasserkraftwerk in Augst. Spitzenzeiten will die EBL mit einem geplanten, grossen Batteriespeicher im Untergeschoss des Gebäudes bewältigen. Verwendet werden sollen dafür alte Batterien aus Elektrofahrzeugen.

(sda/daf)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • m.m am 12.06.2018 15:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht gleich übertreiben

    man sollte besser flächendeckend kleine solche tankstellen bauen.

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  • Peter am 12.06.2018 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Idee

    Finde ich gut. Wenn Big Oil den Anschluss verschläft liefern halt die EW's direkt. So bleibt auch mehr Geld in der Schweiz. Weiter so!

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  • Swissblunt am 12.06.2018 16:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pseudo-Ökos

    strom produzieren macht ja kein co2..lol...dazu kommt, das ich mit meinem alten polo in 10 jahren weniger co2 produziere wie allein die herstellung der batterie für ein e-auto kostet. Wie lange hält die??? Hört ma auf mit diesem Pseudoökozeugs!!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Senseman am 18.06.2018 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    2 late

    Cool, geht ja nur 5 Jahre, bis dann sind sicher alle schon wieter :)

  • Miura P400 am 15.06.2018 21:04 Report Diesen Beitrag melden

    reine Illusion

    das hat keine Zukunft

    • Joel Fischer am 15.06.2018 23:32 Report Diesen Beitrag melden

      Angst vor Neuem

      Pessimismus ist eine Geisteshaltung, die nur Nachteile hat. Können sie das besser Argumentieren und Erörtern?

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  • Der Energiebewusste am 13.06.2018 20:02 Report Diesen Beitrag melden

    Woher der Strom

    Mit meiner relativ kleinen Solaranlage produziere ich jährlich Strom für 36'000 km. Ein Tesla kommt z.B. mit 200 Watt pro km aus. Das wären dann 3-4 Franken pro 100km oder 2 Liter Benzin/Diesel.

  • Durchblickender am 13.06.2018 08:57 Report Diesen Beitrag melden

    Da muss aber noch ein Hotel mit

    mindestens 220 Betten und ein Restaurant neben diesen Elektro-Hub gebaut werden. Denn das Aufladen von E-Auto-Batterien dauert eine halbe Ewigkeit. Sicherlich alles in allem ein gutes Geschäft! Für mich und dich...

  • Benjamin am 13.06.2018 05:54 Report Diesen Beitrag melden

    Genug Strom

    Als Hausbesitzer kann man jetzt mit einem Erdgasbetriebenes Blockheizkraftwerk mit Brennstoffzelle (BlueGen von SolidPower), das ganze Jahr über Strom bis zu 13'000 kWh und Wärme zum Heizen herstellen. Wirkungsgrade von bis zu 90% sind drin. Coole sache. Eine Überlegung wert, als Elektroautomobilist. Den für das Eispeisen kriegt man sowieso nichts mehr. Also lieber selber brauchen.