Urban Gardening

13. März 2015 16:11; Akt: 15.03.2015 10:28 Print

Grüne wollen Basel in ein Gartenbeet verwandeln

Drei Vorstösse haben die Grünen an der Grossratssitzung eingereicht. Alle mit demselben Ziel: Basel soll seine Grünflächen zum Gärtnern freigeben.

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Geht es nach dem Grünen Bündnis, kann in Basel schon bald jeder auf öffentlichem Grund gärtnern. (Bild: Keystone/AP/Nikolas Giakoumidis)

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Das Junge Grüne Bündnis Nordwest (jgb) hat verloren. Und trotzdem steht es nun als Sieger da. Beim Energiesparprix von Radio X gingen sie mit ihrem Projekt «em Bebbi sy Gmies» leer aus. Nun haben sie es damit auf die politische Bühne geschafft und stehen kurz vor der Realisierung ihres Anliegens. Zusammen mit den Grünen Basel-Stadt, Basta! und Urban Agriculture Basel möchten sie das Urban Gardening in Basel fördern und aus jedem Stadtmenschen einen Hobbygärtner machen.

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Finden Sie die Idee gut, dass man in der Stadt für alle Gemüse anpflanzen soll?
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«Es geht darum, das Bewusstsein zu stärken, woher unser Essen kommt», sagt Victor Bättig, Co-Präsident des Jungen Grünen Bündnis Nordwestschweiz. Anstatt mit Zierpflanzen sollen die Basler Grünflächen mit Nutzpflanzen bepflanzt werden. Jeder soll sich bei den Kräutern und dem Gemüse, das auf öffentlichen Plätzen wächst, bedienen können. Als Vorbild dient Bättig die deutsche Stadt Andernach, in der sämtliche Grünflächen mit Nutzpflanzen bepflanzt wurden und die schon mehrere Preise für Nachhaltigkeit gewinnen konnte.

Breite Zustimmung für Projekt

Wichtig war für die Verantwortlichen die Zusammenarbeit mit Urban Agriculture Basel, die schon viele Projekte wie zum Beispiel den Gemeinschaftsgarten auf dem Landhof organisiert haben. Bättig sieht hier die Schnittstelle zwischen fachlichem Know-how und politischen Durchsetzungsmögichkeiten. Mirjam Ballmer, Sibel Arslan und Nora Berschti vom Grünen Bündnis haben je einen Anzug zum Thema eingereicht. Sie wünschen sich eine Öffnung städtischer Grünflächen für öffentliche Gemeinschaftsgärten, möchten mehr Nutzpflanzen in städtischen Zierbeeten anpflanzen und wollen eine Kontaktstelle für den urbanen Lebensmittelanbau ins Leben rufen.

Der Regierungsrat sollte laut dem Anzug von Mirjam Ballmer prüfen, ob innerhalb der Stadtgärtnerei eine Anlaufstelle für «urbane Lebensmittelerzeugung und urbanes Gärtnern» zur Verfügung gestellt werden könnte, welche kompetente Beratung für biologisches und urbanes Gärtnern anbieten kann und die Vernetzung mit den entsprechende Akteuren gewährleisten kann. Erste Reaktionen der Stadtgärtnerei seien laut Bättig positiv gewesen. Der finanzielle Aufwand würde im Grossen und Ganzen gleich bleiben, betont er. Mit ein Grund, weshalb die Idee weit über die Parteigrenze hinweg Anklang findet. «Wir hoffen und denken, dass wir nicht zwei Jahre brauchen, um unser Projekt umzusetzen», gibt sich Bättig optimistisch.


(mak)