Basler Strafgericht

02. November 2014 16:09; Akt: 02.11.2014 16:09 Print

Gruppenvergewaltigung gefilmt und verschickt

Drei junge Männer sollen nach dem Ausgang eine stark alkoholisierte junge Frau vergewaltigt und die Tat gefilmt haben. Das Video landete laut Anklage auf Whatsapp.

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Die drei jungen Männer stehen am Montag vor dem Basler Strafgericht. (Bild: Juri Weiss)

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So richtig erinnern kann sich das Opfer laut Anklage nicht mehr an die Schreckensnacht, die eigentlich ganz ausgelassen angefangen hatte. Nadja E.* ging Ende Oktober vor einem Jahr, nachdem ihre Schicht in einem Basler Restaurant beendet war, noch in eine Bar. Nach einigen Bieren lief sie gegen 3 Uhr zu einem Bankomaten, um Geld für die Taxifahrt nach Hause abzuheben. Dort sahen drei junge Männer die schwankende Frau und sollen sie gefragt haben, ob sie mit ihnen mitkommen möchte. Da setzt die Erinnerung der Frau laut Anklageschrift aus.

Mauro D.*, Claudio A.* und Christian M.* sollen ihr späteres Opfer mit in die Wohnung von A. genommen haben und dort zuerst Bier mit ihr getrunken und Wasserpfeife geraucht haben. Als Nadja E., bedingt durch die Alkoholintoxikation, in einen schläfrigen Dämmerzustand gefallen sei, hätten die drei Männer im Alter zwischen damals 18 und 20 Jahren ungeschützten Geschlechtsverkehr mit ihr vollzogen.

Regieanweisungen gegeben

Claudio A. habe seine Kollegen gefilmt, wie sie sich an Nadja E. vergangen hätten und soll dabei Regieanweisungen gegeben haben. Claudio A. habe das Video danach per Whatsapp an mindestens sieben Kollegen versandt und soll darin das Opfer verhöhnt haben.

Nadja E. soll nichts mitbekommen haben. Als sie morgens um 7 erwacht sei, sei ihr beschieden worden, sie solle besser die Pille danach nehmen. Es sei zu einem kurzen Gerangel gekommen und Nadja E. sei es es gelungen, von Mauro D. ein Foto zu machen, ehe sie die Wohnung verlassen und die nächste Notfallapotheke aufgesucht habe.

Die Angeklagten werden am Montag vor dem Basler Strafgericht zur Verantwortung gezogen: Fast genau ein Jahr danach wird ihnen der Prozess gemacht. Sie müssen sich wegen mehrfacher gemeinsam begangener Schändung und eventuell mehrfach gemeinsam begangener Vergewaltigung sowie sexueller Nötigung verantworten. Die Strafanträge der Anklage werden in der Hauptverhandlung bekannt gegeben.

*Namen geändert

(lha)