Zuwanderung in Basel

25. Juni 2015 17:27; Akt: 25.06.2015 17:48 Print

Gundeli ist für Ausländer hipp

Das Gundeli ist bei den Zuwanderern extrem beliebt. Dank hoher Lebensqualität wurden auch das St. Johann und Matthäus zu wichtigen Zuzugsvierteln.

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Das Gundeldinger-Quartier ist bei den ausländischen Zuzüglern am beliebtesten. Auch das St. Johann und Matthäus nehmen eine immer wichtigere Rolle ein. (Bild: cs)

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Die aktuelle Wanderungsanalyse des Statistischen Amtes Basel-Stadt zeigt, dass seit 2004 insgesamt 10'968 Personen mehr in den Stadtkanton zu- als weggezogen sind. Grund für diesen Wanderungsgewinn ist auf Zuzügler aus dem Ausland zurückzuführen. Die Zuwanderer haben klare Präferenzen, was das Wohnen angeht. Das Gundeli steht ganz hoch im Kurs. Daneben sind das St. Johann- und das Matthäus-Quartier die wichtigsten Zuzugsviertel der Stadt geworden. Ein Drittel aller Zugewanderten verteilt sich auf diese drei Wohnquartiere.

«Das Gundeli ist klar erste Wahl», bestätigt Roland Frank, Stellvertretender Leiter der Kantons- und Stadtentwicklung. Grund dafür sei die Vielseitigkeit des Quartiers. «Die Leute können sich dadurch besser an die Veränderung gewöhnen», so Frank. Auch den Zuschuss an Zuwanderung im St. Johann-Quartier überrasche ihn nicht: «Das Quartier hat weiter an Lebensqualität gewonnen.» Besonders stolz ist er aber auf die langjährige Entwicklung des Matthäus-Quartiers. «Aus dem hässlichen Entlein wurde ein attraktiver Stadtteil», sagt er. Besonders bei der jüngeren Bevölkerung sei das multikulturelle Quartierleben beliebt. Der Grund für die Beliebtheit ist klar: «Die bevorzugten Wohngebiete sind gross und es hat viele verfügbare Wohnungen. Für Zuzügler ist demnach relativ einfach, in diesen Stadtteilen eine Bleibe zu finden.»

Viele Leute werden aus Quartieren vertrieben

Ganz so eindeutig sieht das der Mietverband Basel nicht. «Die Grösse des Quartiers spielt keine Rolle», sagt Geschäftsleiterin Patrizia Bernasconi und warnt vor den Nebeneffekten einer solchen Entwicklung. «Je beliebter ein Quartier ist, desto mehr Leute werden daraus vertrieben. Das ist der Mechanismus des Marktes.» Ob durch Massenkündigungen, unberechtigte Sanierungen oder einfache Mietzinserhöhungen. «Der Wechsel findet statt», so Bernasconi. Das sei so im St. Johann mit dem Novartis Campus geschehen und so könne man es momentan im Wettsteinquartier mit der Roche beobachten. Die Anwohner müssen den ausländischen Neuzuzüglern weichen.

Dazu kommt, dass der Wohnungsleerstand mit 0,2 Prozent tief liegt. «Damit der Kanton seiner hohen Lebensqualität als Wohn- und Lebensstandort bewahren kann, braucht es zusätzlichen Wohnraum», fordert Frank. Das grösste Potenzial liege bei den Arealentwicklungen. Langfristig seien auf der Erlenmatt und auf dem Schorenareal insgesamt 1200 Wohnungen vorhergesehen.

Schweizer ziehen aus Basel weg

Die Zuwanderungsrangliste führt weiterhin Deutschland an. Seit 2005 waren es gut 11'000 Personen. Der nördliche Nachbar wird gefolgt von Italien. Dahinter folgen die USA, Frankreich und Spanien. Rund zwei Drittel der aus dem Ausland Zugezogenen stammen aus dem EU-/Efta-Raum. Die Schweizerinnen und Schweizer scheint es hingegen mehr aus Basel weg- als hinzuziehen. Seit 2005 sind mehr Schweizer von Basel weggezogen als hingezogen. Wenn die Basler nicht ins Ausland ziehen, gehen sie vorwiegend nach Zürich.

(cs)