Attacke auf E-Scooter

12. Dezember 2019 04:52; Akt: 12.12.2019 07:57 Print

«Damit wurden unsere Kunden gefährdet»

In Basel wurden in der Nacht auf Mittwoch E-Scooter sabotiert, zum Teil wurden Bremskabel gekappt. Ein Anbieter zog seine Geräte prompt aus dem Verkehr.

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«Am Mittwochmorgen wollte ich für den Arbeitsweg einen E-Scooter nutzen. Aber alle, die ich nehmen wollte, waren kaputt», erzählt eine Leser-Reporterin. Im Unteren Kleinbasel hatten in der Nacht Unbekannte mehrere der Trottinette mit Elektroantrieb sabotiert. Die Täter haben im Quartier offenbar flächendeckend agiert.

Bilder der Leserin zeigen: Die Konsolen auf dem Lenker der Trottis wurden mit deckender Farbe übermalt. Der QR-Code war dadurch verdeckt, so dass ihr ein Scannen per Handy unmöglich war. Mehr noch: Auch die Bremskabel waren durchgetrennt – mit einem sauberen Schnitt. Die unbekannte Täterschaft ist also auch mit geeignetem Werkzeug auf die Leihtrottis losgegangen.

«Ich benutze sie fast täglich. Dass sie böswillig beschädigt werden, habe ich heute das erste Mal gesehen», sagt die 20 Minuten-Leserin.

User gefährdet

Zu Vandalismus an ihren Leih-Scootern äussern sich die Anbieter nur sehr zurückhaltend. «Dass die QR-Codes unserer Trottinette unbrauchbar gemacht werden, passiert ab und zu», sagt Daniel Scherrer, Pressesprecher des betroffenen Anbieters Circ. Bis zur Anfrage von 20 Minuten hatte das Unternehmen noch keine Kenntnis von der Attacke.

Viel schlimmer sei, dass im heute beobachteten Ereignis die Kunden gefährdet werden, indem Bremskabel durchschnitten wurden, so Scherrer weiter. «Das ist ein absolutes No-go.» Aufgrund der Anfrage von 20 Minuten leite Circ nun Nachforschungen ein. In einem ersten Schritt, kündete das Unternehmen an, alle Geräte im betroffenen Gebiet aus dem Verkehr zu ziehen. Gegebenenfalls würde man auch Strafanzeige einreichen.

Der ebenfalls betroffene Anbieter Bird hat im Laufe des Vormittags von den zerstörten Trottis im Matthäusquartier in Basel erfahren. «Grundsätzlich finden wir die mutwillige Zerstörung der Fahrzeuge unmöglich», so Geschäftsleiter Kemal Seven.

Trotti-Hasser verteilen Kleber

Die E-Scooter sind nicht bei allen beliebt. Kemal Seven erzählt, dass es sogar eine Community gibt, die gezielt Kleber an den Fahrzeugen anbringt. Auf denen heisst es: «good night scheiss trotti». Stecken womöglich militante Trotti-Gegner hinter der Attacke in Basel? «Diesbezüglich sammeln wir derzeit Beweise und werden demnächst Anzeige gegen Unbekannt erstatten», sagt Seven.

(obr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • wie immer am 12.12.2019 05:40 Report Diesen Beitrag melden

    Faulheit der Leute

    Leider wird das sehr gute Konzept dieser Leihvelos und Trottinetts an der Faulheit der User scheitern bzw. am nicht zu Ende denken der Anbieter. Es gibt keinen Grund, weshalb man die Dinger nicht an Sammelstellen wieder abstellen muss. Nein, sie stehen einfach irgendwo rum, wo man gerade Lust hatte abzusteigen. Wetten, wenn der Zähler zu Lasten der Kreditkarte so lange laufen würde, bis das Trotti wieder an einer Sammelstelle wäre, es würden weniger rumstehen. Oder stellt jemand das Mobility Auto nach Gebrauch einfach irgendwo in die Gegend?

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  • Trixx am 12.12.2019 06:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    E-Trottis

    Ich persönlich benutze die Dinger nicht aber die mutwillige Zerstörung von fremden Eigentum ist ein no-go! Egal ob man dafür oder dagegen ist.

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  • Typhoeus am 12.12.2019 05:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Vandalismus nimmt

    ständig zu. Der Staat ist gefordert.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rhone Strand am 13.12.2019 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    Höhenzulage

    Auf dem Brünig haben wir schon vor 3-4 Jahren eine Flasche Mineralwasser 7 Franken bezahlt natürlich mit Kohlensäure diese hat mir und meinen Kollegen den Durst wirklich genommen es war ja eine eine 1 Liter Flasche.

  • Basler1974 am 12.12.2019 13:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fluch und Segen

    Fluch und Segen zugleich. Wenn diese Dinger richtig und vorschriftsmässig eingesetzt würden, dann wären die Scooter gut. Aber in der Stadt lebt man als Fussgänger gefährlich. Nicht wegen den Autos, nein Fahrradfahrer und Scooterfahrer sind ein echtes Übel. Und wie Hunde ihre Häufchen, so lassen die Leute die Scooter einfach irgendwo stehen. Ohne Rücksicht auf andere. Faulheit und Egoismus pur. Wäre eigentlich eine gute Sache. Aber eben..

  • Jack Peret am 12.12.2019 12:11 Report Diesen Beitrag melden

    Besinnt euch

    Protest gegen etwas das überhand nimmt und von der Mehrheit nicht gerne gesehen wird. Und gegen das man sonst keine Chance hat

  • Faul Heit am 12.12.2019 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    Faul und Egoistisch

    Genau so ist es. Die Leute sind faul und werden immer dünner,arrogant und egoistisch. Mich nervt es auch wenn die Dinger überall rumstehen

  • Robert am 12.12.2019 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    Leute wehrt euch, Initiative starten!

    Da offensichtlich drei Viertel der Bevölkerung sich an diesen Dingern stört, sollte mal eine Initiative gestartet werden, ein paar tausend Unterschriften wären schnell zusammen. Dann Abstimmen und weg sind diese Dinger aus der Stadt. Wenn die Leute die sie benutzen und so sinnvoll finden nicht fähig sind, die Trottinette korrekt zu parkieren, war es das halt und weg damit. Und alle reden von Umwelt, aber man sieht teilweise Autos aus anderen Kantonen die diese Trottinette einsammeln zum Aufladen oder neu platzieren. Sehr umweltfreundlich, nicht?

    • Karl Ranseyer am 12.12.2019 11:26 Report Diesen Beitrag melden

      @Robert

      Und woran genau sind diese angeblichen drei Viertel der Bevölkerung "offensichtlich"? Ich würde eher sagen: diese Zahl haben Sie offensichtlich erfunden, um Stimmung zu machen.

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