«Jugend debattiert»

01. Februar 2017 05:45; Akt: 01.02.2017 05:45 Print

Gymnasiasten machen sich politisch fit

Am Dienstag fand die Regionalausscheidung von «Jugend debattiert» statt. In der Zeit von Fake-News und alternativen Fakten wird hier gesittetes Diskutieren geübt.

24 Gymnasiasten rangen am Dienstag um den Einzug ins Finale von «Jugend debattiert». (Video: las)
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Sie unterbrechen sich nicht und greifen einander auch nicht persönlich an. Die Rede ist von 24 Schülern von vier Gymnasien aus den Kantonen Basel-Stadt und Baselland, die an der regionalen Vorausscheidung von «Jugend debattiert» teilnehmen. Wäre zu wünschen, wenn es in der SRF-«Arena» auch so gesittet zu und her ginge.

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Die Kandidaten traten am Dienstag im Gymnasium Bäumlihof in Basel gegeneinander an. Bewertet wurden die Debattierenden in jeder Runde nach Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft. Den vier Besten winkt die Teilnahme am Finale des Wettbewerbs am 24. und 25. März in Bern, wo sie gegen die Sieger der anderen Regionen antreten.

Wichtig für die direkte Demokratie

Das Programm von «Jugend debattiert» stellt sich gegen den Trend des politischen Diskurses, in dem persönliche Angriffe und «alternative Fakten» inzwischen salonfähig geworden sind. Benjamin Grob (Jungliberale Basel-Stadt), der zur Einleitung mit Gabriel Bieli (Junge SVP Baselland) über den Uni-Vertrag diskutierte, beschreibt die angestrebte Debattier-Kultur wie folgt: «Man soll nach der Debatte mit seinem Gegner ein Bier trinken können, ihn aber zahlen lassen.»

«Ich finde, die Debatte hat einen hohen Wert, vor allem in einer Gesellschaft, in der es nicht immer um harte Fakten geht», konstatiert Organisatorin Elisabeth Simon. Für sie ist es wichtig, dass Teilnehmer der direkten Demokratie in einer Welt mit grosser Informationsflut auch Lust am verbalen Schlagabtausch hätten. Sie müssten lernen, sich mit Argumenten auf einem guten Niveau zu begegnen und sich zu wichtigen gesellschaftlichen Themen fundierte Meinungen zu bilden.

Debattieren als Handwerk

Die Themen sowie die Positionen (Pro und Kontra) werden den Kandidaten zugeteilt. Dann haben sie eine halbe Stunde Zeit, sich auf die Debatte vorzubereiten. Dabei müssen sie teilweise auch gegen ihre eigenen Überzeugungen argumentieren. «Das fällt manchen am Anfang sehr schwer», sagt Simon. In der Praxis würden sie dann aber lernen, sich in eine Rolle hineinzuversetzen; so sei es einfacher, sich auf den handwerklichen Aspekt des Debattierens zu konzentrieren.

Teilnehmerin Luisa Zeller (18) bestätigt: «Mir macht es sogar mehr Spass, gegen meine eigene Meinung zu debattieren.» Denn so könne sie das Thema auch von aussen betrachten und fühle sich nicht so emotional involviert, wenn sie einen anderen Standpunkt vertreten müsse als ihr Gegenüber.

(las)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Knaller am 01.02.2017 09:14 Report Diesen Beitrag melden

    Zuerst..

    Bevor sich Gymnasiasten aufs politische Parkett wagen, wäre wohl zuerst ein Praktikum in der Realität und der normalen Arbeitswelt angesagt! Meine Einstellung war in jungen Jahren auch ganz anders, bis ich die "Welt" kennen und verstehen gelernt habe!

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  • Lehrerin am 01.02.2017 11:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Politik der Zukunft

    Ich finde es toll, dass es solche Debattier-Kurse und -Veranstaltungen gibt! Es motiviert Jugendliche dazu, sich für Politik zu interessieren und sich selbst zu beteiligen. Ich finde es vor allem gut, dass sie nicht nur ihre eigene Meinung vertreten sollen, sondern sich auch bewusst mit anderen Meinungen auseinandersetzen müssen. Wäre toll, wenn alle Schulen solche Kurse anbieten würden!

  • Nicht-Gymnasiast am 01.02.2017 14:18 Report Diesen Beitrag melden

    Warum nur für Gymnasiasten?

    Warum gibt es das nur für Gymnasiasten?!? Während man den anderen sagt, "denk nicht so viel, das musst du nicht wissen, such dir lieber eine Lehrstelle sonst kommst du zum Sozialamt!" Kein Wunder beschweren sich Leute über Elitarismus und lassen sich mit Anti-Establishment-Sprüchen einfangen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nicht-Gymnasiast am 01.02.2017 14:18 Report Diesen Beitrag melden

    Warum nur für Gymnasiasten?

    Warum gibt es das nur für Gymnasiasten?!? Während man den anderen sagt, "denk nicht so viel, das musst du nicht wissen, such dir lieber eine Lehrstelle sonst kommst du zum Sozialamt!" Kein Wunder beschweren sich Leute über Elitarismus und lassen sich mit Anti-Establishment-Sprüchen einfangen.

  • Lehrerin am 01.02.2017 11:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Politik der Zukunft

    Ich finde es toll, dass es solche Debattier-Kurse und -Veranstaltungen gibt! Es motiviert Jugendliche dazu, sich für Politik zu interessieren und sich selbst zu beteiligen. Ich finde es vor allem gut, dass sie nicht nur ihre eigene Meinung vertreten sollen, sondern sich auch bewusst mit anderen Meinungen auseinandersetzen müssen. Wäre toll, wenn alle Schulen solche Kurse anbieten würden!

  • Simply_Pero am 01.02.2017 11:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Voll

    Lernen über etwas zu debattieren, das einen nichts angeht, sogar gegen die eigenen Überzeugungen. Hat den Vorteil, dass sies sich dann schon gewohnt sind und als frischgebackene Politiker mit ein wenig Geld und Karriereaussichten gekauft werden können. Supertoll.

  • Dr.Kern am 01.02.2017 10:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weichspüler

    Die Themen so wie die Position wird einem zugeteilt? Wer glaubwürdig sein will muss selber überzeugt sein von dem was er sagt. Alles andere ist nicht tragbar.

  • Gute Nacht am 01.02.2017 09:58 Report Diesen Beitrag melden

    auf das haben wir gewartet

    oh ja, Theoretiker die noch nie was geleistet haben. Die sogar noch von Mami und Papi bezahlt werden.

    • Ein Teilnehmer am 02.02.2017 19:40 Report Diesen Beitrag melden

      Debatiertag

      Diese "Theoretiker", von denen Sie sprechen sind von der gleichen Art Menschen, die dieses Land regieren. Im Übrigen möchte ich mich entschuldigen, dass ich meine Ausbildung nicht selbst finanzieren kann, sie geht doch ziemlich ins Geld, von Obdach und Nahrung ganz zu schweigen, von meinen unvollbrachten Taten müssen wir gar nicht beginnen. Denken Sie bei ihrem nächsten Doktorbesuch einfach daran, dass dieser/diese das Gymnasium ebenfalls besucht und abgeschlossen hat. Nebenbei taten das auch viele Politiker und Chemiker, die zum Beispiel Medikamente entwicklen. Hochachtungsvoll Ein Teilnehmer

    • Juko am 02.02.2017 19:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gute Nacht

      Aber, die immerhin schon ein politisches Interesse zeigen. Warum trauen Sie diesen jungen, engagierten Leuten nicht zu, eine eigene wertvolles Meinung zu haben. Sie machen sich wenigstens Gedanken über ihre Zukunft und wie sie sie mitbestimmen können. Was kann es wertvolleres geben. Was eigentlich kritisieren Sie das?

    • Juko am 02.02.2017 19:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ein Teilnehmer

      Bravo! Schön, dass Sie sich engagieren und nicht mundtot durchs Leben marschieren. Was gibt es besseres, als seine Zukunft verantwortungsvoll mit zu bestimmen.

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