Baselland

25. November 2009 23:03; Akt: 25.11.2009 23:49 Print

Häusliche Gewalt: Mehr Wegweisungen

von Lukas Bertschmann - Immer mehr Fälle von häuslicher Gewalt kommen ans Licht. 2008 gab es jeden dritten Tag eine polizeiliche Wegweisung im Baselbiet.

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Häusliche Gewalt ist laut Sicherheitsdirektorin Sabine Pegoraro quasi das Kerngeschäft der Polizei: «Jede dritte Meldung an die Gesetzeshüter betrifft diesen Bereich.» In besonders heftigen Fällen, in denen körperliche Gewalt ausgeübt oder angedroht wird, kann die Polizei noch vor Ort eine Wegweisung verfügen – in 97 Prozent der Fälle für den Mann. «Er muss den Schlüssel abgeben – dann ist für zwölf Tage Funkstille», so Christine von Salis von der Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt. Belastet würden die Beziehungen meist durch Faktoren wie Alkohol, Arbeitslosigkeit oder Migrationsprobleme.

Seit Mitte 2006 mit der Wegweisung eine Notbremse gesetzlich verankert wurde, nahmen die Fälle zu: 2007 wurden 78, ein Jahr später schon 115 Wegweisungen verfügt. «Die Zunahme erkläre ich mir mit dem erhöhten Bewusstsein, dass Gewalt in der Familie ein Straftatbestand ist», so Alessandra Pini von der Opferhilfe beider Basel. In einer Studie der Interventionsstelle erwies sich die Wegweisung als taugliches Mittel: 8 von 10 Opfern erleben den Einsatz der Polizei als hilfreich. Bei den Weggewiesenen sieht es umgekehrt aus: 80 Prozent finden die Massnahme nicht oder nur teilweise sinnvoll. Beschwerden wurden aber keine eingereicht.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • peter wirz am 28.11.2009 16:29 Report Diesen Beitrag melden

    opfer der gewalt

    wieviel frauen,die einen ausländischen freund haben werden fast täglich geschlagen,fehlt hier einfach aber ich weiss,es sind enorm viele,da bedrohungen,bringe dich, deine mutter,deine schwester usw um, sind sie mäuschenstill aus angst.eine anzeige bei der polizei,man macht nichts, lacht höchstens darüber so ist es jedenfalls im so sicheren basel

  • Rene Schwiter am 26.11.2009 11:51 Report Diesen Beitrag melden

    Dunkelziffer

    Die meisten Fälle von häuslicher Gewalt werden nie bekannt.Es ist nicht nur ein kulturelles Problem ,aber die unbekannte Gewalt ist wohl dort zu Hause!

  • gleichberechtigung? am 26.11.2009 05:29 Report Diesen Beitrag melden

    gleichberechtigung?

    ...obwohl männer und frauen nachweislich zu gleichen teilen opfer von häuslicher gewalt werden, werden offenbar nur die frauen geschützt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • peter wirz am 28.11.2009 16:29 Report Diesen Beitrag melden

    opfer der gewalt

    wieviel frauen,die einen ausländischen freund haben werden fast täglich geschlagen,fehlt hier einfach aber ich weiss,es sind enorm viele,da bedrohungen,bringe dich, deine mutter,deine schwester usw um, sind sie mäuschenstill aus angst.eine anzeige bei der polizei,man macht nichts, lacht höchstens darüber so ist es jedenfalls im so sicheren basel

  • brunner am 27.11.2009 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    häusliche gewalt

    entsteht da wo sie zugelassen wird. egal von welchem geschlecht. eine art von abhänigkeit ensteht. beide werden zu opfern so komisch das das klingt.

  • Roland S. am 27.11.2009 10:34 Report Diesen Beitrag melden

    Ein wichtiges Thema!

    Dass mehr Fälle auftreten liegt an den gesetzlichen Änderungen und die Polizei hat es da sicher nicht einfach. Entscheidend ist, dass egal ob Mann oder Frau Schutz benötigt, gleich vorgegangen wird. Häusliche Gewalt ist aber nicht nur handfest, vielmehr können Worte, Taten oder Nichttaten das Leben zur Hölle machen (Vergleiche: mobbing am Arbeitsplatz). Was zum Schutz gedacht ist, wird leider auch manchmal missbraucht und sollte man feststellen, dass der Versuch gemacht wurde, berufen auf das OHG, jemand fertig zu machen, sollte das sehr sehr streng bestraft werden.

  • db3 am 26.11.2009 18:07 Report Diesen Beitrag melden

    eine biblische Wahrheit ist:

    Der Mensch ist im Grunde schlecht. Der Mensch, das sind Frauen und Männer gleichermassen. Darum wundert mich gar nichts. Mein Bruder wurde von seiner Frau spitalreif geprügelt, bis er sich endlich scheiden liess. Und das nur, weil er durchzog, was er vertrat: Er, der Starke, würde niemals eine Frau schlagen, da sie schwächer ist als der Mann. Edel, aber in dem Fall fatal. Zum Glück hatte er schon als Kind eingebläut bekommen, still zu halten, wenn unsere Mutter uns im Suff exzessiv verprügelte, manchmal bis zur Bewusstlosigkeit. Gewalt ist ein Problem, das von Generation zu Generation wandert.

  • Daniel Neuhaus am 26.11.2009 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    Fakten zu Häuslicher Gewalt

    Was man über dieses Thema liest finde ich einseitig und entspricht nicht den Tatsachen. Fakt ist, dass 2008 im Kanton ZH die Opferrate bei Männern bei 24% lag und im Kanton SG bei 39%. Wenn 97 % der Weggewiesenen bei häusl. Gewalt Männer waren dann heisst das, dass ein grosser Teil der männlichen Opfer weggewiesen wurden! Es ist eine Unverschämtheit, dass mit interpretierbaren Zahlen Opfer gegeneinander ausgespielt werden. Dies kann man nicht Gewaltschutz nennen, dies ist schlicht und einfach männerfeindlich! Als Webmaster von Mann als Opfer stelle ich fest, dass Desinformation betrieben wird.

    • db3 am 26.11.2009 18:00 Report Diesen Beitrag melden

      ich kenne beide Seiten

      und weiss, was eine Frau einem Mann antun kann. Ich kenne einen Mann, der einen schrecklichen Krieg in seiner heimat durchgemacht hat, als Angehöriger der verfolgten Minderheit, 15 Jahre lang, mit allen Facetten. Man könnte meinen, den kann nichts mehr erschüttern. Aber heute bezeichnet er die 5 Jahre Ehehölle hier in der CH folgendermassen: "was der Krieg nicht geschafft hat, hat meine Frau geschafft: Mein Leben zu zerstören"

    • Quasi am 27.11.2009 09:44 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig

      "Die liebende Mutter nimmt ihr Kind mit in den Tod! Der amoklaufende Vater bringt alle um" so wird berichtet...

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