Messerstecherei in Basel

23. September 2019 17:23; Akt: 24.09.2019 00:24 Print

Vertickte Familienbande mit Kind Drogen in Park?

Am Samstagabend kam es in Basel zu einer Messerstecherei. Im Zentrum des Streits soll eine kosovarische Familienbande stehen.

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Bei einer Massenschlägerei in der Basel sind am Samstagabend vier Männer verletzt worden, einer davon schwer. Die Polizei nahm acht Personen fest. Bei den Festgenommenen handelt es sich um drei Kosovaren im Alter von 14, 19 und 44 Jahren, zwei Algerier im Alter von 21 und 23 Jahren, einen 23-jährigen Mazedonier, einen 23-jährigen Serben sowie einen 20-jährigen Libyer.

Am Montagnachmittag teilte die Staatsanwaltschaft auf Anfrage mit, dass sie in allen acht Fällen Verfahren wegen Raufhandels und schwerer Körperverletzung führe. Der Fall des 14-Jährigen liege bei der Jugendanwaltschaft. «Bei drei der Erwachsenen wird beim Zwangsmassnahmengericht Antrag auf Untersuchungshaft gestellt», so Kriminalkommissär Peter Gill.

Zwölfjähriger als gefährdet gemeldet

Warum es am Wochenende auf der Dreirosenanlage zum Streit gekommen ist, ist unklar. Insider berichten, dass die Involvierten in Drogengeschäfte verwickelt waren. 20 Minuten hat Hinweise, dass die Eskalation lediglich die Spitze des Eisberges eines schon lange brodelnden Konfliktes ist.

Involviert in die Drogengeschäfte sei eine Familienbande, die bereits seit Jahren negativ auf dem Gelände auffalle. Vor zwei Jahren soll für einen damals 12-jährigen Jungen eine Gefährdungsmeldung bei der Basler Kindes- und Erwachseneschutzbehörde eingegangen sein. Er fehlte in der Schule und soll stattdessen beim Dealen gesichtet worden sein. Daraufhin tauchte seine Familie, die sich ohne Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz aufgehalten habe, unter.

SVP-Grossrat will mobilen Polizeiposten

Laut Quellenangaben würde die Beschreibung auf den 14-jährigen Kosovaren zutreffen, der in der Nacht auf Sonntag festgenommen wurde. Auch Brüder des Jungen sowie dessen Vater seien beim dealen beobachtet worden. Ob es sich bei den festgenommenen 19-jährigen sowie 44-jährigen Kosovaren um Verwandte des 14-Jährigen handelt, wollte Kriminalkommissär Gill nicht kommentieren.

Die aktuellsten Vorfälle auf der Basler Dreirosenanlage geben auch auf dem politischen Parkett zu reden. In einer Interpellation will Grossrat Felix Wehrli (SVP) unter anderem von der Regierung wissen, wie viele Straftaten in der Vergangenheit auf dem Areal begangen wurde und ob sie einen mobilen Polizeiposten im angrenzenden Parkareal in Erwägung zieht.

(jd)