Universitäre Psychiatrie Basel

18. Dezember 2019 12:16; Akt: 18.12.2019 12:36 Print

Hatte Direktorin intimes Verhältnis mit Patient?

Eine Direktorin der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel soll ein intimes Verhältnis zu einem Patienten gehabt haben. Mitarbeitende fordern ihre Entlassung.

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Gegen eine Direktorin der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK) werden schwerwiegende Vorwürfe erhoben. In einem vom Montag datierten anonymen Schreiben an den Vorsteher des Basler Gesundheitsdepartements, Lukas Engelberger, berichten Mitarbeitende der UPK von einem «unzumutbaren Missstand». Das Gesundheitsdepartement bestätigte auf Anfrage den Eingang des Briefes, der 20 Minuten zugespielt wurde, äusserte sich aber inhaltlich noch nicht dazu.

Konkret bezichtigen die Mitarbeiter die Direktorin, ein intimes Verhältnis zu einem Patienten gehabt zu haben. Dies sei dem Verwaltungsrat der Universitären Kliniken sogar bekannt. «Wohl aus Angst vor einem Skandal hat der VR jedoch beschlossen, dass sie nicht entlassen wird», heisst es weiter. Die Beschuldigte ist auch ordentliche Professorin an der Universität Basel.

Damit werde ein krasser Verstoss gegen das ärztliche Berufsethos vom Verwaltungsrat nicht nur geduldet, sondern auch gedeckt, heisst es im Schreiben. Der Gesundheitsdirektor wird von den «besorgten Mitarbeitern der psychiatrischen Ärzteschaft» aufgefordert, dem Treiben ein Ende zu bereiten und die Entlassung der Direktorin zu erwirken.

Es gab einen freundschaftlichen Kontakt

Die UPK Basel hat am Mittwoch ebenfalls Kenntnis vom Brief erlangt. In ihrer Stellungnahme gegenüber 20 Minuten räumt die Klinikleitung ein, dass sich im Frühsommer, wenige Tage vor dem geplanten Austritt eines Patienten der UPK, zwischen ihm und der Beschuldigten «eine Freundschaft entwickelt» habe. «Der Patient war aber nicht direkt bei ihr in Behandlung», wie die CEO der UPK Basel Anne Lévy festhält. Sie habe den Patienten im Rahmen der Chefarztvisite kennengelernt.

Als ihr die Unangemessenheit des Kontakts bewusst geworden sei, habe sie dies selbst umgehend ihrer Vorgesetzten gemeldet. Gemäss UPK-interner Weisung sind Privatkontakte mit Patientinnen und Patienten verboten. Der Verwaltungsrat habe daraufhin «personalrechtliche Massnahmen ergriffen». Über deren Inhalt wurden keine Angaben gemacht. Sie hat ihre Funktion an der UPK weiterhin inne.

Der Brief zeigt, dass man in den Reihen ihrer Angestellten nicht glücklich darüber ist, wie die Leitung und der Verwaltungsrat der UPK den Fall gehandhabt haben.

Auf Anfrage von 20 Minuten wollte die beschuldigte Direktorin den Sachverhalt nicht weiter kommentieren.

(lha)