Riesige Wasserschlacht

11. August 2019 13:40; Akt: 11.08.2019 15:48 Print

Hier landet eine Nationalrätin fast im Rhein

Am Samstagnachmittag fand in Basel eine grosse Wasserschlacht zwischen zwei Basler Quartieren statt. Mitten im nassen Vergnügen mischte auch Nationalrätin Sibel Arslan mit.

Bildstrecke im Grossformat »
Wer schiesst denn da mit der Wasserpistole? Die Grüne Nationalrätin Sibel Arslan (links) kannte mit SP-Grossrätin Sarah Wyss keine Gnade. Die Politikerinnen nahmen an der traditionellen Wasserschlacht zwischen Gross- und Kleinbasel auf der Dreirosenbrücke teil. Die Quittung für den Angriff folgte promt. Wyss packte die Angreiferin und trug sie Richtung Brückengeländer. Sibel Arslan sah sich innerlich wohl schon im Rhein schwimmen, doch Wyss liess am Ende Gnade walten. An der Wasserschlacht zwischen 4056 und 4057 am 10. August haben Hunderte Teilgenommen. Offiziell richtet sich der Anlass an die Einwohner der Quartiere St. Johann (im Grossbasel) und Unteres Kleinbasel. Er hat sich aber schon lange zur epischen Schlacht zwischen Klein- und Grossbasel, die durch den Rhein getrennt werden, gemausert. Dieses Jahr waren zwischen 200 und 300 Menschen dabei. Einmal mehr waren es die Kleinbasler, denen es gelang, die Grossbasler zurückzudrängen und damit den Sieg für sich beanspruchten. Die Teilnehmer der Wasserschlacht lassen sich nicht lumpen: Viele waren mit selbstgebastelten Schildern, Körperbemalung oder mit ihrer Postleitzahl geschmückten Kleidung unterwegs. Einige schützten sich mit Masken oder Helmen. Kurze Lagebesprechung. Menschen aller Altersgruppen sind jeweils mit dabei. Beliebt waren auch Eimer, mit denen das Wasser schwallweise auf die Gegner gekippt wurde. Die Wasserschlacht dauerte rund 45 Minuten. Die Kontrahenten schenkten sich nichts. Viele bereiten sich stundenlang auf die Schlacht vor, in dem sie Wasserballons füllen und zuknoten.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Am Samstagnachmittag fand zum neunten Mal die Wasserschlacht zwischen dem Klein- und Grossbasel statt. Zwischen 200 und 300 Menschen standen innert kürzester Zeit klatschnass mitten auf der Dreirosenbrücke.

Umfrage
Machen Sie bei Wasserschlachten mit?

Mit Wasserballonen, Schildern, Wasserpistolen zogen am Samstagnachmittag gegen 15 Uhr Menschen von der Klein- und Grossbasler Seite zur Mitte der Dreirosenbrücke, die die beiden Stadtteile verbindet.

Das Ziel: Die jeweils andere Seite zurückzudrängen, um den Sieg für sich zu beanspruchen. Rund 40 Minuten lang flogen unter Geschrei und Gejohle Wasserballone hin und her. An der Front kam es zu Nahkampfduellen mit Wasserpistolen und Versuchen, die Wasservorräte der anderen Seite zu plündern.

Nationalratswahlkampf einmal anders

Mit dabei waren auch lokale Politikerinnen: Nationalrätin Sibel Arslan (BastA!) und Nationalratskandidatin Sarah Wyss (SP) etwa lieferten sich ein handfestes Duell. Für die Wasserpistolen-Attacke revanchierte sich Wyss, indem sie Arslan in Richtung des Brückengeländers trug und sich die Nationalrätin wohl schon im Rhein schwimmen sah.

Die Schlacht endete, als den Grossbaslern das Wasser ausging und die Kleinbasler dadurch weiter in Richtung Grossbasel vorstossen konnten. Jubel brandete auf.

Der Anlass, der heute sogar auf der Veranstaltungsagenda von Basel Tourismus angepriesen wird, begann eigentlich als politische Aktion der links-alternativen Szene.

Rivalität als Tradition

Sowohl das Grossbasler Quartier St. Johann als auch das untere Kleinbasel erlebten eine massive Aufwertungswelle. Quartierbewohner prangerten die damit verbundene Verdrängung der angestammten Bevölkerung an. So entstand die Basler Wasserschlacht, als kleines Projekt, das aus dem Alltag ausbricht, um den öffentlichen Raum gemeinsam zu gestalten und zu nutzen.

Die Wasserschlacht spielt ausserdem mit dem Element der Rivalität zwischen dem Klein- und Grossbasel. Die Basler Oberschicht lebte früher vor allem im Grossbasel, während das Kleinbasel als Stadtteil der einfachen Leute galt.

So war die Wasserschlacht zwischen dem Gross- und Kleinbasel 2019. (Video: Telebasel)

(kom)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • I. Ronie am 11.08.2019 14:07 Report Diesen Beitrag melden

    Wer hat aufgeräumt?

    Ob die Frau Nationalrätin am Ende auch die von ihr geworfenen und zerplatzen Wasserballons einsammelte und richtig entsorgte bezweifle ich. Aber Trinkröhrl verbieten wollen.

  • Schäbu am 11.08.2019 14:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wo sind die Holzeimer?

    Und das alles mit billigen Plastik-Wasserpistolen aus China und Wasserballone die dann die anderen wieder wegräumen dürfen. Sehr klimafreundlich.... Das ist die SP...

    einklappen einklappen
  • Rembär am 11.08.2019 15:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bescheuert.

    Und wieviel Gummi von den Wasserballonen landeten im Rhein. Einfach katastrophal, immer alles verbieten und besteuern, aber solche Anlässe findet man Cool.

Die neusten Leser-Kommentare

  • M.Furrer am 11.08.2019 20:14 Report Diesen Beitrag melden

    Cool, aber...

    Eine Wasserschlacht und Spass haben daran ist das Eine, mit welchen Regeln man diese durchführt und die anschliessende Aufräumaktion das Andere.

  • roli am 11.08.2019 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mit Wasserpistolen

    Ok, so sind Linke und Grüne. Mit Wasserpistolen aufeinander schiessen. Wenn dies ein Foto der SVP wäre, es würden wieder Strafanzeigen eingehen.

  • Robin Maus am 11.08.2019 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    Basler Sauglattismus

    Und was an Plastik herumliegt landet am Schluss im Rhein - aus den Augen, aus dem Sinn - denn es geht ja um den Spass und nicht um die Moral. Die Weltmeere sind ja soweit weg...

  • Sina am 11.08.2019 16:14 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaubliche News

    Eine Milizpolitikerin hat das getan was andere vom Volk auch getan haben. Brutal unglaublich. Seid ihr sicher?

  • Elch.Test am 11.08.2019 16:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traditionell ...

    ... ist an dieser "Schlacht" wohl nichts - aber auch gar nichts! Traditionell ist der " Vogel Gryf" und die Fasnacht. Der "Lällekönig" schliesslich streckt auf der Seite Grossbasel dem "minderen Basel" ein paar Male pro Minute die Zunge entgegen. Sollte es in 400 Jahren diese "Wasserschlacht" noch geben, dann könnte man das ja dann auch als eine Tradition bezeichnen - nur glaube ich, dass dann die Dreirosenbrücke nicht mehr existiert.

    • Vladimir Baslerdybli am 11.08.2019 18:47 Report Diesen Beitrag melden

      Lällekenig

      Tut mir leid aber ich bin nicht sicher ob der Lällekenig noch seine Arbeit macht. Werde bei Gelegenheit mal nachschauen gehen.

    einklappen einklappen