Sondereinsatz

14. April 2019 16:49; Akt: 14.04.2019 16:49 Print

Hier stürmt Polizei nach Terror-Scherz ein Haus

Der Terror-Scherz eines 26-jährigen Baselbieters im Mai 2017 sorgte für viel Aufwand für die Ermittler – und Hausdurchsuchungen bei seiner Verwandtschaft.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Er hatte im Nachtbus 2017 so getan, als würde er am Handy einen Terroranschlag planen. Dabei telefonierte er nicht einmal. Bevor die Ermittler das herausgefunden haben, hatte die Polizei schon das Haus des Baselbeiters (26) gestürmt.

Dessen Bruder erlitt dabei einen Herzinfarkt. Der Scherzterrorist wurde vergangene Woche vom Strafgericht Basel-Stadt wegen Schreckung der Bevölkerung verurteilt – und muss die knapp 100'000 Franken Verfahrenskosten bezahlen. Der 26-Jährige hatte sich einen teuren Scherz erlaubt, den er wohl ziemlich schnell selbst nicht mehr lustig fand.

«Zehn Sekunden später lag ich in Handschellen am Boden»

Die Ermittler nahmen die vermeintliche Bedrohungslage sehr ernst. Deswegen wurde im Juni 2017 nicht nur die Wohnung des 26-jährigen Mannes durchsucht, sondern auch Liegenschaften in Basel und Solothurn. In Solothurn stürmte die Polizei das Haus von Verwandten des Scherzterroristen.

Dabei drang sie zuerst fälschlicherweise bei Sandro Spahn ein, der in der selben Liegenschaft ein Tattoo-Studio betreibt. Gegenüber Tele M1 erzählte dieser vom rabiaten Vorgehen der Polizei: «Ich habe ein Geräusch an der Türe gehört und bin nach vorne gelaufen. Dann ist die Türe aufgeflogen und die Leute waren drin. Zehn Sekunden später lag ich mit Handschellen am Boden.»

Am gleichen Tag der Hausdurchsuchungen wurde der 26-Jährige festgenommen und kam für zwei Tage in U-Haft. Schlussendlich wurde er zu einer bedingten Geldstrafe von 3000 Franken verurteilt – verglichen mit den Prozesskosten ein Schnäppchen.


(kom/20 Minuten)