Im Interregio

18. Dezember 2019 20:22; Akt: 19.12.2019 07:55 Print

«Einige denken, er ist ein Pantomimekünstler»

Im Interregio von Basel nach Zürich fährt seit ein paar Tagen ein Fahrgast mit, der Passagiere irritiert.

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Der Interregio-Zug von Basel nach Zürich kurz nach Feierabend ist stets gestossen voll. Seit drei Tagen fährt ein Herr mit, der aufgrund seiner Wesensart die Pendler zugleich verunsichert und unterhält: Er ist nämlich aus Holz.

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Leser-Reporter Gianluca Treier ist jeweils einer der ersten, die im Zug Platz nehmen. Darum könne er viele Reaktionen beobachten, wie der 21-Jährige sagt. «Man kann sagen, der Mann bekommt viel Aufmerksamkeit von den Fahrgästen», sagt der zwischen Basel und Frick pendelnde Treier.

Viele würden erst mal stehen bleiben und sich über den gut gekleideten Herrn mit goldbraunem Teint wundern. «Einige denken, er sei ein Pantomimekünstler, und erschrecken dabei», so Treier. «Praktisch niemand getraut sich, neben ihm zu sitzen. Im Stile von: Was wenn er sich doch bewegt?»

Steckt die SBB hinter der Aktion?

«Es ist schon sehr unterhaltsam», sagt der junge Mann, der zurzeit täglich für seinen Zivildienst in Basel ist. Wen die Figur darstellt und von wem sie platziert wurde, wisse er aber nicht. Ist es die Installation eines anonymen Künstlers oder stecken die SBB dahinter?

«Die Holzfigur ist ein Abbild von Alfred Escher, dem Schweizer Politiker und Eisenbahn-Unternehmer», wie Raffael Hirt, Mediensprecher der SBB auf Anfrage erklärt. Die Holzfigur sei von Künstler Inigo Gheyselinck angefertigt worden. Escher gilt als Initiator des Gotthardbahn. Der Bau des Gotthardtunnels zwischen Airolo und Göschenen war das Jahrhundertprojekt in der Schweiz des 19. Jahrhunderts.

GA spendiert?

Gebaut wurde der Tunnel nach rund zwei Jahrzehnten politischen Seilziehens zwischen 1872 und 1882. «Dank einer Aktion von ‹Woodvetia› und SBB kommt Herr Escher doch noch dazu, durch ‹seinen› Gotthardtunnel zwischen Göschenen und Airolo zu fahren. Das hat er zu Lebzeiten leider nicht geschafft», so SBB-Sprecher Hirt.

Der Herr mit Vollbart sei den SBB nicht als Schwarzfahrer bekannt, sagt Hirt lachend: «Weil sich dieses Jahr sein Geburtstag zum 200. Mal jährt, hat ihm die SBB ein Billett spendiert.» Eschers Geburtstag war am 20. Februar. Offenbar hat er von der SBB gleich ein GA erhalten.

(obr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Armin am 18.12.2019 20:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pendler

    Genial !! Berührend, Unterhaltsam.

  • Renè.s am 18.12.2019 20:30 Report Diesen Beitrag melden

    Holzfigur

    Aber hallo wieso seit drei tagen fährt der Herr aus Holz mit , seit Wochen fährt er mit der SBB mit und nicht 3 tagen.

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  • Meise Kohl am 18.12.2019 22:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eindeutig

    Sorry, aber das sieht man doch, dass der nicht echt ist. Er hat kein Smartphone in der Hand und er trägt auch keine Kopfhörer...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Werns am 19.12.2019 15:33 Report Diesen Beitrag melden

    Jedenfalls ist das

    ein Fahrgast der nicht dauernd telefoniert...

  • E. W. am 19.12.2019 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Schöne Figur

    Hoffentlich wird diese schöne Figur nicht von Vandalen zerstört wie das meiste leider

  • z. Hilpi am 19.12.2019 11:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Holz_Mensch?

    Und er bewegt sich doch. Neben der Frau sind die Hände überkreuzt, und der Kopf auf die andere Seite gedreht.

  • Petruschka am 19.12.2019 11:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Was soll das denn? Schon wieder einen Platz weniger und warum niemand neben dem sitzt ist auch klar. Schaut euch mal die Platzverhältnisse an. Da geht es nicht ohne Körperkontakt und Holz ist ziemlich hart.

  • gibs sowas CNC hergestellt? am 19.12.2019 10:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    viel arbeit dahinter

    wie teuer ist so eine figur? so eine büste

    • betzgi am 19.12.2019 21:51 Report Diesen Beitrag melden

      teuer

      die figur wurde mit einer 6 achsen cnc gefrässt, nachdem jemand mit möglichst passender körperpostur zum scannen hinsass. der kopf wurde vom künstler mit ton gefertigt und ebenfalls eingescannt. die feinarbeiten am holz war dann wieder aufgabe vom künstler. kostentrchnisch reden wir von 5 stelligen zahlen.

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