Weg vom Feuerwerk

28. Juli 2014 06:11; Akt: 28.07.2014 14:40 Print

Hunde entfliehen dem Lärm in den Schwarzwald

Das knallende Spektakel am 1. August ist für viele Vierbeiner der blanke Horror. Der Tierschutz beider Basel bietet erstmals eine Reise in den ruhigen Schwarzwald an.

storybild

Böller und Raketen setzen Hunden zu: Erstmals bietet der Tierschutz beider Basel deshalb eine Reise für die Vierbeiner und ihre Halter in den ruhigen Schwarzwald an. (Bild: Fotolia)

Fehler gesehen?

Am Donnerstag geht es bereits los. Spätestens. Dann beginnen knallverrückte Kinder flächendeckend im ganzen Land Böller zu zünden. Abends steigt dann das grosse Feuerwerk der Basler Bundesfeier über dem Rhein und am 1. August ziehen die umliegenden Gemeinden und viele Private nach. Es sind Tage des Schreckens für viele Hunde und ihre Besitzer.

Der Tierschutz beider Basel macht die Not jetzt zur Tugend und bietet erstmals eine geführte Gruppenreise für geplagte Hunde und ihre Halter vom 31. Juli bis 3. August in den Schwarzwald an. Dort ist Ruhe. Und das Angebot ein Renner. «Wir sind ausgebucht», sagt Beatrice Kirn, Geschäftsführerin des TBB.

Die Reise in den ruhigen Schwarzwald ist für die Hundehalter zugleich auch noch eine mehrtägige Weiterbildung. Neben morgendlichem Hundetraining und gemeinsamen Spaziergängen stehen abends Fachreferate zu Ängsten und Phobien auf dem Programm.

Importierte Hunde haben mehr Angst

In der Schweiz aufgezogene Hunde haben laut Kirn weitaus weniger Probleme mit Feuerwerk als aus der Fremde eingeführte. Besonders, wenn sie zuvor auf der Strasse lebten. «Sie sind viel schreckhafter», sagt sie. Knallgeräusche würden sie oft mit negativem verbinden. Wer aber hier einen Hund aufzieht, kann ihm die Angst nehmen. «Man kann die Tiere daran gewöhnen, indem man sie mit positiven Erlebnissen konditioniert.»

Seit Jahren hat der Tierschutz auch eine CD mit Feuerwerksgeräuschen im Angebot, die sich zum Training eignet. Innert weniger Tage ist eine Desensibilisierung auf die Knallerei aber nicht zu schaffen. «Jede Verhaltensänderung braucht Zeit. Schnelle Erfolge, wie viele Hundebesitzer sie in solchen Fällen erwarten und oft auch in den Medien gezeigt werden, sind nicht möglich», sagt die tierpsychologische Beraterin Alene Schmid in der Samstagsausgabe des «Tages-Anzeigers».

Bis Silvester sollte die Zeit aber reichen. Dann knallt es wieder.

(lha)