Inferno in Basel

05. September 2019 16:31; Akt: 05.09.2019 16:35 Print

Spürhunde suchten nach Leichen in der Brandruine

Jetzt sind sich die Behörden endgültig sicher: In der Brandruine an der Basler Rheingasse werden sie keine Leichen finden. Das haben Untersuchungen mit Spürhunden ergeben.

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Seit einigen Tagen wurde mit dem Rückbau der Branruine an der Basler Rheingasse begonnen. Damit kann auch die Kriminalpolizei das einsturzgefährdete Haus betreten. Während die Staatsanwaltschaft nicht davon ausgeht, dass im Haus Leichen gefunden werden, sind sich da nicht alle so sicher. Vorerst wird der Dachstock und der dritte Stock des Gebäudes abgerissen. Danach wird entschieden, was mit dem Rest des Hauses passieren soll. Statiker massen das Gebäude genaustens aus, bevor es betreten werden konnte. Anwohner und Gastronomen kritisieren, dass die Behörden die Sozialwohnungen, über denen der Brand ausbrach, nicht genügend kontrolliert hätten. Die Situation in den möblierten Zimmern sei desaströs gewesen. Die letzten Feuernester hätten fünf Tage lang gebrannt. Der Brand war am Freitagmorgen, 16. August ausgebrochen. Die Flammen schlugen aus dem Dachstock. Dieser wurde vollständig zerstört. Ein 35-jähriger Schweizer wurde wegen Verdachts auf fahrlässige Brandstiftung festgenommen. Der zerstörte Dachstock. An der Fassade sind zudem zahlreiche Risse entstanden. Am Freitagnachmittag war die Rheingasse immer noch gesperrt. Die Feuerwehr war mit Nachlöscharbeiten beschäftigt. Wegen Einsturzgefahr mussten die Hauswände gesichert werden. Auch benachbarte Liegenschaften wurden von den Flammen nicht verschont, die Feuerwehr konnte eine weitgreifende Zerstörung durch eine Ausbreitung des Feuers aber verhindern. Im Einsatz standen die Polizei, die Sanität, der Notarzt und verschiedenste Feuerwehren. Der Brand breitete sich rasch aus und griff auch auf Nachbarshäuser über. Der Feuerwehr gelang es dennoch, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Auch verschiedene Chemiefeuerwehren standen im Einsatz. Die Löscharbeiten zogen sich über Stunden hin. In den frühen Morgenstunden war die Strecke für den Verkehr gesperrt. Feuerwehrkräfte begaben sich zum Einsatzort. Laufend traf Unterstützung ein. Bei der Evakuierung des brennenden Hauses wurde eine Person verletzt und musste durch die Sanität ins Spital gebracht werden. Eine weitere Person begab sich wegen Atemwegbeschwerden in Behandlung. Stunden später lag noch Rauch in der Luft. Die Strasse konnte für den Verkehr wieder freigegeben werden. So präsentierte sich die Lage am Freitagmorgen gegen 7.30 Uhr.

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Dem teilweisen Rückbau des durch einen Brand stark behelligten «Schwarzen Bären» in Basel steht nichts mehr im Weg. Bei einer Durchsuchung des historisch wertvollen Gebäudes an der Rheingasse wurden keine Brandopfer gefunden.

Durchgeführt worden ist die Durchsuchung der Liegenschaft am Mittwoch, wie das Basler Präsidialdepartement am Donnerstag mitteilt. Eingesetzt wurden dabei Spürhunde des Schweizer Vereins für Such- und Rettungshunde (Redog). Brandopfer hätten die Hunde aber nicht gefunden, heisst es im Communiqué.

Damit kann voraussichtlich am kommenden Montag mit dem Rückbau der Giebelkonstruktion und des dritten Stockwerks des in der Nacht auf den 16. August in Brand geratenen Gebäudes begonnen werden.

Der Wiederaufbau wird lange dauern

Weil die Liegenschaft immer noch einzustürzen droht, muss sie zunächst gesichert werden. Zum Einsatz kommen gemäss Communiqué mehrere Grossbagger. Nach wie vor darf das Gebäude nicht betreten werden.

Im Zuge der bevorstehenden Arbeiten im Gebäude wird die Basler Staatsanwaltschaft weitere Abklärungen zur Brandursache vornehmen. Kurz nach dem Brand ist ein 35-jähriger Schweizer wegen Verdachts auf fahrlässige Brandstiftung festgenommen worden. Er hatte sich zum Zeitpunkt des Brandes in der Liegenschaft aufgehalten.

Beim Brand haben sich zwei Hausbewohner leichte Verletzungen zugezogen. Die durch das Feuer stark beschädigte Liegenschaft hatte sich schon vor dem Brand in einem maroden Zustand befunden. Das Präsidialdepartement geht davon aus, dass der Wiederaufbau ein bis zwei Jahre dauern wird.


So sah das Inferno in der Rheingasse aus. (Video: Leser-Reporter)

(sda)