Garten versaut

01. April 2019 17:39; Akt: 01.04.2019 17:56 Print

«Gewisse Hündeler gehören an die Leine»

Der Vorgarten des Basler Alt-Grossrats Michael Wüthrich wurde am Wochenende mit Hundekotsäcklein übersät. Der Politiker vermutet einen Racheakt.

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Er sei ja mittlerweile einiges an Anfeindungen gewöhnt, schrieb der Basler Alt-Grossrat Michael Wüthrich (Grüne) am Wochenende auf Facebook. Was er aber am Wochenende erlebt habe, sei «geschmacklos»: Wüthrich fand auf seinem Grundstück zwischen 15 und 20 mit Kot gefüllte Hundesäckli. Nebst dem Vorgarten war auch der Fenstersims seines Hauses damit übersät. Eine Anzeige will Wüthrich nicht erstatten: «Ich möchte die Polizei nicht mit so etwas belästigen.» Sollte sich ein ähnlicher Vorfall wiederholen, werde er aber die Polizei beiziehen.

Wüthrich hat einen Verdacht, wer hinter der Attacke stecken könnte: Hündeler. Bei diesen hat sich der 58-Jährige unbeliebt gemacht, weil er – quasi als letzte Amtshandlung – einen zeitweisen Leinenzwang für Hunde im Naherholungsgebiet Lange Erlen gefordert hatte. Der Politiker ist seit Februar nicht mehr im Grossen Rat, seine Forderung nach dem Leinenzwang wurde Ende März von der Regierung abgelehnt.

Dies wohl auch, weil der Regierung die Petition «Keine Leinenpflicht für Hunde entlang der Wiese in den Langen Erlen» vorlag. Rund 10'000-mal wurde die Petition unterschrieben.

«Nur noch primitiv»

Unter dem Facebook-Post, mit dem Wüthrich den Vorfall öffentlich machte, finden sich auch Kommentare anderer Politiker und Politikerinnen aus Basel. SP-Grossrätin Andrea Bollinger meint: «Gewisse ‹Hündeler› gehören inzwischen selber an die Leine... Die sind ja nicht mehr ganz dicht.» Die CVP-Politikerin Andrea Strahm findet klare Worte: «Das ist nur noch primitiv.»

Wüthrich ist nicht allein mit seiner Erfahrung. Alt-Grossrat Christian Egeler (FDP) schreibt: «Ich hatte letzthin auch ein Säckchen mit Urin ... das kann kaum von einem Hund sein... unglaublich!» Auch SP-Regierungsrat Hans-Peter Wessels äussert sich: «Einer Demokratie nicht würdig. Habe schon Ähnliches erlebt. Gut, dass du diese Schweinerei öffentlich machst!»

SVP wiederholt im Visier von Vandalen

Wie eine Nachfrage bei den Basler Parteien ergibt, sind solche Vorfälle sehr selten – ausser bei der SVP. Deren Fraktionschef Pascal Messerli erklärte auf Anfrage, dass er sich beispielsweise im Ausgang immer wieder dumme Sprüche gefallen lassen müsse. Ausserdem werde das Parteisekretariat des öfteren beschädigt.

(kom/20 Minuten)