Basel

27. Februar 2019 05:49; Akt: 27.02.2019 05:49 Print

So dreist erschwindeln sich Telefonbetrüger Geld

Gerade rollt eine Welle von angeblichen Microsoft-Mitarbeitern an, die an Ihre Daten wollen. Vor welchen perfiden Maschen Sie sich sonst noch in Acht nehmen müssen.

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In den vergangenen Tagen haben wurden Personen im Kanton Basel-Stadt von angeblichen Microsoft-Mitarbeiter angerufen. Unter dem Vorwand, eine Sicherheitslücke auf dem Computer der Opfer zu beheben, verschafften sie sich Zugang zu deren Systemen und ergaunerten Tausende von Franken.

Die Basler Staatsanwaltschaft warnt eindringlich davor, für Unbekannte irgendwelche Software auf Computern zu installieren oder ihnen Daten auszuhändigen.

Der falsche IT-Support

Sie melden sich telefonisch und geben sich als Mitarbeiter von Microsoft oder anderen IT-Unternehmen aus, wie die Basler Staatsanwaltschaft schreibt. Danach behaupten sie den Opfern gegenüber, deren Computer sei in Gefahr, sei es durch Datenverlust, Viren oder Hacker. Um die Gefahr abzuwenden, müsse dringend ein Update installiert werden.

Das angebliche Update dient aber nur dem Zweck, den Betrügern Zugang zu den Computern der Opfer zu verschaffen. So können sie E-Banking-Daten oder Kreditkartennummern mit Pins abgreifen, die schon auf dem System gespeichert sind oder später eingegeben werden.

Microsoft distanziert sich ausdrücklich von diesen Anrufen. «Unsere Mitarbeiter würden Kunden auf keinen Fall telefonisch kontaktieren, ohne dass vorrangig ein Support-Ticket gelöst wurde», sagt Sprecher Tobias Steger. Ausserdem würde Microsoft nie Zugang zum System fordern.

Der falsche Liebhaber

Ebenfalls nicht aus der Mode geraten ist der sogenannte Love-Scam. Hier gaukeln die Betrüger dem Opfer eine Liebesbeziehung vor, drängen sie aber bald zu Geldüberweisungen. Sie versuchen, eine emotionale Abhängigkeit zu schaffen, um an das Geld der Betrogenen zu kommen.

Anfang Februar erstattete eine Frau Anzeige bei der Basler Staatsanwaltschaft, wie letztere am 18. des Monats mitteilte. Sie hatte einen Mann im Internet kennengelernt, der sie dazu brachte, ihr gesamtes Vermögen zu überweisen und sich auch noch zu verschulden. Die Täterschaft konnte nicht ermittelt werden.

Der falsche Polizist

Das Vertrauen der Bevölkerung in die Behörden zu missbrauchen ist ebenfalls eine gängige Betrugsmasche. Oft rufen die Täter mit einer gefälschten Nummer an, zum Beispiel dem Notruf 117, und warnen die Opfer, dass ihr Vermögen in Gefahr sei. Danach fordern sie sie auf, das Geld von der Bank abzuheben und es einem angeblichen Polizisten zu übergeben.

Die Staatsanwaltschaft weist darauf hin, dass die Polizei nie Geld oder Wertgegenstände am Telefon fordern würde. Zudem würde sie auch nie von der Notrufnummer aus anrufen. «Der angezeigten Nummer sollte man auf keinen Fall vertrauen», warnt Kriminalkommissär Peter Gill.

Der falsche Chef

Anfang September 2018 hatten Unbekannte rund 200'000 Franken ergaunert, indem sie bei Firmen anriefen und sich bei den Angestellten als ihre Vorgesetzten ausgaben. Hatten sie die Opfer erst von ihrer angenommenen Identität überzeugt, brachten sie diese dazu, grössere Geldbeträge auf ausländische Konten zu überweisen.

Das falsche Migrationsamt

Besonders perfide ist die Masche, bei der Betrüger sich als Mitarbeiter eines Migrationsamts ausgeben und Personen mit ausländisch klingenden Namen anrufen. Ihnen gegenüber behaupten sie, sie würden bald ausgeschafft werden.

Um das zu verhindern, müssten die Opfer persönliche Informationen offenlegen. Laut Gill hoffen die Betrüger darauf, dass sich das Opfer nicht mit dem Rechtssystem auskennt und im Glauben mit einer Behörde zu sprechen, sensible Daten weitergibt.

Der falsche Enkel

Immer wieder aktiv sind sogenannte Enkeltrickbetrüger. Sie geben vor, Verwandte oder Bekannte von Verwandten zu sein. Unter dem Vorwand nutzen sie den guten Willen ihrer Opfer aus, um die grösstmöglichen Geldbeträge aus ihnen herauszuleiern.

(las)