Liestal BL

13. August 2019 13:54; Akt: 13.08.2019 17:52 Print

Illegale Schweizer Fahne von Fels entfernt

Weil sie in einem Naturschutzgebiet montiert wurde, hing die Fahne jahrelang illegal dort. Nun musste sie abgehängt werden.

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Die gut sichtbare Schweizer Fahne am Liestaler Hausberg Schleifenberg ist weg. Sie hing jahrelang illegal am Felsen. 2013 für die 1.-August-Feier an der Weissen Fluh aufgehängt, liess man sie danach einfach dran. Jener Felsen liegt jedoch in einem Naturschutzgebiet.

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Die Weisse Fluh markiert quasi die Westkante des Schleifenbergs. Mit rund zwei auf zwei Metern war die Fahne zwar nicht sehr gross, aber vom Bahnhof Liestal aus gesehen dennoch ein Blickfang. Der Wald dort ist im Eigentum der Bürgergemeinde Liestal; auf Anfrage konnte diese jedoch keine Urherberschaft der Fahne benennen.

Auch bei kantonalen Stellen war nicht in Erfahrung zu bringen, wer den wetterfesten Stoff mit welcher Legitimation montiert hatte. Ein Anfrage bei der Stadt Liestal brachte nun Abklärungen ins Rollen, die das Fahnenrätsel lösten – definitiv: Der patriotische Blickfang verstösst gegen kommunale Vorschriften und Reglemente.

«Temporäre Reklame»

Montiert worden sei die Fahne im Zusammenhang mit der 1.-August-Feier 2013, hält die Stadtverwaltung gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA fest. Danach sei sie nie entfernt worden. Rechtlich sei sie als temporäre Reklame zu betrachten; solche seien aber gemäss Reklamereglement «nur innerhalb des Siedlungsgebietes zulässig».

Die Weisse Fluh liegt derweil im Landschaftsgebiet, in der grossen Parzelle Nummer 1993, und ist gemäss kommunalem Zonenplan seit 1995 Waldareal und Naturschutzobjekt. Sie liegt auch im Waldinventar von regionaler und nationaler Bedeutung. Zudem ist sie laut kommunalem Landschaftsentwicklungskonzept (LEK) ein Schnecken-Standort.

Das kantonale Reptilieninventar weist überdies für die Fluh einen «hohen» Wert aus (die zweithöchste von vier Stufen). Auf der Massnahmenliste des LEK – das im Übrigen wegen der Schutzwaldfunktion dort nicht umgesetzt werden kann – ist unter anderem von Aspisvipern und Schlingnattern die Rede.

Niemand habe reklamiert

Die Schlingnatter ist im Mittelland vom Aussterben bedroht und daher auf der Roten Liste; für die Aspisviper notiert der Bund im Raum Basel eine «kritische Situation». Beide Arten nennt er unter den Schutz-Prioritäten. Die Abstimmung der Waldwirtschaft auf Reptilien «speziell in südexponierten Wäldern auf steinigem Untergrund in Hanglage ist von enormer Wichtigkeit» – die Weisse Fluh ist genau dies.

Fazit der Liestaler Stadtverwaltung: «Unter Abwägung aller genannten Interessen wie Schutzbestimmungen, Lebensraum für Reptilien, Nutzbarkeit für Klettern sowie allgemein Zweckentfremdung eines Naturraumes und unter Berücksichtigung der Reklame-Bestimmungen wird diese Fahne demontiert».

Nach ihrer Einschätzung des Handlungsbedarfs gefragt, antwortete die Stadt lapidar: «Offenbar hat diese Fahne bis zur vorliegenden Anfrage niemanden gestört.» Den Ausführungsauftrag der Stadt erhielt ihre Bürgergemeinde respektive deren Forstwerkhof. Sie hat ihn vergangene Woche ausgeführt; der Felsen ist wieder blank.

(las/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fippu am 13.08.2019 14:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Confoederatio Helvetica,

    Welch peinliche Behörden eine Schweizefahne ist egal wo immer zu tolerieren. Haben sich die Frösche und Hasen beschwert? Oder war die Fahne einem Himmelgrünen antischweizer ein Dorn im Auge

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  • MikeWoby am 13.08.2019 14:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wow

    keine anderen Probleme zu lösen in der Schweiz!

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  • Oliver Wyss am 13.08.2019 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    Warum??

    Schöne neue Schweiz... Die Schweiz schafft sich ab

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Christoph Weber am 18.08.2019 17:37 Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    wie kann es sein, dass das Aufhängen der eigenen Landesfahne überhaupt verboten werden kann ?

  • Markus am 18.08.2019 08:01 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizerfahne

    ...von derWiege bis zur Bahre, schreibt der Schweizer Formulare, Formulare...! Bürokratie lässt grüssen.

  • Ruth am 17.08.2019 21:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Ein Halbmond hätte wahrscheinlich die grössere Überlebenschancen gehabt

    • Metzel am 18.08.2019 18:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ruth. Kopflos !

      Jihad, Tschador und Kalifat lassen erschauern.

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  • Martial2 am 17.08.2019 12:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typisch, was denn sonst?

    Um die schweizer Fahne an einer Felswand zu hissen, braucht es eine Bewilligung? Die Schweiz sinkt immer mehr in die Absurdität!!

  • RaB am 17.08.2019 10:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn es hängt

    dann hängt es halt! Für das Abhängen musste nochmals in das Gebiet eingedrungen werden... Und ganz ehrlich, wer stört sich ab einer schweizer Nationalflagge?