Illegale Post

07. Mai 2015 16:39; Akt: 07.05.2015 16:55 Print

Import von Hanfsamen via Briefpost boomt

von Chris Stoecklin - Die Zahl der Bestellungen von Hanfsamen via Post aus dem Ausland nimmt stetig zu. Die Polizei warnt, dass der Import dieser Samen illegal ist.

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Der illegale Import von Hanfsamen boomt. Die Polizei warnt vor den rechtlichen Konsequenzen. (Bild: AP/Heribert Proepper)

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In der Schweiz rauchen rund eine halbe Million Menschen Marihuana. Die Nachfrage nach der Droge ist auch in der Region Basel hoch. Viele Konsumenten verlegen sich dabei auf den Eigenanbau: Die Polizei Basel-Landschaft stellt seit Anfang dieses Jahres eine stark steigende Anzahl von Postcouverts aus dem Ausland mit bestellten Hanfsamen fest. In den ersten vier Monaten kamen die Behörden in den Besitz von weit über 100 persönlich adressierten Umschlägen. Polizeisprecher Meinrad Stöcklin betont: «Der Import dieser Samen ist und bleibt illegal.»

Die beschlagnahmten Briefsendungen stammen vorwiegend aus Holland. Je nach Qualität kosten diese Samen pro Stück bis zu 12 Franken. In den beschlagnahmten Couverts befand sich in den meisten Fällen eine zweistellige Anzahl von Marihuana-Samen. Die beschlagnahmten Hanfsamen werden eingezogen und vernichtet.

Auch Samen gelten als Droge

Ob im Garten oder den eigenen vier Wänden – der private Pflanzenanbau scheint zu boomen. Allein in den letzten zwei Jahren hob die Polizei Basel-Landschaft rund vierzig Hanfplantagen aus. Der Anbau von Hanf ist grundsätzlich strafbar. Ob eine Hanfpflanze als illegal definiert werden kann, hängt vom THC-Wert ab: Mehr als ein Prozent des Wirkstoffs sind nicht erlaubt. Dieser Wert ist so gering, dass mit solchen Pflanzen kein Rausch erzeugt werden kann. Die Blüten rauchbarer Pflanzen kommen auf mindestens fünf bis zwanzig Prozent THC.

«Bei einer solchen Menge von illegaler Briefpost kann auch Unwissenheit eine Rolle spielen», wie Meinrad Stöcklin bestätigt. Was viele Leute offenbar nicht wissen: Auch die Samen sind rechtlich als Droge definiert – und genauso illegal. Zwar enthalten die Samen an sich kein THC, doch sobald aus einem Samen eine Pflanze mit mehr als einem Prozent THC erzeugt werden kann, ist es offiziell ein «Betäubungsmittel des Wirkungstyps Cannabis».


Saftige Strafen für Importsünder

Personen, die Hanfsamen bestellt haben, werden verzeigt, von den Strafverfolgungsbehörden kontaktiert und falls erforderlich vorgeladen. Die Besteller solcher Samen müssen mit einem Strafverfahren sowie einer Geldstrafe oder Busse rechnen. Unter bestimmten Umständen haben die Besteller auch eine Intervention der Behörden inklusive Hausdurchsuchung zu erwarten.