Erster Gelenkbus ausgeliefert

07. Februar 2019 17:15; Akt: 07.02.2019 18:42 Print

In diesem Bus hört man jedes Flüstern

Ab Freitag rollt der erste Elektro-Gelenkbus durch Basel. Weitere werden folgen: Die Basler Verkehrs-Betriebe wollen als erster Schweizer ÖV-Anbieter komplett auf Strom umstellen.

Auf leisen Sohlen kommt der Elektrobus daher: So fährt es sich im neuen Flagschiff der BVB und das sagt der Chauffeur. (Video: 20 Minuten)
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«Das ist nicht einfach eine Busbeschaffung, das ist ein grosses Projekt», sagt BVB-Verwaltungsratspräsidentin Yvonne Hunkeler. Am Freitag nimmt der erste Elektro-Gelenkbus seinen Dienst bei den Basler Verkehrs-Betrieben auf. Der 18 Meter lange Citea SLFA-181 des niederländischen Herstellers VDL verkehrt ab 4.49 Uhr morgens ab Badischer Bahnhof auf der Linie 30.

Schon am Donnerstag konnten sich Medienschaffende als auf einer Rundfahrt von den Qualitäten des Fahrzeugs überzeugen. Im Innern unterscheidet sich der Bus kaum von seinen Diesel-Geschwistern. Der Aha-Moment setzt ein, als sich der über 20 Tonnen schwere Koloss in Bewegung setzt: Geräuschlos. Keine Vibration des Motors ist zu spüren, nur das leise Rauschen der Reifen auf dem Asphalt ist zu hören.

Der ganze Bus hört mit

Auch für Chauffeur Alexander Ernst eine neue Erfahrung: «Es sind andere Geräusche, die man wahrnimmt, also alles, was im Innern des Fahrgastraums läuft.» Wer seine Geheimnisse vor dem Busfahrer und den übrigen Fahrgästen wahren möchte, flüstert oder schweigt am besten. Oder textet statt telefoniert.

Nicht nur innen ist der E-Bus ausserordentlich leise, auch Fussgänger hören ihn kaum. Das wird sich bald ändern. «Eine Gesetzesänderung ist in Vorbereitung», weiss Marc Oggier, der Projektleiter der E-Bus-Beschaffung. Dann müssen alle Elektrofahrzeuge, die schneller als 30 Stundenkilometer fahren, ein Geräusch erzeugen. Mit der nötigen Hardware ist der Bus schon ausgestattet. Um auf sich aufmerksam zu machen, kann auch ein künstlicher Glockensound abgespielt werden.

Bis 2027 vollelektrisch und 100 Prozent emissionsfrei

Der 800'000 Franken teure Elektrobus ist im Rahmen eines Pilotbetriebs bis Ende Jahr unterwegs. Parallel arbeiten die BVB mit Hochdruck am Projekt Bussystem 2027. Bis dahin nämlich will das Unternehmen alle Fahrzeuge unter Strom gesetzt haben. «Wir werden die erste Stadt in der Schweiz sein, die die gesamte Flotte umstellen wird», sagt BVB-Direktor Erich Lagler. Der dafür nötige Ratschlag wird bereits 2020 in den Grossen Rat kommen.

«Die Busbeschaffung ist dabei das einfachste Projekt», so Lagler. Ein Beispiel: Der Betrieb der bislang einzigen Ladestation benötigt mehr Strom als das gesamte Busdepot Rankhof im Normalbetrieb. Der Strom der IWB kommt nur aus erneuerbaren Energiequellen. «In Zukunft werden wir 100 Prozent emissionsfrei unterwegs sein», verspricht Lagler. Die komplette Infrastruktur, die Umläufe, Schichten – einfach alles muss umgestellt werden. Hinzu kommt die Infrastruktur für die Ladestationen. Dabei setzen die BVB auf fixe Stationen in den Depots.

Unterwegs laden sei keine Option, erkärt Oggier, zumal die Batterieleistung und Reichweite sich rasant entwickeln werden, so die Annahme. Das würde teuere Schnelllader an Haltestellen dann obsolet machen.

In diesem Bus hört man jedes Flüstern

(lha)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mario am 07.02.2019 17:51 Report Diesen Beitrag melden

    Künstliche Geräusche

    Bitte hört auf, E-Fahrzeuge künstlich "hörbar" zu machen. In geraumer Zeit hätten die Leute vielleicht kapiert zu schauen, bevor sie vom Trottoir direkt auf die Fahrbahn hüpfen. Aber nein, man lernt nach wie vor, dass ein Fahrzeug Brumm-brumm macht - und alle springen einem vors Velo.

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  • Linsenkopf am 07.02.2019 17:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umweltschwindel

    Mich würde interessieren, wie seine Umweltbilanz aussieht - insbesondere in Bezug auf die Lithiumgewinnung der Batterien etc.

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  • D.D am 07.02.2019 17:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Umwelt zur liebe

    Oh man oh man oh man! Diese Logik wieder... Elektro Buse, weil anscheinend der Umwelt zur liebe und den Menschen ohne Abgase und Lärm fahre. Na klar, diese Akkus herstellen macht schon die Welt kaputt, dazu noch einen Soundgenerator?? Damit sie Leute den Bus hören wenn er kommt. Und was braucht man um den Bus aufzuladen? AKW's na danke auch. Mehr wiedersprechen kann man sich nicht. Hauptsache etwas erzählen was die Menschen glauben sollten. Elektro=besser Klar! Nicht mal im Traum. So etwas unterstütze ich nicht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Genervter am 03.03.2019 11:44 Report Diesen Beitrag melden

    Tztztztz

    Der Busfahrer soll am Aussenspiegel eine Fahrradglocke anbringen und diese Während der Fahrt Betätigen. So ist allen geholfen.

  • Gasto am 17.02.2019 09:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wau

    Also meiner Meinung ist es ok, aber warum muss es ein Gelenkbus sein? Ein normaler würde es auch tun, weniger schwer und die Reichweite würde auch verbessert werden. Und wieviele Ersatz Buse müssten bereitstehen um diese Gewährleistung Standard zu halten.

  • Dafür am 09.02.2019 20:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Entweder

    Oder dagegen..! Ich finde ein Test ist gut.ABER? Heizen..Kühlen..und wooo kommt der Strom her..? Weil Bünzlis wehren sich gegen Atom/Wind und Wasserkraftwerke..auch Solar kann stören???

  • Martial2 am 09.02.2019 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum soviel Energie verschwenden?

    Die Trolleybusse existieren seit ca. 80 Jahren, die funktionieren mit Elektrizität, aber ohne diese absurden Akkus... Es ist immer noch die beste Lösung, dazu Busse mit Wasserstoff!

  • S. Sander am 08.02.2019 22:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umwelt?

    Umwelt? Wie werden denn die Akus geladen ? Mit AKW aus Frankreich? Sie verdienen sich eine goldene Nase während wir die AKWS abschalten und trotzdem mit veralteter Technik der Nachbarn gefährdet sind. Leute heute hat die Technik längst sehr gute Fortschritte gemacht auch bezüglich Motoren. Das muss einfach mal gesagt sein.