21. April 2005 22:34; Akt: 21.04.2005 22:35 Print

Infos und Sprechstunden für Basler Sexworkerinnen

Die Aids-Hilfe beider Basel will Sexarbeiterinnen besser vor HIV-Infektionen schützen. Das Projekt hat schweizweit Pioniercharakter.

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Über 1200 Frauen arbeiten in Basel im Sexgewerbe. «Gerade Migrantinnen sind besonders durch HIV-Ansteckung gefährdet», sagt Carmen Rahm von der Aids-Hilfe beider Basel. Viele wüssten nur ungenügend über die Krankheit und Schutzmöglichkeiten Bescheid. Zudem trauen sie sich auch bei anderen Gesundheitsproblemen kaum, einen Arzt aufzusuchen. «Die Ansteckung mit Aids wird aber durch andere Geschlechtskrankheiten begünstigt», erklärt Rahm.

Deshalb wurde Anfang April das Pilotprojekt Apis plus gestartet: Dabei steht den Sexarbeiterinnen jeden Mittwochnachmittag eine Arztpraxis zur Verfügung, wo sie ohne Voranmeldung, anonym und gratis eine Ärztin in ihrer Muttersprache konsultieren können. «Wir brauchen uns dort nicht zu schämen», sagt eine 43-jährige Masseuse eines Thaisalons.

Weiter leisten die Aids-Hilfe-Mediatorinnen neu 100 statt 60 Arbeitstunden pro Monat: Sie informieren die Sexarbeiterinnen an ihrem Arbeitsplatz über Aids. Im Herbst wird zudem ein Kurs für Salonbetreiber durchgeführt, in dem diese für die Aidsprävention sensibilisiert werden. Das Pilotprojekt läuft drei Jahre und kostet jährlich 60 000 Franken.Sabine Knosala