Basel-Stadt

11. Juni 2014 17:18; Akt: 11.06.2014 17:18 Print

Initiative für fleischlose Ernährung

Das Projekt Sentience Politics lanciert in Basel eine Volksinitiative für eine fleischlose Ernährung. Bis 2020 soll in öffentlichen Institutionen pflanzliche Kost dominieren.

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Ab 2020 soll in den öffentlichen Institutionen die pflanzliche Ernährung gefördert werden. (Bild: Keystone/Christian Charisius)

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Das Volksbegehren verlangt vom Kanton namentlich ein Leitbild, das die Auswirkungen des Tierproduktekonsums auf Klima, Ressourcen- und Landverbrauch, Gesundheit und Tierwohl aufzeigt. Zudem soll das Leitbild Empfehlungen abgeben zur Senkung des Konsum tierischer Produkte und zur Erhöhung des Anteils vegetarischer und veganer Menüs. An einer Pressekonferenz am Mittwoch wurde das Projekt Sentience Politics der Giodarno Bruno Stiftung Schweiz (GBS) vorgestellt.

Im Umweltschutzgesetz des Kantons Basel-Stadt sollen die Förderungsmassnahmen ab 2020 dauerhaft bestehend bleiben. Eaternity, eine Non-Profit-Organisation, zeigt auf wissenschaftlicher Basis auf, weshalb ein Umdenken im Bereich der heimischen Esskultur erforderlich ist.

Massnahmen zur fleischlosen Ernährung

Die angestrebten Massnahmen umfassen beispielsweise die Erstellung eines kantonalen Leitbildes in Form von Empfehlungen zur Senkung des Konsums von Tierprodukten, eine Förderung des Absatzes von vegetarischen und veganen Menüs in Verpflegungseinrichtungen öffentlich-rechtlicher Anstalten, eine Ausweitung des vegetarischen und veganen Angebotes insbesondere in Bildungseinrichtungen, und eine umfassende Bildungsförderung für die Zubereitung von pflanzlichen Gerichten.

Während der Pressekonferenz wurde mehrmals betont, dass nicht gänzlich auf Fleisch verzichtet werden soll. «Mir ist es ein Anliegen, dass man die Bevölkerung nicht bevormundet, ich will schon gar niemanden zum Vegetarier machen – und ich bin auch selber keine», sagt Grossrätin Nora Bertschi, die das Projekt unterstützt. Nicht nur gesund, sondern auch lecker soll ein pflanzliches Menü laut Aurelian Jaggi, dem Mitbegründer von Eaternity und Experten für klimafreundliche Ernährung, sein.

Auslöser für die Initiativbewegung

Die Klimaerwärmung, der Welthunger und die Wasserknappheit sind nur wenige Beispiele für zahlreiche Auswirkungen der überaus fleischlastigen Ernährung, die mithilfe der Essgewohnheiten mühelos auf eine positive Weise beeinflusst werden können. Die Initianten berufen sich dabei auf Studien der UNO, in welcher die aktuelle Ernährung als ebenso klimaschädlich eingestuft wird wie der gesamte globale Verkehr.

Doch auch das Tierleid spielt dabei eine grosse Rolle. Massentierhaltungen sind längst keine Seltenheit mehr. Allein in der Schweiz werden täglich 150'000 gemästete Tiere geschlachtet. Ebenfalls entstehen hohe CO2 Emissionen aufgrund der Verarbeitung des Fleisches und den langen Transportwegen von Tierprodukten.

Unterstützt wird das Projekt von zahlreichen Politikern, wie den Grossrätinnen Brigitta Gerber und Andrea Bollinger, als auch alt Bundesrat Moritz Leuenberger. Am Donnerstag erfolgt eine Unterschriftensammlung bei der Helvetia-Statue in Kleinbasel.

(vh/pjz/sda)