Kleinbrauereien

22. Juli 2015 05:53; Akt: 22.07.2015 14:25 Print

Junge und Expats befeuern Basler Brauereien-Boom

von Matthias Kempf - Lokales Bier wird immer beliebter. Vor allem Junge und Expats fliegen auf die Kreationen der Basler Kleinbrauereien.

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Es ist Bierwetter in Basel. Das spürt auch die junge Brauerei Volta Bräu. «Wir sind am Limit und dürfen uns im Moment keine Fehler erlauben», sagt Betriebsleiter Jarin Huber. 3500 Liter verkaufen sie pro Monat. Alle sechs Lagertanks sind rappelvoll mit insgesamt 12'000 Liter Bier.

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Auch Luzius Bosshard, Geschäftsführer von Unser Bier, rechnet damit, dass seine Brauerei diesen Sommer ein paar hundert Liter Bier mehr verkauft als im letzten Jahr. 2014 waren es rund 600'000 Liter gewesen. Viel mehr gibt die Gundeldinger Brauerei nicht her. Nächstes Jahr werden drei neue Tanks angeschafft, womit die Kapazität auf 800'000 Liter steigt.

Am Limit operiert zurzeit auch die Braubude Basel. Der Verein produziert pro Monat 1000 Liter Bier. «Unsere Lagerkapazitäten lassen nicht mehr zu», sagt Vereinspräsident Daniel Baumgartner. Auch hier schmiedet man Expansionspläne. Aus dem Verein soll in den nächsten Jahren eine Firma werden.«Wir haben Bars als fixe Abnehmer, die eher von einem jüngeren Publikum frequentiert werden», sagt Baumgartner.

Saisonale Spezialitäten sind gefragt

Ein Grossteil des Erfolgs der lokalen Brauereien ist auch auf ihr saisonales Sortiment zurückzuführen. So profitiert beispielsweise Ueli Bier mit Spezialbier für das Basel Tattoo vom Erfolg des Grossanlasses. Und am Dienstag hat Unser Bier mit dem Abfüllen eines leichten Biers begonnen, das den Namen «Feriebier» trägt und sozusagen als zweiten Namen «Saint Jaques sur Plage» hat. So wurde früher das Gartenbad St. Jakob beschönigend genannt. «Früher in der Schule haben wir Kinder, die nicht so viel Geld hatten, den anderen immer erzählt, dass wir in Saint Jaques sur Plage waren, als diese von ihren tollen Sommerferien geschwärmt hatten», sagt Luzius Bosshard, Geschäftsführer von Unser Bier. «Der Name tönt nach einem noblen Ort.» Mit dem Ferienbier, dass seit Mittwochmorgen im Vertrieb ist, wollte Bosshard ein leichtes Bier für alle Daheimgebliebenen brauen.

Expats trinken starkes Bier

Hauptkonsumenten der lokalen Brauereien seien neben den Jungen die Expats. «Vor allem Amerikaner trinken unser Aypiey-Bier», sagt Bosshard. Das liege am Geschmack. Das obergärige Indian Pale Ale habe einen höheren Alkoholgehalt und sei für einige Europäer zu stark, sagt Bosshard. Gleiches hört man von Volta Bräu, wo ein grosser Teil der Klientel aus Expats besteht. «Jedes zweite verkaufte Bier ist ein Red Ale oder ein Indian Pale Ale», sagt Jarin Huber.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lanzelot am 22.07.2015 08:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aus Prinzip kein Einheitsgebräu

    Liegt nicht nur am Heimatschutz dass ich lokales Bier trinke. Das Einheitsgebräu vom Heineken und Ähnlichen trinke ich nicht. Dann lieber etwas mehr bezahlen und ein fantastisches Unser Bier geniessen. Leider oft mit Anfahrtsweg nach Basel verbunden

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  • Mälzer am 22.07.2015 10:35 Report Diesen Beitrag melden

    Pro lokales Bier

    Jedes lokale Bier ist besser als das abgefüllte Spülwasser, dass man unter den Namen Heineken, Carlsberg und Feldschlösschen verkauft!

  • Kurtli am 22.07.2015 07:14 Report Diesen Beitrag melden

    Trend

    Das ist übrigens nicht nur bei den Bebbis so. Augen auf! Auch in anderen Kantonen ein Trend.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martial Kohler am 25.07.2015 17:44 Report Diesen Beitrag melden

    Das Schweizer-Bier ist zu teuer...

    Früher habe ich viel Feldschlösschen-Bier getrunken, seit die Carlsberg-Übernahme nie mehr, da es sich nicht mehr um ein Schweizerprodukt handle. Ich bevorzuge das deutsche Bier von Lidl/Aldi: Pro 1/2 lt-Dose 48 Rp. Einwandfreier Gerstensaft. Prost !!

  • pat99 am 25.07.2015 05:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Muss es so teuer sein?

    Schön, diese neue Bierkultur. Allerdings habe ich schon etwas Mühe mit der Preisgestaltung - das vielgeschmähte ausländische Bier bekomme ich in anständiger (!) Qualität für rund 1.-/Liter, ein 33cl-Fläschli vom lokalen kostet locker 1.50, wenn nicht mehr. Also fast fünfmal mehr. Muss das wirklich so teuer sein?

    • Karl Linder am 27.07.2015 11:13 Report Diesen Beitrag melden

      Man hat die Wahl

      Man kann auch schlechtes Bier trinken, oder besseres. Ich denke, das Leben ist zu kurz für Ersteres.

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  • pete am 23.07.2015 05:39 Report Diesen Beitrag melden

    sauft mehr, die Lager sind voll

    Super Werbung für Alkohol, einer legalen Droge, die viel Kosten und viel Leiden verursacht. Zigaretten zu verteufeln ist eben viel einfacher.

  • Mythbuster am 23.07.2015 00:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vermeintliche Swissness

    Und all die lokalen Brauer arbeiten mit ausländischen Zutaten :)

    • Pat99 am 25.07.2015 05:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Falsch - nicht alle

      Nein, nicht alle! Bitte sich informieren vor dem Lamentieren...

    • E. Hofer am 26.07.2015 09:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Von wegen aus der Schweiz

      @Pat99 bitte zeigen Sie mir nur eine einzige Schweizer Mälzerei, es gibt keine! Nennen Sie mir eine Hopfenproduktion die für Schweizerbrauereien anbaut. Nun wo kommen den die Produkte wohl her, von ausländischen Mälzerein und Hopfenbauern.

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  • Privatbrauereien am 22.07.2015 20:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur noch

    Nur expats? Noch nie was vom regiobrauerreitag gehört? Die schweiz hat über400 kleinbrauereien, die beste braukunst zeigen. Die brühe der grossen brauereien kann man ja nicht mehr trinken, seit diese an nicht schweizer konsortien verkauft wurden