Protest

06. Oktober 2015 17:35; Akt: 06.10.2015 17:35 Print

Juso verklebt bürgerliche Wahlplakate

Mit einer grossangelegten Kleber-Aktion kritisiert die Juso das Gebaren der Wirtschaftskammer Baselland. Diese erkaufe sich die bürgerlichen Kandidaten.

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Der Schriftzug «Gekauft!» prangt auf den Mündern, Augen und Stirnen der Politiker, die von den unzähligen Wahlplakaten im Kanton Baselland lachen. Dahinter steckt die Juso, die in einer Nacht-und-Nebel-Aktion Tausende von Stickern auf die Kampagnen-Bilder der FDP und SVP geklebt hat. Damit wollen die jungen Mitglieder der Partei die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf einen «politischen Missstand» lenken. «Die Wirtschaftskammer finanziert den Wahlkampf der bürgerlichen Kandidaten», erklärt Juso-Co-Präsidentin Julia Baumgartner.

«Wir stören uns daran, dass die Bürgerlichen von dieser Institution gekauft wurden», kritisiert Baumgartner den Wahlkampf. Vor allem die Rolle von Christoph Buser (FDP), der sowohl als Direktor der Wirtschaftskammer fungiert als auch für den Ständerat kandidiert, wolle die Juso hinterfragen und den Finger darauf halten.

Offenlegung der Wahlkampf-Finanzierung

Ziel sei es, gegen den «Filz» vorzugehen, sagt Baumgartner. Sie ehebt schwere Vorwürfe: «Gelder des Kantons fliessen in die Wirtschaftskammer, die wiederum in den Wahlkampf der bürgerlichen Politiker investiert werden.» Somit würde in die eigene Tasche gewirtschaftet werden. Die momentane Rolle der Wirtschaftskammer sei einem Rechtsstaat unwürdig. Um Klarheit in den «Sumpf» zu bringen, fordert Baumgartner eine sofortige Offenlegung der Wahlkampf-Finanzierung.

Die Wirtschaftskammer zeigt sich genervt über die «unzulässige Sachbeschädigung», die an den Plakaten begangen wurde. «Man erkennt den jugendlichen Leichtsinn», der dahinter stecke, sagt Daniel Schindler, Kommunikationsbeauftragter der Wirtschafskammer. Den Vorwurf, Politiker würden gezielt gekauft werden, qualifiziert er als strafbare, üble Nachrede. «Die drei bürgerlichen Parteien CVP, FDP und SVP haben von der Wirtschaftskammer für den Wahlkampf je 20'000 Franken erhalten. Mit einem solchen Beitrag kann nur ein sehr geringer Teil des Wahlkampfes finanziert werden», kontert Schindler die Kritik.

«Sticker gut entfernbar»

Die Juso gibt sich aber weiter kämpferisch. Nun solle eine parlamentarische Untersuchungskommission die Rolle der Wirtschaftskammer im Wahlkampf-Battle untersuchen. Zudem betont die Juso, dass die «Gekauft!»-Kleber keinen Schaden auf den Plakaten hinterlassen würden, da sie gut zu entfernen seien.

Ständeratskandidat und Wirtschaftkskammerdirektor Christoph Buser bezog auf eine Anfrage von 20 Minuten nicht persönlich Stellung.


(jd)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nemo am 06.10.2015 18:02 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn Argumente fehlen

    verschmiert, verklebt oder zerstört man eben die Plakate der anderen. Leider ein Eigentor. Solche Leute bekommen meine Stimme NIE! Überzeugt mit Argumenten statt mit Zerstörung. Dann nimmt man Euch vielleicht auch mal etwas ernst.

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  • mk am 06.10.2015 18:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das erstaunt...

    ...mich keineswegs! Man sieht ja im allgemeinen wie primitiv von links argumentiert wird! Alles was nicht so denkt wie sie ist rechts(radikal) und hat sowiso keine ahnung von nichts und will sich nur abschotten von der aussenwelt. Das volk wird nach strich und faden angelogen und hintergangen! ( habe übrigens mein halbes leben lang links gewählt, mitlerweilen erkannt was läuft und somit mein halbes leben lang falsch gelegen.) Ich hoffe das hat ein nachspiel, denn wenn nicht, wird das in zukunft gang und gäbe sein. das gilt für ALLE parteien!

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  • Denny am 06.10.2015 18:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum immer kaputt machen?

    Etwas kaputt machen ist geeignet für Leute welche keine Argumente mehr haben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ein Insider am 07.10.2015 20:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    FDP-Gerangel

    Die Aktion richtet sich zur Hauptsache gegen Buser. Er stösst parteiintern bei den MitkandidatInnen auf noch grösseren Widerstand als bei der Juso. Weshalb wird der Juso die Klebeaktion angehängt und nicht den ParteikollegInnen, die sich um die Wiederwahl fürchten? Aus dem gleichen Umkreis kommen auch die Angriffe gegen die Wirtschaftskammer.

  • pm glp am 07.10.2015 16:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Finger auf den wunden Punkt

    fast alle Kommentare beziehen sich auf das verunstalten der Plakate aber kaum einer diskutiert den Inhalt der Aktion. Die Juso hat medienwirksam den Finger auf den wunden Punkt der bürgerlichen und der Wirtschaftskammer gelegt. Aktion geglückt!

  • Brumegg am 07.10.2015 15:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das ist nichts besonderes

    nein einfach Juso . Ein tolles Demokratieverständnis haben diese sachbeschädiger . Mit solchen Aktionen erreichen sie nur eines , sie werden nicht ernstgenommen und sind gar nicht wählbar.

    • Lia am 07.10.2015 17:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Klar

      Ist ja auch nur ein Haufen von Kindsköpfen, welche nur fordern, wahrscheinlich noch nie iml Leben gearbeitet haben und keine anderen Meinungen akzeptieren können.

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  • Es vau phe am 07.10.2015 15:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nachdenken

    Die Aktion ist weder lustig noch geistreich. Es zeigt sich nur wieder welche Parteien auf welchem Niveau politisieren. Die SVP wird sich vielleicht noch für diesen boomerang bedanken

  • eS am 07.10.2015 15:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weg mi den Plakaten!

    Unabhängig von der Juso-Aktion: eine einfache Lösung für diese Plakatüberflutung wäre ein Verbot dieser Selbstdarstellungen. Welche Gemeinde hat den Mut, diesen unsinnige flachen Abbildungen zu verbieten? Es würde viel Geld und Nerven einsparen, und auch den vielleicht recycelbaren Abfall vermindern. Ich jedenfalls vermisse diese Köpfe, egal von welcher Partei, ganz und gar nicht.