Basel-Stadt

07. Juni 2016 05:52; Akt: 07.06.2016 05:52 Print

Kampf um 4 Stadtvillen geht in die nächste Runde

Vier alte Herrenhäuser am Steinengraben sollen einem Neubau weichen. Mit einem Rekurs gehen die Bewohner und der Mieterverband gegen diesen Entscheid vor.

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Die Bewohner der Häuserzeile am Steinengraben 30 bis 36 wollen sich gegen die Abriss-Pläne des Versicherungskonzerns Helvetia nicht geschlagen geben und gehen nun mit einem Rekurs gegen den Abbruch vor. Ginge es nach dem Unternehmen, hätten die Liegenschaften schon lange durch einen Bürokomplex ersetzt werden sollen. «Nach langjährigem Widerstand gegen dieses unsinnige Bauprojekt lassen wir uns nicht einfach so abspeisen und haben gemeinsam mit dem Mieterverband Basel-Stadt und unserer Anwältin Rekurs erhoben», kommunizieren die betroffenen Mieter in einer Mitteilung.

Die mehreren Einsprachen aus verschiedenen Gründen, mit denen der Abriss der Altbauten hätte verhindert werden sollen, seien vom Bauinspektorat abgelehnt worden. «Dies teils mit Argumenten, welche einem die Haare zu Berge stehen lassen», so die jetzigen Bewohner, darunter Studenten, Familien und WGs, die laut eigenen Angaben alles andere als wohlhabend und auf günstigen Wohnraum angewiesen sind.

Gesetzeskonform?

Der Mieterverband, der den Bewohnern der Steinengraben-Häuser Rückendeckung gibt, ist noch einmal über die Bücher: Mit einer bis ins Detail ausgearbeiteten Argumentationsliste soll die Baurekurskommission überzeugt werden. Die Verhältnismässigkeit des Neubauprojektes sei nicht gegeben, zumal die Argumentation des Bauinspektorats, es entstehe gleich viel Wohnraum wie abgerissen werde, «grotesk» sei. Tiefgaragen, Lift, Treppenhäuser sowie Tank- und Haustechnikräume würden als bewohnbar deklariert. Dies sei nur eines von vielen Fragezeichen, die es zu beseitigen gelte.

Die Mieter halten vor allem den Finger auf die neue Gesetzesgebung, die explizit Wohnraum in verschiedenster Weise schützen und fördern soll. Dennoch sei das Baugesuch ohne Probleme durchgewunken worden. «Da läuft etwas gehörig schief», so die Betroffenen. Die Rekurrenten sammeln nach wie vor Unterschriften sowie finanzielle Mittel, um für den finalen Schritt vorbereitet zu sein.«Wir sind bereit, das finanzielle Risiko einer gerichtlichen Auseinandersetzung einzugehen», versichern sie.

Helvetia schweigt

Von Seiten der Helvetia blieb der Rekurs unkommentiert, da sich dieser gegen einen Entscheid des Bau- und Gastgewerbeinspektorats richte. Man sei nach wie vor überzeugt von dem Bauprojekt, zur Verzögerung nehme man jedoch keine Stellung. Laut Baurekurskommission wird über den Steinengraben-Fall an einem Stichtag im Herbst entschieden. Bis zu diesem Zeitpunkt sei das Dossier offen.

(jd)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kurt P. am 07.06.2016 07:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel Glück

    Ich wünsche den Initianten viel Glück! Diese grässlichen Blockrand Bebauungen sind der emotionale Tod jeder Stadt. Sieht überall gleich aus, keine Individualität, maximale Rendite, völlig steril.

  • Nikinio am 07.06.2016 10:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch mal Glück gehabt.

    Ich glaube ich habe wirklich die günstigste Wohnung in ganz Basel. 2 Zimmer 50qm undbezahle 500.-. Und das mittem in der Stadt. Die wer ich nie mehr weggeben!

  • Zizzii am 07.06.2016 08:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bald wie in zürich

    Wo soll das hinführen? Bald wie in Zürich, wo sich für eine Wohnungsbesichtigung 1000 Leute melden und eine kleine zweizimmerwohnung 2500 franken kostet.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nikinio am 07.06.2016 10:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch mal Glück gehabt.

    Ich glaube ich habe wirklich die günstigste Wohnung in ganz Basel. 2 Zimmer 50qm undbezahle 500.-. Und das mittem in der Stadt. Die wer ich nie mehr weggeben!

  • Vinc am 07.06.2016 10:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Altes Denken

    das ist genau der Unterschied zwisches Zürich und Basel. Basel bleibt einfach stehen..... Zürich denkt Zukunftsmässig!

  • Cavi33 am 07.06.2016 09:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine Hand wäscht die andere

    Einmal mehr Vetternwirtschaft oder einfach nur Gewinnmaximierung einer Versicherung. Es ist wahrscheinlich so sicher wie das Amen in der Kirche dass die Neubauwohnungen locker das Doppelte kosten werden.

  • Zizzii am 07.06.2016 08:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bald wie in zürich

    Wo soll das hinführen? Bald wie in Zürich, wo sich für eine Wohnungsbesichtigung 1000 Leute melden und eine kleine zweizimmerwohnung 2500 franken kostet.

  • Kurt P. am 07.06.2016 07:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel Glück

    Ich wünsche den Initianten viel Glück! Diese grässlichen Blockrand Bebauungen sind der emotionale Tod jeder Stadt. Sieht überall gleich aus, keine Individualität, maximale Rendite, völlig steril.