Fotos von Demonstranten veröffentlicht

14. November 2019 16:39; Akt: 14.11.2019 17:59 Print

«Lasst euch auf keinen Fall einschüchtern»

Die Basler Staatsanwaltschaft veröffentlichte am Donnerstag anonymisierte Fotos von 20 Teilnehmern der «Basel Nazifrei»-Demo.

An der unbewilligten Demonstration gegen die Rechtsextremen-Kundgebung vom 23. November 2018 kam es zu Ausschreitungen. (Video: 20 Minuten)
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Am 24. November 2018 kam es im Rahmen einer unbewilligten Demonstration gegen eine bewilligte Kundgebung von Rechtsradikalen auf dem Basler Messeplatz zu Krawallen. Die Basler Staatsanwaltschaft hat am Donnerstag anonymisierte Fotos von 20 Personen veröffentlicht, die an den Ausschreitungen beteiligt gewesen sein sollen. Innert Wochenfrist nach der Ankündigung der Öffentlichkeitsfahndung hatte sich keiner der Gesuchten freiwillig der Polizei gestellt. Es ist das erste Mal, dass dieses Mittel gegen Teilnehmer einer Demonstration angewendet wird.

Gegen sie werden Verfahren wegen Verdachts des Angriffs, Landfriedensbruchs, Körperverletzung, Gewalt und Drohung gegen Beamte, Nötigung sowie Störung des öffentlichen Verkehrs geführt. Den anonymisierten Bildern nach hat die Behörde die Teilnehmer der unbewilligten Kundgebung systematisch fotografisch erfasst. Der Nummerierung nach wurden Aufnahmen von mindestens 309 Teilnehmern gemacht.

Die Fotos der gesuchten Personen hat die Staatsanwaltschaft in einer PDF-Datei auf ihrer Webseite publiziert. Die Behörde wird in einem nächsten Schritt unverpixelte Bilder der Gesuchten veröffentlichen, sollten sich diese nicht innert circa zehn Tagen gestellt haben.

«Nicht einschüchtern lassen»

«Lasst euch nicht aufscheuchen», rät hierzu das linksautonome Portal Barrikade. Dort wurde ein kleiner Leitfaden im Umgang mit dem Online-Pranger der Staatsanwaltschaft publiziert, der sich explizit an die Gesuchten richtet. Weil die Staatsanwaltschaft möglicherweise die Zugriffe auf ihre Webseite auswertet, wird dazu geraten die Bilder nur mit Tail- oder Tor-Browser zu sichten, um nicht zurückverfolgbar zu sein.

Zudem wird zur Konspiration geraten. Die Beteiligten sollten sich im «vertraulichen Rahmen» besprechen, bevor man auf den Pranger reagiere. Man solle sich auf keinen Fall einschüchtern lassen. «Wir hoffen, dass der Versuch der Staatsanwaltschaft, die Bevölkerung zu Spitzeln zu machen, ins Leere laufen wird.»

So verlief die Demonstration am Samstag in Basel

(lha)