Langenbruck

04. Januar 2016 05:52; Akt: 04.01.2016 05:52 Print

Kein Schnee – Skilift droht das Aus

Die Zukunft des Skilifts Langenbruck hängt am seidenen Faden. Im Sommer will der Verwaltungsrat darüber entscheiden, ob sich der Betrieb noch lohnt.

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Grüne Wiesen, milde Temperaturen und zwei Skilifte, die diese Saison noch kein einziges Mal in Betrieb waren, lassen Peter Hammer, Mitinhaber der Skilift AG Langenbruck, zweifeln. «In den Alpen wird diesen Winter über das warme Wetter und den fehlenden Schnee gejammert. Wir kennen diesen Zustand zur Genüge. Seit 25 Jahren ist er unser tägliches Brot», seufzt Hammer. Der Skilift kommt seit der Jahrtausendwende während einer Saison gerade noch auf 15 bis 20 Betriebstage. «Vor 50 Jahren war das noch ganz anders. Damals lief der Skilift an 60 Tagen», erzählt Hammer.

Die Rentabilität und Zukunft des Lifts sei in den vergangenen Jahren stets ein Thema gewesen. «Wir machen dieses Projekt mit viel Herzblut», erzählt der Hauptaktionär. Dennoch würden die schneearmen Winter nicht spurlos an ihm vorbei gehen. In den hiesigen Breitengraden sei es warm und nass oder kalt und trocken. Eine prekäre Wettersituation für Skilift-Betreiber. Dieses Jahr komme die erschwerende Tatsache hinzu, dass die Sportferien bereits auf Anfang Februar fallen. «Die Erfahrung zeigt, dass viele Schneesportler ihre Ski-Ausrüstung mieten und am Ende der Ferien zurückgeben.»

20'000 Franken Fixkosten

Den Kopf in den Sand stecke er nach wie vor nicht. «Der Winter ist noch nicht vorbei. Diese Woche kommt der Schnee bestimmt. Die Frage ist, wie lange er bleibt», so Hammer. Cédric Sütterlin, Meteorologe bei Meteonews, hingegen prognostiziert eine vermehrt regnerische Woche mit milden Temperaturen. Anfang Woche dominieren Regengüsse und vereinzelte sonnige Abschnitte und am Donnerstag sorge eine Warmfront für sieben bis neun Grad. Ab Freitag sei die Wetterlage relativ unsicher. Mit Schnee könne die Region jedoch eher nicht rechnen.

Hammer bestätigt einen Bericht des «Regionaljournals», dass eine schwerwiegende Entscheidung für die Skilift-Betreiber anstehe. Im Sommer werde der Verwaltungsrat diskutieren, ob der Erhalt des Lifts noch tragbar sei. Rund 20'000 Franken Fixkosten müssen jährlich für die Lifte aufgebracht werden. Fehlt der Betrag, müssten Alternativen gefunden werden, was sich nicht immer einfach gestalte.

Hammer betont, dass die aktuelle Situation schmerzhaft sei. «Aber die Natur ist stärker, als wir es sind», sagt er.

(jd)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Management Consultant am 04.01.2016 07:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wetterbedingtes Business

    Vor 50 Jahren war sogar der Zürichsee und der Bodensee zugefroren. Die Zeiten ändern sich. Sport- und Openair Events fallen ins Wasser, wenn das Wetter nicht stimmt. Das ist halt das Risiko.

  • W. Meier am 04.01.2016 09:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade schade aber Geld regiert

    An alle Besserwisser. Stellt mal etwas auf die Beine und schaut wieviel Geld mit Vorschriften drauf geht. Ich finde es schade, weil das die Skilifte der Normalverdiener waren.

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  • Rohrer Martin am 04.01.2016 10:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Wandel

    Mit dieser Entwicklung musste man rechnen. Aber auch in besseren lagen wird es zu Schließungen kommen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • LBBL am 05.01.2016 16:51 Report Diesen Beitrag melden

    traurige Sache

    Wäre sehr Schade. Habe viele Jahre direkt daneben gewohnt und dort auch Skifahren gelernt.

  • Eisbärin am 05.01.2016 00:40 Report Diesen Beitrag melden

    Bin ich Alt oder Jung für den Schnee

    Bin ich Alt oder Jung für den Schnee. Ich wollte es ignorieren, aber meine Doofheit ist stärker

  • Warnung am 05.01.2016 00:01 Report Diesen Beitrag melden

    Darum müssen immer andere aufpassen

    Darum müssen immer andere aufpassen. Ich habe viel Schlaflosigkeit, hilft ein starker Kamillentee, am Morgen ein Sprung in den Bodensee, das ist gesund und stärkt den Charakter. Aber aufgepasst, nicht zuweit hinausschwimmen, man weiss nie, wann die nächste "Seegfröhrni" kommt.

  • Kreuzung am 04.01.2016 23:53 Report Diesen Beitrag melden

    Ist mir doch egal

    Ist mir doch egal. ich beschäftige mich lieber mit. Unterschied von Monolog zum Dialog. Das ist wie beim Autofahren, sie wollen immer nur grün haben an der Ampel, alle anderen haben den ganzen Tag rot. Haben sie es jetzt verstanden Mister X ? Falls immer noch nicht, versuchen sie es sich bildlich vorzustellen, sie sind nicht allein auf der Welt, es wäre ihnen doch zu langweilig, gell.

  • mrthinkpositive am 04.01.2016 20:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wunschdenken vs Realität

    Macht das beste aus der Sitation und baut die Anlage zu einem Bikeparkbetrieb um. Für wenig Geld und Aufwand lässt sich die Anlage zum Hinaufziehen von Bikes und ihren Piloten umrüsten. Schaut doch mal in Deutschland oder Tschechien. Da gibt es zig Beispiele...

    • Oberbaselbieter am 04.01.2016 21:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Coole Idee!

      Tschuldigung, aber ein Skilift in Langenbruck ist eher ein Witz, als etwas, das Bestand hat. Wer skifahren möchte, geht in ein Skigebiet. Ihr habt Eueren Mini-Kletterpark und auch eine coole Rodelpiste mit Geschwindigkeitsmessung. Der Bikerpark wäre garantiert die bessere Entscheidung. Die Rodelpiste dütfte man auch verlängern. Dann klingelt es auch wieder in der Kasse, was ich sehr gerne unterstützen würde.

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