Kantone winken ab

14. Juli 2014 14:35; Akt: 14.07.2014 16:05 Print

Kein Sportbecken im Aquabasilea

Die Kantone Baselland und Basel-Stadt ziehen sich aus dem Schwimmhallen-Projekt beim Aquabasilea zurück – wegen Unstimmigkeiten in der Finanzierung.

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Das Aquabasilea wird nun doch keine Schwimmhalle erhalten. (Bild: Keystone/Georgios Kefalas)

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Die Sportdirektionen der beiden Basel haben beschlossen, sich aus dem Schwimmhallenprojekt beim Pratteler Freizeitbad zurückzuziehen. Der Traum vom seit Jahren geforderten regionalen Trainings- und Wettkampfstützpunkt mit einem 50-Meter-Becken ist nun geplatzt – obwohl ein solches wettkampftaugliches Sportbad momentan in der ganzen Nordwestschweiz fehlt.

«Christoph Eymann und ich haben dem Projekt mangels Realisierungschance eine Absage erteilt», begründet der Baselbieter Sportdirektor Urs Wüthrich gegenüber der «Basler Zeitung» den Entscheid. «Wir verfügen über keine Rechtsgrundlage für die Finanzierung von Betriebsbeiträgen.»

Schwimmhalle wäre «Schnäppchen» gewesen

Baselland leiste für Sportstätten lediglich Investitionsbeiträge. Aquabasilea hatte vorgeschlagen, dass die Credit-Suisse-Anlagestiftung den Bau des 40-Millionen-Franken-Projekts finanziert und die Kantone sich verpflichten, langfristig Betriebskostenzuschüsse in Millionenhöhe zu leisten.

Aquabasilea-Geschäftsführer Andreas Schauer zeigt sich enttäuscht, zumal es die Kantone gewesen seien, die das Projekt angestossen hätten und er ein vergleichsweise günstiges Paket geschnürt habe. Dem pflichtet der Basler Sportamtschef Peter Howald bei, der die Verhandlungen mitbestritt: Die Baukosten wären tatsächlich ein «Schnäppchen» gewesen, denn das Schwimmzentrum hätte von der bestehenden Infrastruktur des Freizeitbads profitiert.

30 Franken Eintritt

Jedoch seien für die Stadt wie auch für das Baselland bei den aktuellen finanziellen Rahmenbedingungen langfristige Betriebskosten «undenkbar», wenn auch nicht gesetzeswidrig, so Howald. Diese Position haben man gegenüber dem Aquabasilea schon zu Beginn der Verhandlungen klar kommuniziert.

Vom Projekt in Pratteln ist Peter Howald nach wie vor überzeugt und wäre begeistert, wenn das Aquabasilea es als Ergänzung zu seinem bestehenden Angebot weiterverfolgen würde, sagte er der «Basler Zeitung». Diese Hoffnungen zerschlägt Geschäftsführer Schauer sogleich: «Um ein solches Bad ohne Zuschüsse wirtschaftlich betreiben zu können, müsste man Eintrittspreise um 30 Franken verlangen.» Diesen Preis zu zahlen seien die Schwimmer aber nicht bereit.

Mitfinanzierung wurde nie thematisiert

Offen ist nun, wer für die aufgelaufenen Projektierungskosten für die Schwimmhalle aufkommen soll. Die bisherigen Rechnungen hat das Aquabasilea bezahlt. Geschäftsführer Schauer: «Wir haben lange Gespräche geführt und die Pläne nicht bloss mit dem Bleistift hingezeichnet.»

Er fände es «anständig», wenn die Kantone als Auftraggeber die Kosten übernehmen würden, die sie verursacht hätten. «Erst sollen sie sich jetzt mal melden. Bisher habe ich ja noch nichts von den Kantonen gehört.» Beim Sportamt Baselland heisst es zum Thema Projektierungskosten: «Eine Mitfinanzierung durch die beiden Kantone an diesen Leistungen wurde seitens Aquabasilea nie thematisiert.»

(mj)