Nationaler Schulvergleich

24. Mai 2019 16:01; Akt: 24.05.2019 16:35 Print

Die schlechtesten Mathe-Schüler kommen aus Basel

Note ungenügend: Basel und Baselland schmieren im ersten nationalen Schulvergleich ab. Im Baselbiet ist man von dem schlechten Ergebnis überrascht.

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Die beiden Basel gehören zu den Schlusslichtern in der Studie über die Grundkompetenzen der Schülerinnen und Schüler. In Basel-Stadt überrascht das schlechte Ergebnis nicht, in Baselland dagegen schon.

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Für den Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer ist das schlechte Abschneiden der Schülerinnen und Schüler aus Basel-Stadt unschön, aber nicht überraschend. Für den einzigen Stadtkanton in der Schweiz sei es immer schwer, in solchen Statistiken zu glänzen, hielt Cramer auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA fest. Die Resultate könne man schlecht mit der Restschweiz vergleichen.

«Nur wer die Aufgabe versteht, kann sie lösen»

Die Stichproben wurden zudem laut Cramer im alten Schulsystem vor der Harmonisierung gesammelt – mit zwei markanten Schulwechseln innerhalb der obligatorischen Schulzeit. Basel-Stadt werde jetzt keine wenig reflektierten Sofortmassnahmen treffen. «Wir wissen ja auch durch unsere Checks, dass die besten Schülerinnen und Schüler bei uns genau gleich gut sind wie im Rest der Nordwestschweiz», sagte Cramer.

Für den Erziehungsdirektor ist klar, dass Basel-Stadt den eingeschlagenen Weg der Förderung des sprachbewussten Unterrichts weitergehen will. «Nur wer eine Mathematikaufgabe versteht, hat auch eine Chance, sie zu lösen», sagte Cramer. Er erachtet das sprachliche Verständnis der Aufgaben als elementar für deren Bearbeitung.

Baselbieter Bildungsdirektorin «enttäuscht»

Im Kanton Basel-Landschaft liegen die Ergebnisse in Deutsch im schweizerischen Durchschnitt, in Mathematik und Französisch aber deutlich darunter. Bildungsdirektorin Monica Gschwind beurteilt das Resultat der Studie für ihren Kanton als insgesamt «enttäuschend», wie es in einer Mitteilung der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD) heisst.

Vom Ergebnis zeigt sich Gschwind «überrascht», weil frühere Studien nicht auf ein solches Resultat hingewiesen hätten. In anderen Erhebungen wie etwa der Pisa-Studie 2006 habe das Baselbieter Bildungswesen jeweils im Mittelfeld abgeschnitten, hält die BKSD fest.

Die BKSD will die Ergebnisse der Studie zusammen mit dem Bildungsrat und den Schulen vertieft analysieren und Vorschläge für Massnahmen erarbeiten. In Zwischenbericht soll noch vor Ende vorgelegt werden. Verschiedene Massnahmen seien aber bereits auf gutem Weg, heisst es im Communiqué. Verwiesen wird unter anderem auf die Optimierung des Sprachenkonzepts und die unter Hochdruck laufende Evaluation weiterer Lehrmittel.

(sda)