Tenniken BL

18. Juni 2019 10:55; Akt: 20.06.2019 19:08 Print

Schäferhund attackiert Kind (3) und Frau (37)

In Tenniken im Kanton Baselland sind ein dreijähriges Kind und eine 37-jährige Frau Opfer einer Hundeattacke geworden. Beide mussten mit Bisswunden ins Spital eingeliefert werden.

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Der Angriff ereignete sich in Tenniken BL. In einem Garten im Mettelenweg in Tenniken griff die Schäferhündin das Kind und die Frau an. 1069 Hundebisse wurden im vergangenen Jahr im Kanton Bern gemeldet, 2010 waren es noch 799 Fälle. Im Kanton St. Gallen zeigt sich ein ähnliches Bild: Während 2008 217 Fälle von Hundebissen gemeldet wurden, waren es 10 Jahre später bereits 392. Das schreibt die «Schweiz am Wochenende» Kontrovers: Ein nationales Hundekurs-Obligatorium wurde vor zwei Jahren abgeschafft. Nur einzelne Kantone kennen noch eine Kurspflicht. In Zürich könnte diese am nächsten Wochenende abgeschafft werden. (Symbolbild) Eingeführt worden war die Hundekurspflicht auf nationaler Ebene als Reaktion auf einen besonders tragischen Vorfall. Der Bund reagierte und führte 2006 eine Meldepflicht für Hundeangriffe ein und 2008 das besagte Hundekurs-Obligatorium. Letzteres verpflichtete Hundehalter dazu, je vier Lektionen Theorie und Praxis zur Hundehaltung zu besuchen. Im Frühjahr 2018 entschied der Zürcher Kantonsrat, die Pflichtkurse abzuschaffen. Dagegen wurde von linker Seite her das Referendum ergriffen. Zankapfel im Abstimmungskampf sind die registrierten Hundebisse. (Symbolbild) Eigentlich hat der Kanton Zürich eines der restriktivsten Hundegesetze der Schweiz, das 2010 in Kraft trat. Neben dem Hundekurs-Obligatorium, das für Halter von grossen und massigen Hunden zehn Lektionen praktische Ausbildung vorsieht, sind verschiedene Hunderassen wie etwa Pitbull-Terrier oder Bandog verboten. Weiter gilt an besonders frequentierten öffentlichen Orten eine Leinen- und unter gewissen Umständen eine Maulkorbpflicht. Am 10. Februar stimmt nun die Stimmbevölkerung in Zürich über das Pflichtkurs-Obligatorium ab.

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Der Fall hat sich bereits am letzten Donnerstag ereignet und wurde am Dienstag von der «Basler Zeitung» publik gemacht. Die Baselbieter Polizei bestätigte den Vorfall.

Zugetragen hat er sich im Garten der Besitzerin eines Deutschen Schäferhunds, die wegen Abwesenheit eine Bekannte darum gebeten hatte, den Hund ins Freie zu lassen.
Im Garten griff der Hund zunächst das dreijährige Kind an und verletzte dieses am Bein und am Gesäss.

Als die 37-jährige Frau intervenierte, attackierte der Hund auch diese und fügte ihr mehrere Bisswunden zu. In welcher verwandtschaftlichen Beziehung das Kind und die Frau stehen, wollte die Polizei nicht sagen.

Alpine Air Ambulance im Einsatz

Nachbarn, die die Hundeattacke mitbekommen hatten, eilten den Verletzten zu Hilfe. Das Kind wurde von der Sanität ins Spital gebracht und konnte dieses nach Auskunft der Baselbieter Polizei bereits wieder verlassen. Die Frau dagegen, die von der Alpine Air Ambulance ins Spital geflogen wurde, hatte sich derart schwere Verletzungen zugezogen, dass sie sich nach wie vor in Spitalpflege befindet.

Die Hündin ihrerseits wurde von der Polizei beschlagnahmt und dem Baselbieter Veterinäramt übergeben. Was dieses im konkreten Fall unternimmt, war bei Kantonstierarzt Thomas Bürge zunächst nicht in Erfahrung zu bringen. Informationen wurden für Dienstagnachmittag in Aussicht gestellt.

Ob die Attacke für die Hundebesitzerin ein juristisches Nachspiel hat, ist noch offen. Nach Auskunft eines Polizeisprechers prüft die Baselbieter Staatsanwaltschaft, ob sie ein Strafverfahren einleiten will.

(las/sda)