Strafgericht BS

29. Januar 2020 09:54; Akt: 29.01.2020 10:51 Print

Kirchendieb kassiert 33 Monate und Landesverweis

Viel Schaden und ein verschwundener Kirchenschatz brachten dem Mann eine lange Freiheitsstrafe ein. Dass er nur im Alkoholrausch handelte, kaufte ihm das Gericht nicht ab.

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Das Strafgericht Basel-Stadt verurteilte am Dienstag in erster Instanz einen 33-jährigen rumänischen Staatsangehörigen zu einer Freiheitsstrafe von 33 Monaten. Ein Jahr davon muss er absitzen, dann wird er für acht Jahre des Landes verwiesen. Dies schreibt das Basler Portal Prime News.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Mann vor, in der Nacht auf den 3. Juli 2018 in die Elisabethenkirche in Basel eingebrochen zu sein und vergoldetes Silbergeschirr aus dem 19. Jahrhundert im Wert von über 100'000 Franken gestohlen zu haben. Von dem Diebesgut fehlt bis heute jede Spur. Laut Prime News bezeichnete das Gericht den Verlust für die Kirche als «Tragödie». Zudem habe er beim Einbruch einen Sachschaden von über 10'000 Franken verursacht.

Gericht glaubt nicht an Zufallstat

Zu seiner Verteidigung führte der Beschuldigte ins Feld, er sei betrunken gewesen und habe erst am nächsten Morgen realisiert was er getan habe. Dann sei er erschrocken und habe das Geschirr in Saint-Louis (F) in einer Mülltonne entsorgt, wie dem Artikel weiter zu entnehmen ist. «Wenn ich an diesem Abend nicht betrunken gewesen wäre, wäre ich nie und nimmer in die Kirche eingebrochen», wird er zitiert.

«Ihre Theorie mit der spontanen Tat im betrunkenen Zustand ist Humbug», habe der Präsident des Dreiergerichts dazu festgestellt. Der Beschuldigte habe genau gewusst, was er getan habe und dabei «einen hohen Aufwand» betrieben. Er sei als Kriminaltourist in die Schweiz gekommen, um etwas zu stehlen.

Komplize bleibt im Dunkeln

Die Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass der Mann nicht alleine handelte. Mit einem Komplizen zusammen soll er sämtliche Räume der Kirche nach Schlüsseln durchsucht und diese in einem Eimer gesammelt haben. Mit einem davon liess sich schliesslich der Tresor mit dem Diebesgut öffnen. Das Gericht konnte aber nicht abschliessend klären, ob weitere Personen am Delikt beteiligt waren.

Das Urteil gegen den in verschiedenen europäischen Ländern vorbestraften Mann ist noch nicht rechtskräftig. Er kann innert zehn Tagen Beschwerde einreichen.

(las)