Basel

27. Januar 2020 04:59; Akt: 27.01.2020 04:59 Print

Kirchenschatz gestohlen und Martini gezecht

Ein Rumäne erbeutete aus der Basler Elisabethenkirche Wertgegenstände im Wert von über 100'000 Franken. Den Coup feierte er mit einer Flasche Martini aus dem Kirchen-Café.

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Ein 33-jähriger Rumäne muss sich vor dem Basler Strafgericht wegen Einbruchdiebstahls verantworten. In der Nacht auf den 3. Juli 2018 brach er in die Elisabethenkirche in Basel ein. Wie die Anklage der Staatsanwaltschaft schildert, tat er dies in der zutreffenden Annahme, «dass er hier nicht nur Bargeld sondern insbesondere auch wertvolle kunsthandwerkliche Gegenstände» finden würde, mit denen er «sehr viel Geld» verdienen könne. Der Rumäne, der vermutlich in Begleitung eines oder mehrerer Komplizen war, durchsuchte die Räume der Kirche systematisch. Im Sigristraum stiessen die Einbrecher auf ein Schlüsselbrett und öffneten danach alles, was sich mit den darauf befindlichen Schlüsseln öffnen liess. Einer der Schlüssel passte zum Tresor im Präsenz-Dienstraum. Volltreffer. Den erfolgreichen Coup begossen der Rumäne und seine Komplizen in der Café-Bar Elisabethen, zu dem sie sich Zutritt verschafften, indem sie die schwere Holztür aufbrachen, die den Gastronomiebetrieb vom Kirchenschiff trennt. Eine Flasche Martini Rosso zum Einkaufspreis von 14 Franken tranken sie gleich vor Ort aus. Danach entschwanden sie in die Nacht. Am Dienstag nun muss sich der Rumäne vor dem Basler Strafgericht für den Einbruch und die damit verbundene grosse Sachbeschädigung und den Hausfriedensbruch verantworten. Von der Beute, zwei Krügen, vier Kelchen, einer Brotschale und vier Brottellern im Wert von 103'000 Franken, fehlt bis heute jede Spur. Der Beschuldigte wurde ein Jahr später im September 2019 geschnappt, als er bei der Einreise in die Schweiz im thurgauischen Arbon kontrolliert wurde. Er befindet sich seither in Haft.

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Wahrscheinlich beging er die Tat nicht alleine, weil er aber als einziger geschnappt wurde, muss der 33-jährige Rumäne nun vor dem Basler Strafgericht für einen Einbruchdiebstahl gerade stehen, der Schlagzeilen machte. In der Nacht auf den 3. Juli 2018 brach er in die Elisabethenkirche in Basel ein und erbeutete wertvolle liturgische Gegenstände und Abendmahlgefässe, die im 19. Jahrhundert von renommierten Goldschmieden angefertigt wurden. Die Deliktsumme beläuft sich auf über 100'000 Franken.

Der Rumäne war seit Jahren als Hilfsarbeiter in Westeueropa unterwegs. Nicht ausgeschlossen, dass er mit Einbrüchen sein Einkommen schon früher aufbesserte, allerdings sind keine Vorstrafen bekannt. Mutmasslich mit Komplizen begab er sich am Abend des 2. Juli in deliktischer Absicht zur Elisabethenkirche, die der Evangelisch-reformierten Kirche gehört. Zutritt verschafften sie sich mit Werkzeug, das sie von der benachbarten archäologischen Grabungsstätte ausliehen, und damit das Haupttor aufwuchteten.

Tresor-Schlüssel war am Schlüsselbrett

Wie die Anklage der Staatsanwaltschaft schildert, tat er dies in der zutreffenden Annahme, «dass er hier nicht nur Bargeld sondern insbesondere auch wertvolle kunsthandwerkliche Gegenstände» finden würde, mit denen er «sehr viel Geld» verdienen könne. Tätsächlich würden solche Waren laut Anklage auf dem Antiquitäten- und Kunstmarkt zu hohen Preise gehandelt.

In der Kirche wurden dann sämtliche Räume systematisch durchsucht. Im Sigristraum stiessen die Einbrecher auf ein Schlüsselbrett und öffneten danach alles, was sich mit den darauf befindlichen Schlüsseln öffnen liess. Einer der Schlüssel passte zum Tresor im Präsenz-Dienstraum. Volltreffer.

Zwei Krüge, vier Kelche, eine Brotschale und vier Brotteller entnahmen sie dem Tresor. Allesamt aus Silber und vergoldet. Ein Einzelner Krug war 30'000 Franken wert, die gesamte Beute gar 103'000 Franken. Als Trinkgeld erbeuteten sie noch 100 Franken in bar aus einer Geldkassette.

Im Kirchencafé auf Erfolg angestossen

Den erfolgreichen Coup begossen der Rumäne und seine Komplizen in der Café-Bar Elisabethen, zu dem sie sich Zutritt verschafften, indem sie die schwere Holztür aufbrachen, die den Gastronomiebetrieb vom Kirchenschiff trennt. Eine Flasche Martini Rosso zum Einkaufspreis von 14 Franken tranken sie gleich vor Ort aus. Danach entschwanden sie in die Nacht.

Der Beschuldigte wurde ein Jahr später im September 2019 geschnappt, als er bei der Einreise in die Schweiz im thurgauischen Arbon kontrolliert wurde. Dann bestand bereits ein Haftbefehl gegen den Einbrecher.

Am Dienstag nun muss sich der Rumäne vor dem Basler Strafgericht für den Einbruch und die damit verbundene grosse Sachbeschädigung und den Hausfriedensbruch verantworten. Die Staatsanwaltschaft wird dann auch ihren Strafantrag stellen.

Von der Beute fehlt bis heute jede Spur.

(lha)