«Gassechuchi»

09. November 2015 05:52; Akt: 12.11.2015 15:48 Print

Kochlehrlinge verwöhnen Obdachlose kulinarisch

Im Rahmen ihrer Lehrabschlussarbeit kochten drei Kochlehrlinge in der «Gassechuchi» für Obdachlose und leisten damit Hilfe auf kulinarischer Ebene.

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Das Dream-Team im Einsatz in der Küche. Hier wird das Menü für die Bedüftigen gekocht. (Bild: cs)

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Die Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge und Hilfsbedürftige ist zurzeit in aller Munde. An allen Ecken und Enden werden Spenden gesammelt und wird zur Solidarität aufgerufen. Mitten drin sind drei junge Basler Köche. «Wir wollten unseren Teil beitragen», sagte der 17-jährige Emanuel da Silva.

Er und seine beiden Freunde Mike Ly (19) und Dario Mucumeci (19) von der Berufsschule des Gymnasiums Muttenz hatten eine besondere Idee für ihr Lehrabschlussprojekt. «Wir wollten unser Handwerk einsetzen, um Bedürftigen zu helfen», so da Silva. Gedankenspiele über Menschen, die keine warme Mahlzeit haben, führte sie in die «Gassechuchi». «Wir leisteten Hilfe auf kulinarischer Ebene», sagte er.

Viergang-Menü für drei Franken

Unter dem Motto «Die andere Seite unseres Könnens» bekochte das selbsternannte Dream-Team am Freitag rund 140 Obdachlose. «Zwanzig davon sind Vegetarier», so Mucumeci. Für drei Franken erhielten die Bedürftigen ein Menu aus Suppe, Salat, Hauptgang und Dessert. Dank Spenden der Metzgerei Jenzer und dem Kürbisland Liestal konnten die jungen Köche das Bestmögliche rausholen.

Das Menü konnte sich durchaus sehen lassen. «Als Vorspeise gab es eine Kürbissuppe mit Rahmhaube und eine Randensalat mit Apfel. Zum Hauptgang servierten wir marinierte Kalbsbrust mit Kartoffelgratin, Broccoli-Mandeln und Rotwein-Sauce. Und als Dessert machten wir Panna cotta mit Himbeer-Sauce und Caramel-Chip», so Ly.

Entgegen dem Image der Jugend

Die Gäste in der Kleinbasler Gassenküche waren überwältigt. «Wir haben sehr viele schöne und warme Reaktionen erhalten. Die Menschen haben gemerkt, dass wir mit vollem Herz dabei sind», sagte da Silva. Nicht nur die Bedürftigen seien begeistert gewesen, auch ihre Lehrerin, die leider nicht vor Ort sein konnte, war laut den drei Jungköchen hin und weg von dem Projekt. Ihre Erfahrung werden sie anschliessend niederschreiben und der Stiftung Christoph-Merian, die ihr Unterfangen unterstützt hat, zukommen lassen.

Neben der kulinarischen Hilfe wollten die drei Lehrlinge, die auch privat kaum zu trennen sind, auch ein Zeichen setzen. «Heutzutage sagen viele, dass die Jungen eh nichts mehr machen. Dass sie nur auf sich schauen würden. Wir wollten mit der Aktion zeigen, dass dem eben nicht so ist», erklärte das Trio.

(cs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Elisabth Meier am 09.11.2015 06:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Super Idee! Grosses Kompliment an die 3 Köche. Sicher für beide Seiten eine sehr gute Erfahrung. Finde es toll, dass junge Leute sich so einsetzen.

  • Lee Laa am 09.11.2015 07:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Aktion

    Mehr von solchen Aktionen das finde ich super wenn auch mal an die Obdachlosen gedacht wird in Zeiten wo man sich nur mit Flüchtlingen auseinander setzen muss.

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  • Guschdi am 09.11.2015 06:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravissimo

    Super Idee und grossartige Realisierung! Ich wünsche den Dreien eine erfolgreiche Karriere und viel Freude an ihrem Beruf. (Ich wäre auch gerne Koch geworden, leider hat es aber nur zum Architekten gereicht)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Suzie am 10.11.2015 18:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    BRAVO

    Chapeau! Ganz toller Einsatz, sollte es viel mehr geben !!!

  • Noldi Schumacher am 10.11.2015 18:30 Report Diesen Beitrag melden

    Ich denke da etwas anders...

    Nicht dass ich es den Obdachlosen nicht gönnen würde, aber da kommt mir das in den Sinn: Wie mehr Steine man einem, der nicht gerade selbständig lebt, wegräumt, wie weniger wird dieser etwas unternehmen, an seinem Leben etwas zu ändern. Frage mich manchmal, warum geben die sich nicht einen Ruck und leben das Leben wirklich. Oder ist es eine neu Lebensweise - Nichts tun, irgend einer hilft schon?

  • Willy, Koch am 10.11.2015 06:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke für die tolle Idee

    Diese Secondos inspirieren uns. Wir (3 Köche, Schweizer) werden in Gegenzug demnächst für ein Asylheim ein Menü kochen. So kommen die Menschen zusammen und sehen dass es wichtigeres gibt als den Pass.

  • Recht Auf am 10.11.2015 03:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Würdiges Leben

    Ich möchte den Köchen ein Kränzchen binden. Solche Aktionen sind einfach spitze. Randständigen ein bisschen Liebe durch den Magen geben ist eine gute Tat. Ich wünsche den schwachen unserer Gesellschaft mehr Aufmerksamkeit, den eine Gesellschaft ist nur so stark wie sein schwächstes Kettenglied.

  • Soraya M. am 09.11.2015 22:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Leistung

    Es sollte mehr Jugendliche wie auch Erwachsene geben, die auch an Menschen denken, denen es finanziell nicht so gut geht. Habe selber die Gassenküche auch schon untersützt und bin begeistert von den Leuten dort.