Basel

27. Dezember 2011 22:58; Akt: 27.12.2011 22:43 Print

Krankenzimmer erhalten für Obdachlose

Die bevorstehende Grippezeit wird vor allem für Randständige hart. Hilfsorganisationen planen nun ein Krankenzimmer speziell für Obdachlose.

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Die Grippe kann für Obdachlose gefährlich sein (Symbolbild). (Foto: Fotolia)

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«Eine Grippe kommt drei Tage, bleibt drei Tage und geht drei Tage» – diese Volksweisheit gilt leider nicht für alle. Zumal die Zahl derer, die auch bei Minustemperaturen draussen übernachten müssen, deutlich am Steigen ist. «In einer solchen ­Situation kann eine Grippe lebensgefährlich werden», so Claudia Adrario von der Wärmestube Soup & Chill. Entsprechend würden die Hilfsorganisationen in Härtefällen auch eingreifen und die Kosten für die Übernachtung in der Notschlafstelle übernehmen.

Doch damit ist das Problem nicht gelöst: «Am Morgen müssen sie wieder raus und dann krank den ‹Gassenparcours› absolvieren», so Adrario, also von Gassenküche über Tagesheim und andere Institutionen pilgern. Für die Notfallstation sind sie zu wenig krank. «Dabei bräuchten sie einfach mal ein Bett und Tee um sich auszukurieren.» Aber so entstehe in den dicht gefüllten Räumen mit oft über 100 Personen eine wahre «Bazillenbörse».

«Was Basel fehlt ist ein Krankenzimmer, das rund um die Uhr offen hat», so Inge Niedermann vom Treffpunkt Glai­basel. Ein solches planen nun mehrere Hilfsorganisationen gemeinsam. Das Anliegen wurde bereits beim Gesundheits­departement deponiert. «Wir sammeln diesen Winter nun Daten, um zu sehen, in welchem Umfang wir planen müssen», so Adrario.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • wesi am 29.12.2011 18:58 Report Diesen Beitrag melden

    Obdachlos

    Schlimm genug, dass es in der reichen CH überhaupt Obdachlose gibt!!

  • Jackman am 27.12.2011 23:42 Report Diesen Beitrag melden

    Realität im Sozialstaat

    Es ist erstaunlich, das es solches überhaupt braucht, schimpft sich der Staat doch als Sozialstaat, wo alle nicht nur ein Dach übern Kopf haben, sondern auch nicht des Hungers leiden müssen. Die Realität sieht leider anders aus u in Zeichen schlechter werdenden Wirtschaftslagen, droht es zu zunehmen. Wer das nie erlebt hat, mag hier feine Reden schwingen, aber ich kenne den harten Beton von ganz unten sehr wohl, gottlob, ist das nun lang her, als ich mein erstes Zimmer im Obdachlosenheim sah.

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  • Roland Nägeli am 29.12.2011 01:02 Report Diesen Beitrag melden

    Versager Demokratie!

    die Schweiz, dass reichste Land auf Erden?! Wieso hats hier dann Obdachlose? He? Aber wichtig ist, dass all die Asylanten ein Dach über dem Kopf haben!

Die neusten Leser-Kommentare

  • wesi am 29.12.2011 18:58 Report Diesen Beitrag melden

    Obdachlos

    Schlimm genug, dass es in der reichen CH überhaupt Obdachlose gibt!!

  • Roland Nägeli am 29.12.2011 01:02 Report Diesen Beitrag melden

    Versager Demokratie!

    die Schweiz, dass reichste Land auf Erden?! Wieso hats hier dann Obdachlose? He? Aber wichtig ist, dass all die Asylanten ein Dach über dem Kopf haben!

  • Debra Schweizer am 28.12.2011 17:57 Report Diesen Beitrag melden

    Sozialamt?

    Warum melden sich Obdachlose nicht beim Sozialamt um Geld für eine Wohnung und Essen zu erhalten?

    • snoops am 29.12.2011 05:37 Report Diesen Beitrag melden

      zu einfach?

      um diese Frage zu beantworten musst du selbst an dieser Stelle gewesen sein. Leider ist das nicht getan mit hingehen und sagen man braucht Geld und Wohnung und dann wird die nette Sozialtante dir das möglich machen.

    • Noro am 29.12.2011 11:28 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht so einfach

      Wenn du dich beim Amt meldest, dann brauchst du einen festen Wohnsitz und ein Bankkonto. Dazu noch jegliche Unterlagen. Diese Leute auf der Strasse, die nur noch einen Rucksack besitzen, haben nichts davon. Wenns so einfach wäre, dann würde wohl niemand auf der Strasse leben, oder?

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  • Noro am 28.12.2011 14:11 Report Diesen Beitrag melden

    Armut im reichen Land

    Über solche Sachen denkt man als gutsituierter Mensch irgendwie gar nicht nach.Wenn ich einen Obdachlosen sehe, dann hab ich natürlich Mitleid, weil er bei der Kälte draussen sein muss.An Krankheitsfälle habe ich jedoch noch nie gedacht-muss ich zu meiner Schande zugeben.Es ist für mich ganz klar,dass man für diese Menschen einen Ort schaffen muss, an dem sie sich auskurieren können. Aber irgendwie wird immer nur um die Asylanten ein Geschrei gemacht und die "eigenen" Leute werden völlig vergessen!

    • Jackman am 28.12.2011 23:47 Report Diesen Beitrag melden

      Ist leider so

      In der Tat, das ist leider so. Eigene Leute bringen keine Stimmen, Fremdproblematiken schon. Hinzu kommt noch die Einstellung, dass ein reiches Land wie die Schweiz sich nicht eingestehen kann, dass die Armut immer mehr grassiert, aber dank sozialen Werken weniger bekannt wird, resp. öffentlich zur kenntnis genommen wird. Und wenn wir nicht achtgeben, läuft dieser angebl. Makel irgendwann über u keiner will das vorher gewusst haben - und dann?

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  • Jackman am 27.12.2011 23:42 Report Diesen Beitrag melden

    Realität im Sozialstaat

    Es ist erstaunlich, das es solches überhaupt braucht, schimpft sich der Staat doch als Sozialstaat, wo alle nicht nur ein Dach übern Kopf haben, sondern auch nicht des Hungers leiden müssen. Die Realität sieht leider anders aus u in Zeichen schlechter werdenden Wirtschaftslagen, droht es zu zunehmen. Wer das nie erlebt hat, mag hier feine Reden schwingen, aber ich kenne den harten Beton von ganz unten sehr wohl, gottlob, ist das nun lang her, als ich mein erstes Zimmer im Obdachlosenheim sah.

    • Noro am 28.12.2011 14:14 Report Diesen Beitrag melden

      Ernüchternde Realität

      Ich glaube, dass viele Leute den Obdachlosen die Schuld in die Schuhe schieben.Sie sehen nur Säufer und Drögeler, aber keine Menschen.Sicherlich sind einige für ihr Schicksal selbst verantwortlich, aber das bedeutet ja nicht, dass man diesen Menschen die Nothilfe verweigern darf.Wenn ein Mensch krank ist,dann soll er gefälligst Hilfe erhalten.Wir gutsituierten rennen ja wegen jedem Boboli zum Arzt und lassen uns mit Tonnen von Medikamenten eindecken.Die Leute auf der Strasse haben keine Medikamente und nicht mal einen warmen, trockenen Platz wo sie sich selbst heilen können.Das ist ernüchternd

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